Streetkids Kampala Archives - Seite 2 von 4 - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
dr. clemens mader
27
Jul

Friends 4 Friends trauert um Dr. Clemens Mader

Voller Schmerz hat uns die Nachricht vom Tod von Dr. Clemens Mader getroffen. Der Vereinsvorstand von Friends 4 Friends e.V. ist über sein plötzliches Ableben sehr bestürtzt. Es ist schwer zu fassen, da wir mit „unserem Dr. Clemens“ eine große Stütze im Kampala Straßenkids Projekt verloren haben.
Clemens ist jedem mit seinem guten Wesen und seiner offenen Art schnell ans Herz gewachsen. Er war jemand, der seinen Mitmenschen viel Gutes tat und seine Arbeit mit großer Freude machte.

 

Wir werden Clemens vermissen – den Menschen und sein einzigartiges Engagement.

 

dr. clemens mader

Zum Nachlesen: Dr. Clemens & das Straßenkinderprojekt

19
Jun

Travel Talks with Manu – Part III

Der dritte Teil hat zwar etwas auf sich warten lassen, aber nun ist auch dieser online. Danke nochmal Manu, dass du dir die Zeit genommen hast, auf all unsere Fragen zu antworten!

Wohin führte dich deine Reise?

Zuerst habe ich drei Monate in Uganda verbracht, danach war ich drei Monate mit meinem Freund in Südafrika. Nach einem kurzen Aufenthalt daheim, habe ich meinen Campinglupo startklar gemacht, meinen Hund eingepackt und bin noch einmal losgefahren. Über Süditalien (Apulien) nach Griechenland. Im Juli möchte ich wieder in Deutschland sein.

Wenn du einem Bekannten von deiner Reise erzählst, was fällt dir da als erstes ein?

Wenn ich über Uganda spreche, erzähle ich in erster Linie immer von den Menschen. Natürlich habe ich auch die Berggorillas besucht und das war sehr beeindruckend, aber im Herzen geblieben sind vor allem die unverstellten, hilfsbereiten, gastfreundlichen und herzlichen Menschen.

Was wird beim Projekt dringend benötigt, ist aber nicht da?

Ich kenn den aktuellen Stand nicht, aber ich habe gemerkt, dass es meistens an Kleinigkeiten fehlt, die für uns selbstverständlich sind. Wassereimer, Licht, Schuhe, Unterwäsche, Bettlaken... die Liste dürfte lang sein....
Travel Talks with Manu, Moses und Rhona

Du kennst durch deinen Beruf ja auch Kinderheime in Deutschland. Was sind die Unterschiede?

Also diese Frage dürft ihr mir jetzt echt nicht antun. Da könnte ich ja ein ganzes Buch darüber schreiben. Deshalb möchte ich euch eine grundlegende Gemeinsamkeit nennen: Es gibt hier wie da Menschen, die sich für Kinder in schwierigen Situationen interessieren. Und damit meine ich nicht, die sie grundsätzlich verändern wollen, sondern ein Stück ihres (oft schweren) Weges begleiten wollen und ihnen helfen, sich auf ein selbstbestimmtes sicheres Leben vorzubereiten. Und das ist auch das, was das Projekt für mich auszeichnet: Die Kinder kommen teilweise aus extrem schwierigen Situationen und benehmen sich anfangs auch entsprechend. Das ist sicher nicht einfach auszuhalten. Aber im Projekt können sie trotzdem die Erfahrung machen, dass sie als Menschen gemocht werden, dass man es gut mit ihnen meint und das sie eine echte Chance
haben, wenn sie es schaffen diese anzunehmen.

Was würdest du anderen raten, die das Projekt in Kampala besuchen möchten?

Das ist einfach: Setzt euch mit Friends 4 Friends in Verbindung und fragt, was ihr für das Projekt tun könnt... Aber besucht es auf alle Fälle! Keine Scheu!
16
Jun

Communication is everything!

Für gut funktionierende Projekte und auch für unsere Vereinsarbeit ist Kommunikation das A und O! Ohne kommt man schlichtweg nicht weiter. Das war früher schon so und ist heute nicht anders. Dass in der heutigen Welt die Möglichkeiten anders und vielfältig sind als noch vor 20 Jahren ist jedem klar. Was aber, wenn der Mensch, mit dem man Infos austauschen will, in einer Umgebung sitzt, die für Kommunikation nicht gerade günstig ist? Wenn er zwar einen Computer hat, der allerdings ein virenverseuchter Dinosaurier ist? Genau. Entweder leidet die Kommunikation oder sie findet erst gar nicht statt.
Umso besser, wenn man gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit mit uns wohl gesonnen Menschen in Kontakt kommt, die genau zu diesem Problem eine Lösung anbieten: Gebrauchte Laptops für unsere Projekte in Afrika!
 
Wir freuen uns sehr über die Spende von gleich drei Laptops von Alexander Gitter, Mitarbeiter der awinta, dem Marktführer für Apothekensoftware in Deutschland. Der Regensburger Zahnarzt Dr. Georg Ebner legte nach, spendete ebenfalls einen Laptop und obendrein noch jede Menge Zahnpasten für die Kids. Alle Geräte (und auch die Pasten!) sind inzwischen in Afrika bei den Projekten und dort fleißig im Einsatz.
Kommunikation ist alles: Rhona (r.) und Robinah (l.)

Merci vielmals!

