News Archives - Seite 2 von 8 - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
16
Jan

Abschluss des Projekts in Kikwit

Einigen von euch wird es sicherlich schon aufgefallen sein, dass sich auf unserer Homepage etwas geändert hat. Seit kurzem unterstützt Friends 4 Friends nur noch zwei Projekte -  "Kampala Straßenkids" in Uganda und das "Home of Good Hope" in Namibia. 

Seit Kurzem ist am Krankenhausbau von Kikwit eine große internationale Hilfsorganisation involviert. Aus diesem Grunde hat unsere Vorstandsschaft beschlossen, unsere Hilfe mit dem Abschluss des Baus der drei Krankenhausbauten auslaufen zu lassen. Unsere finanzielle Unterstützung vor allem in der Anfangszeit der Baumaßnahmen von großer Wichtigkeit – jetzt übernehmen andere. Es geht nunmehr um den Bau des Ärztehauses, in dem nach Fertigstellung Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger wohnen sollen. Eine große Organisation hat auch deutlich mehr finanzielle Mittel für kostspielige Geräte, die noch benötigt werden: Röntgengeräte, Brutkästen, Labor für tropische Krankheiten, etc.
Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung und hoffen, dass der Bau nun zügig voran kommt!
Abschluss Kikwit

Vincent und alle Patienten bedanken sich für Ihre Unterstützung in den Anfangsjahren des neuen Krankenhauses!

Schulungen
8
Jan

HoGH: Die IT-Schulungen gehen weiter & weiter…

IT-Schulungen stehen seit dem letzten Sommer ganz hoch im Kurs bei den Schulkids aus dem Home of Good Hope. Bei den engagierten Volontären ist es auch kein Wunder, dass diese Trainings super verlaufen und die Kinder nicht genug bekommen. Ihr Wissensdurst in Sachen Computerfachwissen wurde auf jeden Fall bis Ende 2016 so gut wie möglich gestillt. Die Schulungen sollen aber zukünftig auch weiterhin einmal pro Monat in Katutura stattfinden. Für 2017 ist also einiges geplant!

Zuvor aber gibt es hier den Bericht von Alina, die von ihrem aller ersten IT-Kurs erzählt und auch alle weiteren Schulungen bis Dezember 2016 organisiert und durchgeführt hat!

Am Samstag, den 22.10.16 war es endlich soweit und mein erstes Training konnte beginnen! Es trudelten gegen 10 Uhr insgesamt neun Schülerinnen und Schüler im "Community College" in Katutura ein, um den Vormittag mit mir zu verbringen. "Computern" stand auf unserem Programm. Einige von ihnen waren schon öfter hier, während es für andere eine Premiere und somit eine ganz neue und spannende Erfahrung war. Da es auch meine allererste Schulung mit ihnen war,

 

Schulungen
Schulungen

starteten wir mit einer kleinen Vorstellungsrunde und wir verrieten einander Namen, Alter und Hobbies. Mir war es außerdem ein Anliegen, zu erfahren, was meinen Teilnehmern in den letzten Schulungen am meisten Spaß gemacht hat. Als klarer Favorit kristallisierte sich das Schreiben auf der Tastatur heraus, gefolgt von jeglicher Möglichkeit, sich bei Word mit Schriftarten, Farben, Formen und Symbolen auszutoben. Wer macht das nicht gerne?

Schulungen

Begonnen wurde unser Training schließlich mit einer kleinen Wiederholung bzw. Einführung bezüglich Ordnersystemen. Unterstützt wurde ich dabei von jenen Kiddies, die bereits Vorkenntnisse mitgebracht hatten, und emsig erarbeiteten wir uns gemeinsam ein einheitliches Niveau.

Während die Neuankömmlinge mit meiner Hilfe begeistert ihren ersten eigenen E-Mail-Account erstellen durften, öffnete der Rest der Gruppe ihre bereits existenten Postfächer. Als sie die Email von „Friends 4 Friends“ entdeckten, staunten sie nicht schlecht und waren völlig begeistert. Voller Freude antworteten sie auf Andreas Mail und schickten sich auch untereinander kleine Nachrichten.

