Home of Good Hope Archives - Seite 2 von 4 - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
IT-Schulung Home of Good Hope
29
Aug

IT-Schulung im Home of Good Hope

Unser liebster Marcel war mal wieder in der Suppenküche. Seinesgleichen Vereinsmitglied, IT-Spezialist und Reiseguru (ja, solche Kombinationen sind für uns immer sehr hilfreich!). Diesmal hatte er eine spezielle Mission: IT-Schulung für unsere Schulkids. Es war jedoch nicht so, dass wir ihm das Programm auf's Auge gedrückt hätten  ... NEIN! Vielmehr kontaktierte er uns mit der Idee, was wir denn von einem solchen Training hielten. Wir waren aus dem Häuschen vor lauter Freude. Das kann man sich ja denken! Etwas Besseres kann einem kleinen Verein wie unserem gar nicht passieren! Einen kompletten Tag lang verbrachte Marcel in einem von uns zuvor gemieteten Internet-Café und absolvierte seinen ersten Lehrauftrag mit Bravour!

Seine Erfahrungen haben wir in einem Interview niedergeschrieben:

Wie kamst du eigentlich auf die Idee, eine IT-Schulung zu machen?

Die Idee entstand spontan in einem Gespräch mit Barbara. Die Kinder im Home of Good Hope kamen bisher nur wenig oder gar nicht in Kontakt mit Computern und wir dachten, eine Schulung in IT-Grundkenntnissen könnte für die Kinder eine wertvolle Sache sein - und für mich eine interessante Erfahrung… 

Wie war die Schulung zeitlich organisiert, wie viele Schüler nahmen teil und was waren die Aufgabenstellungen?

Die Schulung ging von 11 bis 16 Uhr. Es waren insgesamt sieben Schüler, zwei Mädchen und fünf Jungen. Die Aufgabe bestand hauptsächlich in einer Einführung in Windows und in die regulären Office-Programme. Der Schwerpunkt lag dabei auf Paint, Word und Powerpoint. Als Bonus und Ergänzung beschäftigten wir uns auch mit Google Maps und führten z.B. Geosuchspiele durch, was bei den Schülern gut ankam und spannend war. 

IT-Schulung
IT-SCHULUNG

Was haben die Kinder an EDV-Wissen mitgenommen? Wo sahst du Potential bei den Kids?

Die Kinder erhielten Grundkenntnisse in Dateisystemen, Grafikverarbeitung, Wordprozessor und Nutzung des Internets. Besonders schwierig - aber natürlich sehr wichtig - war das Verstehen der Ordner - und Dateistruktur eines Computers und der Umgang damit. Viele der Schüler zeigten aber gutes Potential im Bereich Grafikdesign und gingen die Aufgaben sehr kreativ und produktiv an.

Wie war die Zusammenarbeit mit den Kindern?

Das Arbeiten mit den Kindern machte viel Spaß. Sie waren sehr interessiert und kooperativ. Die Schulung kam überhaupt sehr gut an, der Bedarf an einer derartigen Aktion war einfach schon lange vorhanden. Das zeigte sich auch in der großen Motivation, die bei den Schülern und Schülerinnen durchwegs spürbar war und nicht zuletzt auch zum Erfolg beitrug. Insofern verlief die Zusammenarbeit wirklich gut. Die Kreativität der Kinder hat mich sehr beeindruckt und war immer wieder überraschend für mich. Auch wenn es kaum Vorkenntnisse gab - manche Kinder saßen zum ersten Mal vor einem Computer, andere hatten rudimentäre Grundkenntnisse - die Endprodukte waren ausgezeichnet.

 

IT-Schulung

Wie war die Ausstattung des PC-Raumes?

Nun ja, die Ausstattung wäre noch ausbaufähig gewesen… v.a. im Vergleich zu vergleichbaren Schulungen hierzulande. Es gab zum Beispiel keinen Dozentencomputer mit einer Präsentierfunktion, d.h. einem Projektor oder einem großen Bildschirm zur Präsentation von Inhalten. 

