15
Apr

Vincent

In der DR Kongo ein Krankenhaus bauen? In einem Staat, in dem sich seit Jahrzehnten keiner um irgend etwas kümmert? In einem Staat, in dem es weder Schulen, noch Arbeit, Straßen oder genügend Essen gibt? Dafür gibts dort umso mehr Korruption, Misswirtschaft, Kriege und sonstige Katastrophen.

Also noch einmal von vorne – ein Krankenhaus in der DR Kongo? Ja – genau da! Eben weil es dort so notwendig ist. Eben weil dort so viel Not herrscht. Und weil es dort so wenige Krankenhäuser und Ärzte gibt, dass Dr. Vincent Uluma gleich für drei Millionen Menschen zuständig ist! Für ihn kein Grund zum Verzweifeln, sondern eher ein Ansporn, seinen Patienten und seinen Vorstellungen von einem vernünftigen Krankenhaus gerecht zu werden! Und das will er folgendermaßen erreichen: Etwas außerhalb von Kikwit gibt es seit einigen Jahren ein kleines Krankenhaus. Das wurde von Prof. Paganon erbaut, einem Spezialisten für Augenheilkunde. In der ganzen Gegend gab es aber kein anderes Krankenhaus. Logisch, was da passiert – die Einheimischen sind nicht nur bei Augenleiden, sondern mit allen möglichen Krankheiten zu ihm gekommen. Immer mehr Frauen brachten hier ihre Kinder zur Welt. Lieber einen Augenarzt bei der Entbindung als gar keinen Arzt…

Das Gelände ist groß – genau das Richtige für Vincent. Genau das Richtige für ein großes Krankenzentrum, um alle Arten von Krankheiten zu behandeln. Hier gibt es nirgends Altlasten durch aufgegebene Industrieanlagen. Das Gelände ist groß genug für eine eigene Zisterne – das Wasser des nahen Flusses ist nicht für Kranke geeignet. Vincent plant, neben der Klinik eine Farm zu errichten. Landwirtschaft und Kühe – das bedeutet frisches Gemüse und Milch für die Patienten. Ein unerhörter Luxus für eine afrikanische Klinik! In ganz Afrika bringen sonst die Patienten ihre Angehörigen mit ins Krankenhaus. Die kochen dann das Essen, waschen die Wäsche und besorgen die notwendigen Medikamente… In dieser Klinik wird das anders sein!

Als Erstes ließ Vincent das alte Gebäude der Augenklinik umbauen. Es wird jetzt vor allem für Geburten benutzt – inzwischen sogar mit der passenden Ausstattung. Seit kurzem ist ein deutlich größeres neues Gebäude fertig. Hier werden alle Arten von Operationen ausgeführt, es gibt ein Röntgengerät und Ultraschall. Auch chirurgische Bestecke und anderes Klinikmaterial ist vorhanden – Spenden aus Belgien und Deutschland! Ebenfalls fertiggestellt ist ein Gebäudekomplex mit Krankenzimmern für insgesamt 140 Patienten. Das Ganze mit vernünftigen Duschen und Toiletten – in afrikanischen Krankenhäusern keine Selbstverständlichkeit!

Vincent hat diesen Ort für das Klinikum mit Bedacht ausgewählt. Der Boden in dieser Gegend besteht aus Lehm – die Ziegel können von den Arbeitern direkt vor Ort hergestellt werden. Das hält die Kosten niedrig! Trotzdem können aufgrund der Finanzen die Gebäude nur nacheinander gebaut werden. Treffen Spendengelder ein, wird weiter gebaut. Geplant sind ein Gebäude für Sprechstunden und Labor, eine Krankenhausküche sowie ein Wohnkomplex für die Ärzte. Vincents Plan ist so simpel wie effektiv – die Wohnsituation in Kikwit ist sehr bescheiden. Also braucht er Wohnungen, wenn er Spezialisten für seine Klinik anwerben möchte. Umso besser, wenn diese Wohnungen direkt bei der Klinik liegen! Wichtiger als das Ärztehaus ist aber die Finanzierung von Betten und Matratzen für die Patienten. Die müssen vor Ort gekauft werden, weil sie für einen Transport aus Europa viel zu sperrig und somit zu teuer sind. Vincent braucht 140 Betten und Matratzen für seine Klinik.

Wir arbeiten daran,ihm bei der Finanzierung zu helfen – helfen Sie mit!

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