Dann kamen wir zum Hauptteil des Kurses, dem Verfassen von Bewerbungsanschreiben. Mit Hilfe eines Plakats erarbeiteten wir uns Aufbau, Satzstellungen und die wichtigsten Aspekte für ein gelungenes Anschreiben. Es war fast wie bei einem Bewerbertraining der Agentur für Arbeit. Als wir damit fertig waren, folgte eine kurze Verschnaufpause mit leckeren Sandwiches und Getränken, danach war natürlich auch etwas Zeit, sich gegenseitig elektronische Briefchen zu senden. Sie hatten so viel Spaß damit! Die neu gewonnene Energie wurde allerdings auch kreativ für's Verfassen von Bewerbungsanschreiben eingesetzt und es folgten Bewerbungen als Ärzte, Elektriker und Geschäftsfrauen und –männer. Gegen 15 Uhr waren dann fast alle mit ihrer Arbeit fertig und wir belohnten uns mit einem wohlverdienten Stückchen Schokolade.

Zufrieden und mit dem Gefühl, wieder etwas gelernt zu haben, beendeten wir unseren Tag im "Community College". Baadaye – bis zum nächsten Mal!

Schulungen
6
Jan

Neujahrsgrüsse & Dankesworte aus East-Africa

Zum Neuen Jahr wünscht man sich hierzulande einen guten Rutsch und überhäuft alles, was einem lieb ist mit den besten Neujahrsgrüßen und -wünschen. In Uganda ist das nicht viel anders, und so schickte uns Rhona vor wenigen Tagen eine nette Nachricht, die wir an unsere Leser natürlich gerne weitergeben:

Liebe Partner und Freunde,

im Namen der Pfarrei “New Jerusalem Needy People” möchte ich die Möglichkeit nutzen, euch allen für eure Unterstützung im letzten Jahr zu danken. Mit eurer finanziellen Hilfe haben wir es geschafft, nahezu 30.000 Mahlzeiten in der Küche und im Heim auszugeben. Fast 50 unterprivilegierten Kindern konnten wir eine problemlose Schulzeit ermöglichen. Circa 30 Kinder bekamen eine angemessene Unterkunft in unserem Heim. Mehrere Personen konnten medizinisch behandelt werden; allen voran Shemei, der erfolgreich operiert wurde. Auch Sonko Ivan konnte im Krankenhaus erfolgreich behandelt werden und erholte sich wieder.

Des Weiteren haben wir ein Zelt bekommen, um uns während der Messe vor Sonne und Regen zu schützen. Vielen, vielen Dank für all eure Unterstützung. Ohne sie wäre es uns nicht möglich gewesen, all das zu erreichen. Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches, glückliches, gesundes Neues Jahr!

Ein spezieller Dank geht an Robinah Leykauf, Irmi, Thomas und alle Mitglieder von fokus leben e.V.; Andrea, Barbara und alle Mitglieder von Friends 4 Friends e.V.; all unsere Partner, Freunde und Sponsoren.

Mit lieben Grüßen aus Kampala von

Rhona.M.Musaazi.  Pastor/Direktor, Pfarre “New Jerusalem.N.P.”

 

Neujahrsgrüße von Rhona

Neujahrsgrüße und Dankesworte kommen noch besser an, wenn sie per Videobotschaft übertragen werden. And here we go:

Straßenkinderprojekt
11
Dez

10 Jahre Strassenkinderprojekt, Teil 2

Happy Birthday!

Das Straßenkinderprojekt feiert und wir waren live dabei!

Barbara ist mittlerweile schon in Nairobi (Kenia), aber den zweiten Teil ihres Erlebnisberichts  von der Jubiläumsfeier im Straßenkinderprojekt in Kampala möchten wir euch trotzdem nicht vorenthalten.

Samstag, 29.10. 2016, 11:50 Uhr:

Moses manövriert sein angeschlagenes Auto über die kaputten und mit Löchern gespickten Pisten im Kisenyi Slum. Man merkt direkt, wie groß der Respekt der Bewohner ihm gegenüber ist. Als Pastor und als Ehemann der Projektleiterin Rhona hat er einen sehr hohen Stellenwert in dieser Gemeinde. Alle an mir vorbeihuschenden Personen sind sehr freundlich und aufgeschlossen, kennen keine Berührungsängste und begrüßen mich mit Handschlägen und High-Five Gesten.