In welchen zeitlichen Abständen ist eine Wiederholung / Weiterführung sinnvoll?

Ich fände eine Weiterführung in wöchentlichen Abständen sinnvoll. So hätten die Kinder wirklich die Chance ihr Kenntnisse zu festigen und in den verschiedenen Bereichen auf ein gutes Niveau zu kommen. Ein lokales Computer-Institut könnte das zum Beispiel übernehmen. Die Preise für einen Kurs inklusive Diplom sind bei sieben Kindern überschaubar und sicher eine gute Investition. Theoretisch wäre natürlich auch ein Computerkurs via Internet von Deutschland aus möglich. 

Eine optimale Voraussetzung für eine Schulung wäre generell, wenn jedem der Teilnehmer ein kleiner Laptop zur Verfügung gestellt werden könnte, zum Beispiel zu finden auf http://www.olpc.org oder einfach ein günstiges Netbook, das kostet in Deutschland neu weniger als 150 Euro. 

Gut wäre es natürlich auch, wenn die ortsansässigen Schulen solche Kurse anbieten könnten.

Ein riesengroßer Dank geht an Marcel - merci vielmals für dein ehrenamtliches Engagement!

1
Aug

Gesundheit-Trainings 2016 im HoGH – Es war mal wieder so weit!

Gesundheit ist das A und O! Wie schon im letzten Jahr waren heuer über vier Monate hinweg Krankenpflegeschülerinnen aus den Niederlanden im Zuge ihrer Ausbildung in Katutura und absolvierten ein Praktikum am Home of Good Hope. Die diesjährigen Gesundheits-Trainings hatten Erste Hilfe-Maßnahmen bzw. die Grundlagen zur Wundversorgung im Fokus. MitarbeiterInnen der Suppenküche wurden in eben diesen Themengebieten geschult, damit eine Erstversorgung in Zukunft auch selbstständig durchgeführt werden kann.

Gesundheit
Gesundheit

Die visuelle Gestaltung kam dank prägnanter Illustrationen, Lern-Poster, Zeichnungen und Folder auch nicht zu kurz. Diese dienen auch nach den Schulungen als Gedächtnisstütze: Das bereits Gelernte kann durch diese visuelle Zusammenfassung leicht abgerufen werden und hat somit einen ergänzenden Lernfaktor. Vielleicht klingen die besprochenen Themen im ersten Moment etwas zäh, aber dadurch, dass sie jeweils in einem theoretischen Teil aufgearbeitet, demonstriert und anschließend  im Team geübt wurden, waren die TeilnehmerInnen von Anfang bis zum Ende top motiviert und voll bei der Sache.

Zu folgenden Themenschwerpunkten wurden die MitarbeiterInnen des Home of Good Hopes geschult:

  • Was tun bei drohender Erstickung ? (u.a. Demonstration und Erklärung des Heimlich-Manövers)
  • Wie erfolgt die beste Wundversorgung (bei Infektionen, Splitter, anderen Objekten in der Wunde)?
  • Welche Grundausstattung wird für Erste Hilfe-Maßnahmen benötigt (sterile Geräte, Bandagen, …) ?

Gesundheit: check!

Außerdem wurde für Monica und ihre HelferInnen eine Checkliste vorbereitet, anhand derer sie alle 6 Monate überprüfen können, ob genug Erste Hilfe Materialien vorhanden sind.

Herzlichen Dank an Mashel und Tiffany und viel Erfolg für die weitere Ausbildung!

