26
Jun

HoGH & Health

Die Wochen der Gesundheit in der Suppenküche (HoGH & Health)

Unser Plan, den angestrebten Gesundheitsfonds noch dieses Jahr umzusetzen, hätte nicht besser verlaufen können. Wie der Zufall es wollte, waren vier junge Holländerinnen im Rahmen ihrer Krankenschwesternausbildung für vier Monate als Praktikantinnen im Katutura State Hospital tätig.

Aufmerksam wurden sie auf das Projekt Home of Good Hope durch Maria, die im Vorstand des holländischen Vereins zur Unterstützung der Suppenküche tätig ist und vor ihrem Aufenthalt in Namibia (März 2015) über unser Vorhaben informiert worden war.

Michelle, Maud, Bibi und Manon waren sofort Feuer und Flamme, als sie hörten, dass wir jemanden suchten, der im Home of Good Hope Fortbildungen im Bereich Gesundheitserziehung durchführen könnte. Die vier gingen sogar noch einen Schritt weiter und fragten an ihrer Schule an, ob sie dieses mehrwöchige Vorhaben als Projektarbeit gelten lassen dürften. Kaum war dies genehmigt, legten sie so richtig los: es wurde ein 13-seitiger Projektplan erstellt, die einzelnen Inhalte für die Schulungen erarbeitet, dazu passende Materialien überlegt und gekauft. Dafür haben wir EUR 500.- aus unserem Gesundheitsfonds bereit gestellt.SAM_0620_web

Zu welchen Themen wurden die Kids (und interessierte Erwachsene) nun geschult?

Folgende Trainings wurden je nach Altersgruppe kindergerecht und pädagogisch aufgearbeitet durchgeführt:

  • richtige Ernährung (alle Kinder)
  • Handhygiene (alle Kinder)
  • Zahnhygiene (alle Kinder)
  • Wundversorgung (ab 11 Jahren)
  • sexuell übertragbare Krankheiten (ab 12 Jahren)

Bunte Poster, Plakate, Broschüren und Spiele machten die einzelnen Projekttage für die Kids zu einem offensichtlich großen Erlebnis. Das Lernen ging da ganz schnell und fast nebenbei – und bleibt obendrein im Gedächtnis, wie im Nachhinein organisierte Gesundheitsquiz belegen.

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kauft nicht unbedingt die gesündesten Lebensmittel (weil teurer) und muss vielleicht auch bei Seife, Zahnbürsten und Zahnpasta sparen.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Firma Colgate in Namibia, die uns mit Zahnbürsten und Zahnpasta für ALLE Kinder versorgt hat!

Aber gerade Utensilien für die wichtige Handhygiene vor dem Essen (in vielen Familien wird mit der Hand gegessen) sind relativ erschwinglich – denn mit Kernseife und einer günstigen Bürste ist schon viel erreicht!

SAM_0256_web

Selbst bei dem doch recht heiklen Thema „sexuell übertragbaren Krankheiten“ gab es laut den angehenden Krankenschwestern weder Gekicher noch blöde Witze, als das Überziehen von Kondomen mit einem Plastikpenis geübt wurde. Die Sache wurde von allen Altersgruppen sehr ernst genommen.

In Namibia ist die HIV-Rate unter anderen auch deswegen so hoch, weil sexuell übertragbare Krankheiten generell in vielen Familien und auch in Schulen tabuisiert werden.

Immer wieder kommen Kinder mit bösen Verbrennungen, Abschürfungen oder eingetretenen Glasscherben in die Suppenküche. Wenn man erkennt, was in solchen Situationen zu tun ist, was man selbst mit einem Pflaster machen kann bzw. wann ärztliche Hilfe unumgänglich ist, dann ist schon viel geholfen.

Eine tolle Arbeit wurde hier geleistet! Ein herzliches Dankeschön an  Michelle, Maud, Bibi und Manon, die diese Wochen der Gesundheit im Home of Good Hope ermöglicht und durchgeführt haben!

Abschließend noch ein paar Eindrücke:

Comments are closed.