Kisenyi Slum, KampalaDer Weg zur Kirche ist beschwerlich. Mehr als beschwerlich. Schwindlige Holzbretter, die auch schon bessere Tage hatten, dienen als Brücke über tiefe Gräben, in denen grau-grünes, stinkendes Gewässer fließt. Bei jedem Schritt muss man aufpassen, dass man nicht im nächsten Loch versinkt. Geschicklich- und Wendigkeit sind von Vorteil. Manchmal verlaufen die einzig begehbaren Wege so eng an den kleinen Hütten, dass man kaum alleine auf dem Pfad Platz hat und das Gefühl hat, gleich in der Pfütze zu landen.

Die Feierlichkeiten (sprich: die Messe) haben schon begonnen als wir in die kleine, von einem Plastikdach überzogene und übervolle Kirche eintreten. Rhona ist in ihrem Element auf der Bühne und ehe ich es mich versehe, bekomme ich dort einen Ehrenplatz zugewiesen. Einen besseren Überblick über das Geschehen gibt es nicht. Die gesamte Zeremonie ist in Luganda, eine SpracheStraßenkinderprojekt, bei der ich kein einziges Wort auch nur ansatzweise verstehe; ich bin zu 100% auf Moses Übersetzungskünste angewiesen. Dieser sitzt neben mir und gibt sein Bestes! Bei dem von Rhona vorgegebenen Tempo, der überlauten Musik, einem Mischpult, welches das eine oder andere Mal verzückte Töne von sich gibt und einem Raum voller Rauch aus der Küche, wo auf Kohlen das Mittagessen zubereitet wird, ist so ein Übersetzungsjob nicht gerade der Leichteste. Moses hatte immer dann eine Verschnaufpause, wenn ich am fotografieren oder auf der Bühne eine Performance war. Langweilig wird es bei solchen Events soundso nie, es gibt immer viel zu sehen und zu staunen.

Abgesehen von der Powerpoint-Präsentation, die auf ein an der Wand befestigtes weißes Spanntuch projiziert wurde und die zehnjährige Geschichte des Projekts erzählte, gaben Theatergruppen mit Kindern, Chöre, Tänzer und Sänger ihre Talente zum Besten. Bei einem solchen Rückblick darf auch unser Dr. Clemens nicht fehlen, der von Rhona ganz besonders hervorgehoben wird.

 

14:30 Uhr: Lunch time!

Die größte Überraschung war wohl für alle, dass Rhonas Cousine Robinah extra aus Deutschland eingeflogen ist, um bei der Feier ihres Projekts live dabei zu sein.Straßenkinderprojekt Die Gelegenheit kann man sich natürlich nicht entgehen lassen und so quatschen wir bei Matooke, Reis, Fleisch und Bohnensauce wortwörtlich über Gott und die Welt. Das Essen schmeckte super, leider war meine Portion so groß, dass ich sie unmöglich aufessen konnte. Moses meint nur: „Kein Problem, das geben wir einem Kind, das freut sich darüber. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.“ Und schwupps, war der Plastikteller schon in den Händen eines kleinen Mädchens.

Der zweite Teil der Zeremonie befasst sich mit den Erfolgsgeschichten, von denen es doch einige zu erzählen gibt. Dazu waren alle Ehemaligen, die den Sprung von der Straße in ein geregeltes Leben geschafft haben, eingeladen. Die Power-Point Präsentation zeigt Fotos von ihnen, als sie gerade ins Heim kamen. Das Lachen im Publikum ist groß und wird noch tobender, als sich diese Kinder aus der Menge erheben. In 10 Jahren tut sich halt viel. Buben werden zu Männern und Mädchen werden zu Frauen. Manch einer von diesen ehemaligen Straßenkindern trägt seine persönliche Geschichte vor. Sehr emotionsgeladen sind diese, der eine und andere kann die Tränen nicht zurückhaltenStraßenkinderprojektStraßenkinderprojekt.

Nach gemeinsamen Gebeten mit Rhona und Robinah kommen noch „unsere Schulkids“ zu mir, es gibt ein gemeinsames Gruppenfoto, es wird gelacht, gequatscht und beschlossen, dass man sich in sieben Tagen wieder sieht. Was für ein netter Abschluss von einem so aufregenden Tag.