15
Jul

1 Firma, 7 Kisten und hunderte strahlende Kinderaugen

Über Wochen und Monate hat unser Partner camos in der ganzen Belegschaft gesammelt: Spielzeug, Kinderklamotten, Plüschtiere und vieles mehr. Es war ein Riiiiesenberg von Sachen, der irgendwo zwischen der Marketingabteilung und den anderen Büros immer mehr in die Höhe wuchs.

sammelaktion camos
camos
Sammelaktion camos

Am Ende waren es sieben große Kisten, die auf die lange Reise nach Namibia geschickt wurden. Bereits 10 Tage später sind die Hilfsgüter in Windhoek eingetroffen. Obwohl es vorher Bedenken gab, konnten Monica und Peacemaker sie ohne Probleme aus dem Zoll holen. Das Einzige, was die Damen und Herren des Zolls verlangten, war eine schriftliche Bestätigung, dass es sich ausschließlich um Hilfsgüter handelt. Wenn bloß alle administrativen Belange so leicht von der Hand gingen...

Und dann? Peacemaker wuchtete als Held des Tages die schweren Pakete auf die Ladefläche des Home of Good Hope Pickups. Vollbepackt gings dann weiter zur Suppenküche.

Die Freude beim Auspacken war riesengroß. Ganz offensichtlich hatte die Belegschaft von camos ein gutes Händchen beim Sammeln. Alle Spielsachen, alle T-Shirts, Hosen und Kleidchen haben neue Besitzer gefunden. Und wie stolz die Kids auf ihre neuen Sachen sind – ganz offensichtlich mündete das Ganze auch in eine Mini-Modenschau inklusive Bikinipräsentation.

Vielen Dank an alle camosianer, die sich an dieser tollen Aktion beteiligt haben!

26
Jan

Wie das Leben so spielt…

Wer kennt das nicht – man sitzt jahrelang in der Schule nebeneinander, ärgert gemeinsam diverse Lehrer, geht auf Parties und zu Faschingsfeiern... Nach der Schule kommt das Studium in verschiedenen Städten, jeder hat unterschiedliche Berufe, neue Freunde, da eine Hochzeit, dort Nachwuchs. Man verliert sich aus den Augen. Schade.

Ehe man sich versieht, läuft man sich mehr oder weniger zufällig wieder über den Weg. Etwa 25 Jahre später. Man hat sich früher gut verstanden, das ist heute nicht anders. Man kommt ins Gespräch, freut sich über Gemeinsamkeiten und wundert sich über (neue?) Unterschiede.

Die eine, Andy, lebt heute in Regensburg und hat einen Verein gegründet. Die andere, Susi, lebt in Leipheim, arbeitet in einer Physiotherapiepraxis, managt ihre Familie und findet trotz allem Zeit, mit einer Handvoll Leute kräftig die Jugendarbeit der Pfarrei aufzumischen.

So kommt eins zum anderen – die Leipheimer Jugendlichen sind auf der Suche nach einem neuen Projekt, das sie mit ihren Verkaufsaktionen unterstützen können. Susi weiß einen Verein, der bei diesem Problem helfen könnte... samt einer Website, wo man sich sogar aussuchen kann, welches Projekt am besten passt....

Besucher des Christindlmarkts in Leipheim.
Unterhaltung auch für die Kleinen.
Zubereitung des Glühpunsches.

Jedes Jahr im Dezember findet im Leipheimer Schloss ein wunderschöner Christkindlmarkt von Kindern für Kinder statt. Die Jugendlichen der Pfarrei St. Paulus haben dort jedes Jahr einen Stand, wo es Glühpunsch gibt, der in einem riesigen Topf mit frischen Früchten und Gewürzen zusammengebraut wird. Für die Erwachsenen nach Belieben auch mit Schuss. Außerdem kann man dort die beliebten traditionellen schwäbischen Krautschupfnudeln bekommen. Ganz offensichtlich sind Glühpunsch und Schupfnudeln in Leipheim der absolute Renner! Unter’m Strich haben die Jugendlichen 700.- € Gewinn erwirtschaftet!!!! Damit kaufen sie 700 Kilometer vom Radlpeter für das Home of Good Hope!

Vielen Dank an die Leipheimer Jugendlichen der Pfarrei St. Paulus und an Susi für diese Spende, die unser Jahr gleich richtig toll beginnen lässt!

