Volontariat Milena
12
Okt

Volontariat Milena

Milenas Volontariat im HoGH, Part ONE

Angekommen am Flughafen in Namibias Hauptstadt Windhoek, aber mit über 2 Stunden Verspätung ist die Laune nicht unbedingt am Höhepunkt. Die unterhaltsame Taxifahrt bzw. die Ankunft im gemütlichen Chameleon Backpackers machen das aber schnell wieder wett und ich fühle mich bereit für den kommenden Monat in einem der südlichsten Länder Afrikas.

 

Gleich am nächsten Tag holt mich Monica, die Gründerin des Projekts Home of Good Hope, im Hostel ab. Gemeinsam machen wir uns mit einem „local cab“ auf dem Weg vom Stadtzentrum nach Katatura zur Suppenküche. Die Umgebung ändert sich merklich, moderne Wohnhäuser weichen älteren und einfacheren Häuschen, bis diese gänzlich von Wellblechhütten abgelöst werden. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Menschen auf der Straße – während mir das Zentrum wie eine Geisterstadt vorkommt, spielt sich in Katatura das Leben von Windhoek ab.

In der Suppenküche werden wir stürmisch von ein paar Kindern in Empfang genommen und auch die dort arbeitenden Frauen begrüßen mich sehr herzlich. Ohne viel Vorinformation werde ich sofort in den Arbeitsalltag hineingeschmissen und versuche, auch in den folgenden 4 Wochen, die ich dort verbringen werde, anzupacken, wo meine Hilfe benötigt wird.

 

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So sehen dann die meisten meiner Tage dort aus: Ich fahre morgens gegen halb 10 los, die Taxifahrten sind jeden Tag ein kleines Abenteuer. Da es sich bei den local cabs um eine Art Sammeltaxi handelt, steigen an jeder Ecke Einheimische ein und wieder aus. Das bedeutet, dass ich jeden Tag über neue Wege zur Suppenküche komme, übrigens eine tolle Art, die Stadt kennenzulernen! Die Kommunikation mit dem Fahrer beschränkt sich meist auf das Mindeste: Vor dem Einsteigen ein kurzer Zuruf meinerseits durch's offene Fenster in welche Richtung ich muss, das wird entweder mit einem kaum sichtbaren Nicken quittiert (bedeutet, ich kann einsteigen) oder einem Kopfschütteln. Während der Fahrt ertönt irgendwann ein „Which side“ in meine Richtung, was bedeutet, dass ich meinen gewünschten Zielort spezifizieren soll.

 
 
Je nach Verkehr und Mitfahrer komme ich meistens gegen 10 Uhr in der Suppenküche an und werde – wie am ersten Tag – stürmisch von einigen Kindern begrüßt, die auf mich zu rennen und sich wie Äffchen um meine Beine klammern. Meistens wird dann auch erst mal gespielt und gekuschelt. Da ich allerdings nur zwei Arme und zwei Beine habe und die Kleinen auch noch ungern teilen, erweist sich das oft als schwierig und ich muss einige Streitereien schlichten. Zum Glück gibt es auch noch andere Volontäre! Die Jungs spielen oft Fußball und manchmal wird gemalt oder Memory gespielt. Letzteres allerdings nicht ganz nach den mir bekannten Regeln, die ich leider auch nicht durchsetzen kann. Dann werden einfach auch mal 5 Karten umgedreht oder man spitzelt heimlich, wenn eigentlich ein anderer an der Reihe ist!
 
 

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Gegen 11 Uhr heißt es meistens „Line up, line up!“ und die Kinder müssen sich zum Hände waschen vor der Hütte aufreihen. Es wird viel gedrängelt, geschubst und gestritten, worauf die Mitarbeiterinnen der Suppenküche mit Anschreien reagieren – die pädagogischen Maßnahmen sind nicht ganz die unseren. Allerdings muss man hier anmerken, dass es einfach zu viele Kinder sind, um sich um einzelne Konflikte zu kümmern und die Zeit ist außerdem begrenzt.
Da es natürlich kein fließendes Wasser gibt, muss eine Schüssel mit heißem Wasser und Spülmittel zum Hände waschen ausreichen. Die ersten 10 Kinder haben wohl wirklich saubere Hände danach, ab dann ist das Wasser eine einzige Dreckbrühe. Wer fertig ist, darf sich in der Hütte auf die Bank setzen.

To be continued...

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