 

18:30Straßenkinderprojekt Uhr: Aufbruchstimmung

Hastig werden sämtliche Materialien zusammen gepackt, Kartons transportiert, Mischpult abgebaut. Wenn alle zusammen helfen, geht sowas schnell! Ab zum Auto, 10 Leute gehen immer rein. Mit vielen Bildern und Eindrücken im Kopf und Dreck auf meiner weißen Haut, genieße ich die Fahrt durch die geschäftige Großstadt Richtung Unterkunft in Kabalagala. What a wonderful day!

 

Volunteers Home of Good Hope
30
Nov

Sommer-Volunteers im HoGH, Teil II

Noch mehr Fragen an unsere Volunteers

6. Wie war die Zusammenarbeit mit Monica und/oder Peacemaker? Wie habt ihr euch verstanden und bei was hast du mitgeholfen?

Die Zusammenarbeit hat sehr gut geklappt. Die beiden waren - wie bereits erwähnt - sehr hilfsbereit bei Fragen jeglicher Art. Unsere Arbeitstage hatten eigentlich immer denselben Ablauf. Wenn wir morgens in Katutura ankamen, haben wir zuerst mit den etwa 2-8-Jährigen gespielt. In der Früh kommen nämlich meistens die 30-40 gleichen Kinder und Kleinkinder, mit denen wir dann Bewegungs- und Lernspiele gemacht haben - vom Slacklinen, über englische Frage-Antwort-Spiele mit Ball bis Memory. Wir haben auch viel gesungen und, ganz wichtig: gekuschelt mit den Kleinen. Das war eigentlich immer mein persönliches Tages-Highlight.

Wenn dann das Essen kam, war es unsere Aufgabe als Volunteers bei der Essensausgabe zu helfen, Saft auszuschenken oder Früchte zu schneiden. Eigentlich war danach noch angedacht, eine Hausaufgabenunterstützung anzubieten, das hat aber leider überhaupt nicht geklappt. Die Suppenküche selbst besteht bis jetzt (Umzug ist glücklicherweise schon geplant) nämlich nur aus einer Hütte, weswegen die Kinder nach dem Essen nachhause geschickt werden. Ich habe ein paar mal mit Schildern oder Tafelanschrieben oder direktem Kontakt versucht, die Kinder auf das Angebot aufmerksam zu machen, aber es waren jeden Tag andere in der Suppenküche und einfach viel zu viele, als dass man es ihnen mehrmals sagen hätte können.

Mein Freund Florian hat noch die Fußballmannschaft trainiert und war auch bei einem Spiel dabei. Peacemaker, der die Jungs normalerweise trainiert, hatte ihm einfach für die Zeit das Team "überlassen" und hat Florian somit auf jeden Fall großes Vertrauen entgegen gebracht.

Außerdem haben wir ein eintägiges IT-Training vorbereitet und durchgeführt, das zweite am darauffolgenden Samstag habe ich alleine gemacht.

7. Was war für euch Volunteers unvergesslich oder besonders beeindruckend?

Dass sich ein paar Kinder sofort meinen Namen gemerkt haben. Das fand' ich so schön, weil ich leider so viele Namen gehört habe, dass ich mir nur wenige davon gemerkt habe. Aber wenn ein Kind mich mit "Hi Mareen" begrüßt hat, musste ich es natürlich sofort auf den Arm nehmen - die Kleinen hatten schon ihre Tricks. 🙂

8. Wenn du einem Bekannten von deiner Reise erzählst, was fällt dir da als Erstes ein?

Es gibt KEINE Vegetarier, hier wird sooo viel Fleisch gegessen, das hat mich nachdenklich gestimmt. Obwohl ich natürlich auch alles Mögliche probiert habe 😉

Spaß beiseite, ich habe zuallererst von den süßen Kids, besonders meinem kleinen Liebling "Quinn" erzählt und von all den tollen Tieren, die ich auf Safari gesehen habe - Elefanten, Giraffen, Löwen, Zebras, Oryx, Springböcke, Gnus und so weiter ...