30
Okt

Kunst zu(m) Leben

Ben Möllers, jährlich aktiv für das Projekt Home of Good Hope im Rahmen der Veranstaltung "Kunst zu(m) Leben", hat uns einen kurzen Überblick über das diesjährige Event gegeben:

 

 
Auch in diesem Jahr hieß es wieder Kunst zu(m) Leben. Unter dem Motto "Neugierde, Mut, Entdeckergeist" wurden einem bunt gemischten Publikum viele interessante Kunstwerke von Künstlern aus allen Bereichen präsentiert. Wie auch in den vergangenen Jahren wurde bereits auf den Einladungen und in den Pressemitteilungen darauf hingewiesen, dass der Erlös dem Home of Good Hope in Namibia zu Gute kommen soll. Dies, das gute Wetter, die großartigen Kunstwerke und Ihre Künstler haben viele neue und einige alte Bekannte angelockt. Ich konnte aus privaten Gründen leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen und konnte das HogH somit nicht persönlich präsentieren. Dieser Umstand hat das Publikum jedoch nicht vom Spenden abgehalten. Ich freue mich, dass die Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder einen kleinen Teil zum weiteren Fortbestand des Projektes beitragen konnte.

An dieser Stelle allen Beteiligten nochmals ein großes Dankeschön und hoffentlich bis nächstes Jahr!

...
 
 

 
22
Sep

Und was sagt Eileen zu ihrer Auszeichnung?

Nachricht von Eileen...

Vielen Dank.  Ich wurde von Anne Davis, einer international bekannten Krankenschwester nominiert. Ich hatte sie vor einigen Jahren bei einer Konferenz in Jordanien kennengelernt und seither verfolgte sie unsere Arbeit im Home of Good Hope mit. Ich wusste ein Jahr vorab, dass ich nominiert worden war, doch ich hatte niemals damit gerechnet, dass ich für den Preis ausgewählt würde. Zwei von uns erhielten den Preis. William Pooley und ich selbst- er war die erste Person, die sich in Sierra Leone mit Ebola infiziert hatte. Er war nach England ausgeflogen worden, überlebte und ging direkt wieder zurück, um sich in Sierra Leone weiter gegen Ebola einzusetzen. Er traf auch mit der Queen von England zusammen, um von ihr honoriert zu werden.
Ich hatte eine Dankesrede verfasst,  sprach dann aber aus dem Stegreif. Es begann ungefähr so:

Ich bedanke mich vielmals. Es ist eine Ehre, solch einen Preis zu bekommen. Es sollten eigentlich viele Andere mit mir hier stehen,  da ich sehr viel Hilfe und Ermutigung erhalten habe, um an diesen Platz zu kommen. Monica Imanga sollte hier sein, da sie die tragende Säule des Home of Good Hope und Mutter von 535 Kindern ist; ebenso unsere europäischen Partner und unser Unterstützungsteam in Namibia, die der Suppenküche vieles ermöglichen.

Eileen Greene
18
Sep

HoGH-And the winner is…

Vor wenigen Wochen erreichte uns die Neuigkeit aller Neuigkeiten. Eileen Greene, Präsidentin unseres kanadischen Partnervereins für das Home of Good Hope Projekt, wurde von Dr. Anne Davis nicht nur für den Human Rights and Nursing Award nominiert; nein, sie nahm diese Auszeichnung mitte August sogar mit nach Hause!

Hier die aus dem Englischen übersetzte Ansprache von Dr. Anne Davis:

 

Eileen Greene

Eileen ist derzeit Lehrerin für Krankenpflege und außerordentliche Professorin an der University of Victoria in Victoria, British Columbia, Kanada. 2004 begleitete sie ein internationales Team inklusive eines AIDS-Forschungs-Spezialisten nach Namibia, Afrika, wo sie aus erster Hand die AIDS-Krise und die Herausforderungen, denen das Land gegenübersteht, beobachten konnte.