Volunteers Home of Good Hope
Volunteers Home of Good Hope
Volunteers Home of Good Hope

9. Wohin führte euch die Reise?

An den Wochenenden und auch einmal unter der Woche waren wir unterwegs, um etwas von dem riesigen Land zu sehen. Einmal waren wir in Swakopmund an der Atlantikküste, einer Stadt aus der deutschen Kolonialzeit (keineswegs deutsch, auch wenn das alle Afrikaner behaupten). Die dreitägige Safari durch den Etosha Nationalpark im Norden Namibias war auch sehr besonders: All die wilden Tiere auf wenige Meter Entfernung beobachten zu können, war ein einmaliges Erlebnis. Mein persönliches Highlight war Sossusvlei, die roten Dünen etwa fünf Autostunden südlich von Windhuk. Allein die Fahrt dorthin mit dem gemieteten Polo über die Sand-Stein-Piste, die die offizielle Straße darstellen sollte, war ein Abenteuer.

... to be continued...

Straßenkinderprojekt Happy Birthday
13
Nov

10 Jahre Strassenkinderprojekt, Teil 1

Happy Birthday!

Das Straßenkinderprojekt feiert und wir waren live dabei!

Barbara ist derzeit in Kampala, u.a. um das Projekt zu besuchen und Zukunftspläne gemeinsam mit Rhona und Moses zu schmieden.

Et voilà Teil 1 ihres Erlebnisberichts.

Samstag, 29.10. 2016, 08:00 Uhr:

Der Wecker klingelt, draußen gießt es in Strömen, mein Blick wandert zu dem verkitteten Loch im Dach direkt über mir, wo noch vor wenigen Stunden der Regen auf ein Gesicht getröpfelt hat. Die schwarze Dichtungsmasse, die der Hauswart deswegen draufgepappt hat, scheint zu halten. Der Tag kann also beginnen.

8:03 Uhr:

Der Flugzeugmodus beim Handy wird deaktiviert und schon vibriert das Ding, ein Anruf kommt rein. Moses will sichergehen, dass er mich um 10:00 Uhr von meiner Unterkunft im Stadtteil Kabalagala abholen kann. "Private taxi" sozusagen. Innerlich stelle ich mich also auf 11:00 Uhr ein - wenn ich etwas in Afrika gelernt habe, dann das: Zeit spielt keine Rolle. Bleiben umso mehr Minuten, um mich und meine Kameraausrüstung auf den großen Tag in der Pentecostal Church im Kisenyi Slum vorzubereiten. Rhona und Moses haben tagelang Vorbereitungen getroffen, um das zehnjährige Bestehen der Kirche und des Straßenkinderprojekts gebührend mit der Gemeinde zu feiern. Einen großen Auftrag vom gesamten Vereinsvorstand Friends 4 Friends e.V. habe ich auch bekommen: Möglichst viele bewegende Momente gestochen scharf zu dokumentieren.

Straßenkinderprojekt Happy Birthday
Straßenkinderprojekt Happy Birthday

11:17 Uhr:

Ganz falsch lag ich ja nicht mit der Zeitangabe. Ein bisschen habe ich mich dem African Lifestyle schon angepasst.

Moses steigt grinsend und mit offenen Armen aus dem Auto. Die Begrüßung ist eine afrikanische, sie kommt von ganzem Herzen und es ist für mich, als ob es unser 20. Wiedersehen wäre. Dabei ist es unser erstes Treffen, wir haben immer nur schriftlich kommuniziert.

Die Fahrt geht los. Mitten durch das mit Matatus (Minibus-Taxis) und Boda-Bodas (Motorrad-Taxis) überfüllte und stickige Kampala, damit ich auch gleich noch eine kurze Stadtbesichtigung bekomme. An einem bestimmten Punkt geht es nicht mehr weiter, alles steht und Moses aktiviert die Türverriegelung, lässt die Fenster hoch (es wird noch stickiger im Auto!), schiebt meine Kameraausrüstung unter den Sitz, deutet auf mein Handy, das ich unschuldig in der Hand halte und meint: "In die Hosentasche, sonst ist es weg!" Woraufhin ich natürlich sage: "Die Fenster und Türen sind ja eh schon zu." Moses grinst und entgegnet lachend: "Trotzdem."

Immer schön tun, was einem von einem Einheimischen empfohlen wird. Da macht man selten was falsch.

 

...to be continued...

9
Nov

Benefiz-Dinner: Ausbildung zur Kindergartenassistentin

Kindergartenassistentin? Wer? Wo? Wie Was? Alles der Reihe nach...

Oft sind es Zufallsbegegnungen, die Gutes bewirken können. Bei einer Vernissage ist Barbara, 1. Beisitzerin unseres Vereins, mit Fau P. ins Gespräch gekommen, welche gemeinsam mit ihrem Mann in Österreich seit längerer Zeit eine irakische Flüchtlingsfamilie unterstützt. Die Mutter dieser Familie möchte gerne eine Ausbildung zur Kindergartenassistentin machen, die sie sich aber ohne Hilfe nicht leisten kann. Engagiert wie Familie P. ist, plante sie zu diesem Zweck ein Benefiz-Dinner im Oktober, um die benötigte Summe zu sammeln. Solche Events werden nur dann zu einem großen Erfolg, wenn Freunde und Bekannte zusammenarbeiten – und genau auf diese konnte Familie P. und ihre irakischen Freunde zählen! Jeder und jede half auf seine/ihre Weise mit, sei es durch Spenden, Essenszubereitung oder Aufräumen und Abspülen. Da wir sehr gerne Bildungsinitiativen unterstützen, hat auch Friends 4 Friends sich spontan entschlossen € 100.- aus unserem Vereinsvermögen (keine Spendengelder) beizusteuern.

Unterstützung Kindergartenassistentin
Unterstützung Kindergartenassistentin
Unterstützung Kindergartenassistentin

Familie P. und ihre HelferInnen leisteten harte Arbeit: Wie am Fließband bereiteten sie für 35 Gäste Minestrone, Palatschinken (süße Omeletten) und Pralinen zu. Die irakische Dame brachte selbst gemachte Falafel mit, die ganz besonders gut schmeckten und dem Abend das gewisse Etwas verliehen. Wie es bei interkulturellen Veranstaltungen oft der Fall ist, wurden auch hier alte Freundschaften wieder aufgefrischt und neue geschlossen. Mit einem stattlichen Erlös von € 1.165.- (€ 895.- inklusive unserer Starthilfe und zusätzlicher Unterstützung dank externer Spendeneingänge) kam es an diesem Abend zu einem Happy End: Damit ist die Ausbildung voll finanziert!

Wir freuen uns, dass das Ziel erreicht wurde. Dank des Engagements von Familie P. und ihren Freunden konnte einer irakischen Frau in Österreich eine Ausbildung ermöglicht und eine Zukunft gesichert werden. Wir wünschen ihr viel Erfolg und alles Gute bei der Erfüllung ihres Traumberufes: Kindergartenassistentin.

 

Zum Schutz der Flüchtlingsfamilie wurden alle Namen sowie Orte anonymisiert.

volunteers
17
Okt

Sommer-Volunteers im HoGH

Fragen über Fragen an unsere Volunteers

1. Wie lange wart ihr unterwegs und was war eigentlich der Anlass?

Mein Freund Florian und ich waren zusammen drei Wochen im Home of Good Hope, und ich noch zwei Wochen länger alleine. Hätten wir beide mehr Zeit gehabt, wären wir liebend gerne länger geblieben! Warum wir dort waren - dafür gibt es viele Gründe: Wir wollten über unseren Tellerrand schauen, ein afrikanisches Land und vor allem die Leute dort kennenlernen. Ich habe letztes Jahr schon in Indien unterrichtet und bin "süchtig" danach geworden, an einem fremden Ort in das Leben einzutauchen und mich irgendwie sinnvoll einzubringen. Genau darum ging es uns auch: Nicht nur mit den süßen Kids spielen, sondern ihnen auch etwas beizubringen, das ihnen weiterhilft.

2. Wie seid ihr auf das Projekt gekommen und was hat euch bewegt dort mitzuhelfen?

Meine Mama ist Lehrerin an einer Schule, an der Andy einen Vortrag über ihre Afrikareisen gehalten hat, in dem die verschiedenen von Friends 4 Friends unterstützten Projekte zur Sprache kamen. Sie wusste, dass ich auf der Suche nach so etwas war und hat den Kontakt hergestellt. Angesprochen hat mich an diesem Projekt, dass wirklich ALLE Kinder kommen dürfen, um mittags etwas zu essen bekommen. Ich wollte unbedingt die Leute dahinter kennenlernen und diese natürlich unterstützen, wo ich kann.