2007 führte Eileen ihre erste Gruppe KrankenpflegeschülerInnen des Camosun College aus Victoria, British Columbia, nach Namibia zur Sammlung interkultureller Erfahrungen und für die Möglichkeit in einem anspruchsvollen innerstädtischen 850-Betten Krankenhaus arbeiten zu können. Im Katutura Krankenhaus in Windhoek Namibia zu arbeiten inspirierte und entmutigte sie zur gleichen Zeit. Dort traf Eileen Maria, ein 16-jähriges mit AIDS infiziertes Mädchen und ihre Mutter Monica. Gemeinsam versuchten sie Maria zu pflegen, die tragischerweise an einer Krankheit starb, die durch Bildung eventuell verhindert hätte werden können.

In Erinnerung an Maria gründeten Eileen und Monica das “Home of Good Hope”, eine Suppenküche mit Kindern aus der verarmten dunkelhäutigen Gemeinde Katuturas als Zielgruppe. Die Menschen dort leben in Wellblechhütten ohne den Komfort von fließendem Wasser, Elektrizität oder Toiletten. Zu ihrer Gründungszeit 2007 ernährte die Suppenküche schätzungsweise 40 Kinder; heute zählen 535 Kinder darauf, dass das “Home of Good Hope” ihr grundlegendes Überleben sichert.

Eileen versucht in Victoria an Finanzierungen zu kommen und Spenden aufzutreiben. Jährlich reist sie für 6 Wochen nach Namibia, um kanadischen KrankenpflegeschülerInnen die Praxiseinblicke zu geben und um gleichzeitig aktiv die namibische Regierung und lokale Führungspersonen zu mehr Unterstützung für das Projekt anzuregen. Das “Home of Good Hope” ist eine non-profit-Organisation, in Victoria und Namibia registriert, mit einem Vorstandsgremium, das den jeweiligen Regierungen rechenschaftspflichtig ist. Es wurden starke Bande mit europäischen Partnern geknüpft, die wertvolle und willkommene Unterstützung bieten.

Unter der Leitung von Eileen wurde das “Home of Good Hope” vor Kurzem von der namibischen Regierung als HIV/AIDS-Organisation registriert, ein wichtiger Schritt, da diesen Organisationen Priorität gegeben wird.

Das “Home of Good Hope” wirkt in einem kleinen Gebäude auf geborgtem Land, wo die Kinder sich praktisch am Straßenrand zusammendrängen müssen. Es ist schwierig für Monica genug Essen in ihrer winzigen, schlecht ausgerüsteten Küche zu kochen und dann per lokalem Taxi zum Ort, an dem die Kinder verpflegt werden, zu transportieren. Das momentane Ziel ist es also den Grund zu kaufen und dann ein permanentes Gebäude mit einer großen Küche, zwei großen Klassenräumen und einer Wohnmöglichkeit für Monica zu errichten.

Die Suppenküche bietet im Moment zusätzlich zur Ausspeisung auch Bildungsmöglichkeiten. Die Hoffnung besteht, dass die Bildung der Kinder dabei hilft diese Gemeinde aus der Armut zu befreien. Für SchülerInnen, die für ein Praktikum von Übersee nach Namibia kommen dient die Ausbildung dazu, Wissen über und Sensibiltät für fremde Kulturen und ihr politisches, soziales und nationales Umfeld zu generieren. Dadurch entwickeln SchülerInnen ihre Einschätzung und Bewertung von Gesundheit weiter und verbessern gleichzeitig das mentale und physische Wohlbefinden der Kinder. Während sie ihr Verständnis der Millenniums Entwicklungsziele der WHO aktualisieren, spielen die StudentInnen mit den Kindern und ernähren und führen sie. Sie lernen mit sehr begrenzten Ressourcen, Sprachbarrieren und schlechten Prognosen umzugehen, während sie ein höheres Level an kritischer Analyse und Befragung sowie ein tieferes Verständnis für die Bedeutung von “Menschenrechten” erreichen.