3. Wie oft/wie lange wart ihr bei dem Projekt?

Die "Arbeitszeiten" waren eigentlich sehr flexibel. Es hat sich bald eingependelt, dass wir um halb 10 Uhr ein "Local Cab" angehalten haben, um damit in das 8 km entfernte Home of Good Hope zu fahren. Es hat dann aber auch zwischen 20 und 40 Minuten gedauert, dorthin zu kommen, da die Taxifahrer auf dem Weg meistens noch andere Leute mitgenommen haben oder unmögliche Umwege gefahren sind. Deswegen haben wir zu sehr unterschiedlichen Uhrzeiten angefangen. Zum Hostel zurück ging es meist zwischen 3/halb 4 Uhr nachmittags. Wir waren von Montag bis Freitag im Projekt, an den Samstagen ist die Suppenküche zwar auch "geöffnet", aber da wir zweimal die Computerschulung am Samstag ganztägig durchgeführt haben oder ansonsten unterwegs waren, war es tatsächlich nur eine ganz normale Arbeitswoche.

4. Wie seid ihr von den Kindern/der Projektleiterin aufgenommen worden?

Als wir am ersten Tag aus dem Taxi stiegen, kamen uns gleich einige Kinder entgegengerannt, die sich sofort an Beine, Arme und was sonst irgendwie möglich war, geschlungen haben. Dieses Willkommen war wirklich extrem schön! Die Projektleiterin Monica und ihr Sohn Peacemaker sind beide auch wahnsinnig nett und standen für Fragen immer gerne zur Verfügung - man konnte sich auch toll mit ihnen unterhalten. Die Damen, die ansonsten in der Suppenküche gearbeitet haben, waren nicht ganz so herzlich, aber auch damit konnte man sich arrangieren. Es braucht natürlich auch einen etwas raueren Umgangston, wenn man 600 Kinder auf engstem Raum versorgen möchte.

5. Was waren die ersten Eindrücke von Katutura? Hattest du Angst, Mareen?

Wellblechhütten, soweit das Auge reicht, alles sehr staubig. Die Lebensverhältnisse sind einfach, dass da eine Suppenküche gebraucht wird, sieht man förmlich, wenn man durch die Straßen fährt. Die Leute dort waren meistens interessiert, was man denn so als Ausländer in Katutura macht. Angst hatte ich nie, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass ich überhaupt nicht ängstlich bin. Natürlich muss man einfache Regeln beachten wie "Keine teuren Gegenstände wie Handy oder Kamera offen herumtragen" oder "Nicht nachts mit dem Local Cab fahren", aber dann kann man sich wirklich sicher fühlen. Die anderen Volontäre hatten mir zwar geraten, ein richtiges, teures Taxi zu nehmen, nachdem mein Freund wieder nachhause geflogen war, aber ein bisschen Abenteuer muss doch sein und ich hatte zu keiner Zeit Bedenken. Einmal hat mir ein Taxifahrer sogar gesagt, dass ich sein Taxi fahren soll, weil er müde war.

... to be continued...

computer workshop
3
Okt

Alles dreht sich um Computer

Computer können sehr hilfreich sein. Computer können einen auch in den Wahnsinn treiben. Alles nichts Neues. Auch nicht, dass es ohne diese Dinger heutzutage nicht mehr geht - weder in Deutschland, noch in Namibia. Unsere Jugend hierzulande wächst mit Spielkonsole, Tablet und I-Phone auf. Ein Problem mit dem Handy? Dann sucht man doch am besten die 14-jährige Nachbarstochter auf....

Deswegen waren und sind wir mit unserem lokalen Projektmanager Peacemaker einer Meinung: Computerschulungen sind extrem wichtig!

Um den direkten Nutzen zu erkennen, hat unsere Volontärin Mareen ein wunderbares Händchen bewiesen und auch für den zweiten Teil der Schulung passende Themen ausgesucht, die auf die vorangegangenen Workshops altersgerecht aufbauten.

computer workshops
computer workshops

Word

Was gibt es Besseres, als gleich einen vernünftigen und brauchbaren Lebenslauf in Word zu erstellen? Mit passender Schrift, unterstrichenen Überschriften und einem eingebundenen Foto kann sich so ein Dokument dann schon sehen lassen.