Eileen ist zurückhaltend und bescheiden was ihre Beteiligung am Projekt betrifft; für sie geht es nur um die Kinder. Sie erwartet die Genehmigung einer karitativen Organisation in Kanada den Grund in Katutura kaufen zu können, um das neue “Home of Good Hope” zu bauen, ein Traum an dem sie seit 7 Jahren arbeitet!

Ihr Traum ist es letztendlich, dass sich das Home of Good Hope zu einer selbsterhaltenden Organisation entwickelt, welche von der Freiwilligenarbeit durch jene Personen lebt, die selbst vom Projekt profitieren.

Dr. Anne Davis

15
Sep

Ein Koffer fürs Home of Good Hope

Die Welt bringt uns immer wieder zum Stauen. So auch Mitte August. Da geht man nichtsahnend mit dem Wohnmobil auf Reisen in die Slowakei, nach Polen und Tschechien. Man will sich einfach mal ausklinken aus dem medialen Zirkus. Vier Wochen abtauchen, das war der Plan. Der Internetjunkie in mir hält das natürlich nur bedingt vier Wochen durch – gut so! DENN: da war diese Email von einer Familie aus Süddeutschland, die Ende August nach Namibia fliegen wollte und einen ganzen KOFFER voller Spielzeug und Klamotten für das „Home of Good Hope“ bereits gepackt im Wohnzimmer stehen hatte! Also schnell den Kontakt zu Peacemaker in Windhoek und zu Barbara hergestellt und dem ganzen seinen Lauf gelassen! Es hat funktioniert – der Koffer ist gut am Zielort angekommen. Die Kleider und Spielsachen haben alle bereits einen neuen Besitzer gefunden!

An dieser Stelle vielen Dank an Familie Kiener für diese wundervolle Idee samt Umsetzung!

26
Jun

HoGH & Health

Die Wochen der Gesundheit in der Suppenküche (HoGH & Health)

Unser Plan, den angestrebten Gesundheitsfonds noch dieses Jahr umzusetzen, hätte nicht besser verlaufen können. Wie der Zufall es wollte, waren vier junge Holländerinnen im Rahmen ihrer Krankenschwesternausbildung für vier Monate als Praktikantinnen im Katutura State Hospital tätig.

Aufmerksam wurden sie auf das Projekt Home of Good Hope durch Maria, die im Vorstand des holländischen Vereins zur Unterstützung der Suppenküche tätig ist und vor ihrem Aufenthalt in Namibia (März 2015) über unser Vorhaben informiert worden war.

Michelle, Maud, Bibi und Manon waren sofort Feuer und Flamme, als sie hörten, dass wir jemanden suchten, der im Home of Good Hope Fortbildungen im Bereich Gesundheitserziehung durchführen könnte. Die vier gingen sogar noch einen Schritt weiter und fragten an ihrer Schule an, ob sie dieses mehrwöchige Vorhaben als Projektarbeit gelten lassen dürften. Kaum war dies genehmigt, legten sie so richtig los: es wurde ein 13-seitiger Projektplan erstellt, die einzelnen Inhalte für die Schulungen erarbeitet, dazu passende Materialien überlegt und gekauft. Dafür haben wir EUR 500.- aus unserem Gesundheitsfonds bereit gestellt.SAM_0620_web

Zu welchen Themen wurden die Kids (und interessierte Erwachsene) nun geschult?

Folgende Trainings wurden je nach Altersgruppe kindergerecht und pädagogisch aufgearbeitet durchgeführt:

  • richtige Ernährung (alle Kinder)
  • Handhygiene (alle Kinder)
  • Zahnhygiene (alle Kinder)
  • Wundversorgung (ab 11 Jahren)
  • sexuell übertragbare Krankheiten (ab 12 Jahren)

Bunte Poster, Plakate, Broschüren und Spiele machten die einzelnen Projekttage für die Kids zu einem offensichtlich großen Erlebnis. Das Lernen ging da ganz schnell und fast nebenbei – und bleibt obendrein im Gedächtnis, wie im Nachhinein organisierte Gesundheitsquiz belegen.

Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kauft nicht unbedingt die gesündesten Lebensmittel (weil teurer) und muss vielleicht auch bei Seife, Zahnbürsten und Zahnpasta sparen.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an die Firma Colgate in Namibia, die uns mit Zahnbürsten und Zahnpasta für ALLE Kinder versorgt hat!

Aber gerade Utensilien für die wichtige Handhygiene vor dem Essen (in vielen Familien wird mit der Hand gegessen) sind relativ erschwinglich – denn mit Kernseife und einer günstigen Bürste ist schon viel erreicht!

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Selbst bei dem doch recht heiklen Thema „sexuell übertragbaren Krankheiten“ gab es laut den angehenden Krankenschwestern weder Gekicher noch blöde Witze, als das Überziehen von Kondomen mit einem Plastikpenis geübt wurde. Die Sache wurde von allen Altersgruppen sehr ernst genommen.

In Namibia ist die HIV-Rate unter anderen auch deswegen so hoch, weil sexuell übertragbare Krankheiten generell in vielen Familien und auch in Schulen tabuisiert werden.

Immer wieder kommen Kinder mit bösen Verbrennungen, Abschürfungen oder eingetretenen Glasscherben in die Suppenküche. Wenn man erkennt, was in solchen Situationen zu tun ist, was man selbst mit einem Pflaster machen kann bzw. wann ärztliche Hilfe unumgänglich ist, dann ist schon viel geholfen.

Eine tolle Arbeit wurde hier geleistet! Ein herzliches Dankeschön an  Michelle, Maud, Bibi und Manon, die diese Wochen der Gesundheit im Home of Good Hope ermöglicht und durchgeführt haben!

Abschließend noch ein paar Eindrücke:

25
Mai

Zeugnisse und mehr…

Zeugnisse – klar, die gibt’s auch in Afrika. Ebenso die Schrecksekunden (oder gar Minuten) beim Studieren der Zeugnisse,… genauso wie hier….

Mathe, Physik, Wirtschaft– wer hat denn bitte da nicht selbst in der Schule gelitten? Bei uns (d.h. den Autoren dieses Textes) ist dieses Leiden zumindest noch sehr präsent. Genauso präsent wie alle Versuche der Eltern Abhilfe zu schaffen… mit Nachhilfe.

Genau das versuchen wir nun auch in Namibia – natürlich mit dem Einverständnis der Eltern „unserer“ Schulkinder in der weiterführenden Schule. Diesen gehts nämlich genauso wie vielen von uns früher auch: schlechte Pure-mathematics-formulæ-blackboard_webNoten in Mathe, null Verständnis in Physik und keine Ahnung von Wirtschaft… also her mit dem Nachhilfelehrer!

Doch in Afrika ist das nicht so leicht wie bei uns. Mal kurz den Vater fragen, wie denn das so ist mit der Relatitvätstheorie? Was ist, wenn die Eltern bereits verstorben sind? Schnell den Onkel fragen? Wieviele Personen hatten im Township Katutura schon die Möglichkeit eine formale Bildung zu genießen, um Jugendliche in einer weiterführenden Schule unterrichten zu können? Oder wieviele Nachhhilfeinstitute gibt es dort? Eben.

Peacemaker, Sohn von Monica und Mann für alle Fälle im Home of Good Hope, hat sich mal wieder selbst übertroffen: einen ganz besonders guten Ruf hatte einmal das Schulsystem von Simbabwe (bevor Robert Mugabe sein Land ruinierte) und somit natürlich diejenigen, die dieses Schulsystem durchlaufen haben!

… und solch einen Mann aus Simbabwe hat Peacemaker für uns ausfindig gemacht – das ist alles andere als preiswert, aber eine angefangene Ausbildung abbrechen zu müssen, kommt langfristig gesehen noch teurer. Dafür werden die Kids auch jeden Nachmittag mit dem Lehrer pauken, damit sich das Ergebnis sehen lassen kann!

Wir hoffen das Beste… und natürlich werden wir über die Fortschritte berichten!

To be continued…