Excel

Oder Excel: der Alptraum meiner eigenen IT-Lernerei! Wenn man einen Workshop bei Mareen besucht, kann anscheinend sogar Excel Spaß machen. Denn der Clou der Sache bestand darin, dass die Beispiele nahe an der Realität lagen: Der Katutura Fruitshop will wissen, welchen Gewinn er die letzten Monate gemacht hat. Und natürlich auch, welche Filiale den besten Umsatz hatte! Da gibt die Rechnerei mit den Tabellen doch gleich mehr Sinn UND macht auch noch Spaß!

www

Computer ohne Internet? Geht gar nicht! Richtig spannend wird das Internet natürlich immer dann, wenn man mit anderen kommunizieren kann – also Email, Facebook und Co. Gemeinsam mit Mareen wurden Emailadressen angelegt, fleißig Emails untereinander verschickt und die neuen Lebensläufe angehängt.

Dass die Welt des www damit nicht erschöpft ist und es noch jede Menge zu lernen gibt, ist jedem klar. Deswegen freuen wir uns sehr, dass dieses IT-Projekt, begonnen von Marcel und fortgeführt von Mareen, nun in die Hände von Alina übergeht.

Alina ist ebenfalls eine Volontärin aus Deutschland und wird drei Monate in Namibia verbringen. Sie hat sich bereit erklärt, dieses wichtige Projekt über die nächste Zeit weiterzuführen und wir hoffen, einen lokalen Volunteer bis dahin zu finden.

Vielen Dank an Marcel, Mareen und Alina!

Informatik-Schulung
23
Sep

Die liebe Informatik

Unsere Schulkids aus dem Home of Good Hope in Katutura drückten sogar am Wochenende die Schulbank - allerdings nicht wegen der klassischen Nachhilfe, sondern vielmehr, um ihre im Juni erlangten Informatik-Kenntnisse aufzufrischen und zu vertiefen. Wir erinnern uns: Marcel war der erste, der sich dieser Schulung annahm und jetzt sind es Mareen und Florian, die den zweiten Teil der Workshops konzipieren.  

Unsere beiden Freiwilligen in Nambia, Mareen und Florian, haben sich mal wieder ins Zeug gelegt. Da wurde geplant und gebrainstormed und organisiert. Das Ergebnis war eine tolle Informatik-Schulung für unsere Schulkids! Satte fünf Stunden lang waren die Kids am PC-Pauken. Da gibt's zwar Schlimmeres, aber so ein langer Workshop könnte trotzdem ganz schön langatmig sein, wenn da nicht auf Abwechslung geschaut würde!

Die meisten Kids saßen überhaupt erst zum zweiten Mal an einem Computer! Dank Marcel kannten sie zwar die Basics, aber diese nochmal zu wiederholen bzw. zu vertiefen konnte nicht schaden! Los ging es mit den etwas trockeneren Themen, die aber dringend notwendig waren:  was sind die einzelnen Teile eines PCs, was gehört alles zur Hard- und was zur Software, was kann man auf dem Desktop so alles aufführen und welche Einstellungen sind eigentlich möglich?

 

Informatik-Schulung
Informatik-Schulung

Wer kennt das nicht? Dokument gespeichert – aber wo ist es hin? Ein Ordnersystem wirkt Wunder und spart viel Energie, WENN man es richtig beherrscht UND vernünftig erstellt. Das will eben besprochen und gelernt sein. So ein Ordner wiederum will gefüllt werden - und da kam das neue Thema gerade recht: jeder Schüler sollte in Word seinen Lebenslauf erstellen, korrekt benennen und in der richtigen Struktur abspeichern.

Zu einem lebensnahen Unterricht gehört allerdings nicht nur das Know-How zum Erstellen eines Lebenslaufs. Nein! Natürlich nahm auch das Thema "Internet" einen großen Teil der Schulungszeit ein! Das world wide web wurde erkundet und weil dort an allen Ecken und Enden böse Gefahren lauern, lernten die Kiddies auch gleich wie man dort sicher unterwegs ist.

Ganz offensichtlich verging die Zeit wie im Flug. ABER – nächste Woche geht es u.a. mit folgenden Informatik-Themen weiter: "Lebenslauf 2.0", "Excel-Tabellen leicht gemacht" und "das ABC des Internets"!

To be continued...