Vielen herzlichen Dank an die Spender, Freunde und Vereinsmitglieder, die diese Laptops auf ihren Reisen mit nach Afrika genommen haben und die teuren Versandkosten somit umgangen werden konnten. Die Idee wird gerne zur Nachahmung empfohlen! Gebrauchte Laptops, die noch gut in Schuss sind, leiten wir gerne an die Projekte in Afrika weiter!
3
Jun

Travel Talks with Manu – Part II

Wie versprochen, hier der zweite Teil unseres Interviews mit Manu. Viele Späße beim Lesen:

Was waren deine allerersten Eindrücke, als du im Slum angekommen warst? Kann man dafür überhaupt Worte finden?

Ich war ja erst mal nur auf dem Projektgelände, erst am zweiten Tag haben wir die Gegend besucht, in der auch die Gottesdienste mit Rhona und Moses stattfinden und aus der die Kinder kommen. Dort gibt es wenig fest gebaute Häuser, v.a. Hütten, die aus verschiedensten Materialien zusammengezimmert sind und weder regen- noch winddicht aussehen. Die Wege zwischen den Hütten sind eine Mischung aus Mulden und Löchern im Boden und Abwasserrinnen, in denen stinkende Abfälle schwimmen. Am Rande des Slums direkt neben der Müllhalde hausen die Straßenkinder, die versuchen irgendwie zu überleben, indem sie zum Beispiel Plastikflaschen sammeln und säckeweise in ein wenig Geld umsetzten. Oftmals wird das Geld gleich wieder in Drogen investiert, weil nur so das Leben erträglich wird, der Hunger und die Kälte weniger spürbar. Deshalb lagen auch in vielen Ecken und zwischen dem ganzen Müll die Erwachsenen und Jugendlichen in eine
ganz andere Welt weggetreten.
Travel Talks
Travel Talks

Hattest du Angst? Oder Bedenken?

Ja, ich hatte schon ein komisches Gefühl und wäre ohne Moses und Rhona dort auch sicher nicht hingegangen. Aber die beiden kannten dort ja viele Straßenkinder und Erwachsene, sie sind wichtige Ansprechpartner für die Leute vor Ort, auch für die Kids, die schon mal im Projekt waren, aber den Sprung ins beschützte Leben nicht geschafft haben und dann wieder auf die Straße zurück sind. Man spürt, dass Rhona und Moses in dieser Gegend sehr respektiert und geschätzt werden und Ihnen viel Vertrauen und Liebe entgegengebracht wird.

Wie war die Zusammenarbeit mit Clemens? Wie habt ihr euch verstanden und bei was hast du mitgeholfen?

Clemens hat es uns einfach gemacht zu helfen. Ich hab ja schon in der Reportage beschrieben, wie liebevoll und zugewandt er mit den Kids war, auch wenn diese viel Angst vor dem großen weißen Doktor hatten. Das hat mich wirklich beeindruckt. Meine Freundin Karin hat ihm (als gelernte Arzthelferin) assistiert, wo dies nötig war, ich selbst habe vor allem meine Beobachtungen für die Reportage aufgeschrieben und zu jedem einzelnen Kind den gesundheitlichen Ist-Zustand und Clemens Empfehlungen. Damit auch Friends 4 Friends die nötigen Infos aus 
erster Hand bekommt. Clemens hat mir geduldig auch ein zweites und drittes Mal medizinische Begriffe diktiert, da ich als medizinischer Laie natürlich keine Ahnung davon hatte (geschweige denn die englischen Begriffe für Worte wie "Pilzerkrankung" oder "Hautekzem" kenne).
 
...to be continued...
29
Mai

Travel talks with Manu

Travel, travel, travel: Vergangenes Jahr war „unsere“ Manu sechs Monate in Afrika unterwegs, unter anderem in Uganda. Wir haben sie zu ihren Beweggründen für die Reise und ihren Erfahrungen in Afrika befragt. Dieses spannende Interview werden wir in mehreren Teilen veröffentlichen und Manu gibt Antwort auf all jene Fragen, die auch uns nach jeder Reise gestellt werden. Lest hier den ersten Teil unseres Gesprächs:

Wie lange warst du unterwegs und warum?

Ich habe das große Glück ein Jahr frei nehmen zu können... und: es gibt da so eine Liste. Auf die schreibe ich jene Dinge, die ich irgendwann einmal machen möchte. Darauf stand seit sechs Jahren "Gorillas in freier Natur beobachten". So kam ich auf Uganda. Nachdem ich dann auch noch bei Andy in einem der Afrikavorträge saß und sie mir dieses Land und die Menschen dort auf Fotos und aus ihren Erzählungen sympathisch nahegebracht hat, war ich überzeugt. Da muss ich hin!!! Und zwar nicht nur um die Gorillas zu sehen, sondern auch, um Land und Leute kennenzulernen. Also länger, und zwar so lange, wie man laut Visum bleiben kann, nämlich drei Monate.

Travel Talks mit Manu, die ihre Freiheit sichtlich zu genießen scheint.

Wie bist du auf das Straßenkinderprojekt gekommen und was hat dich bewegt dort mitzuhelfen?

Da ich wusste, dass Uganda nicht so groß ist und ich auch nicht gerne "nur"; von einem Ort zum nächsten hetze, hab ich mich mit Andy getroffen und sie gefragt, ob sie nicht eine Idee hätte, was ich sinnvollerweise in dem Land machen könnte. Gleichzeitig habe ich mich auch bei WWOOF Uganda beworben (World-Wide Opportunities on Organic Farms, ein weltweites Netzwerk, das Menschen zusammenbringt, die ein naturverbundenes Leben auf dem Land führen oder aktiv kennenlernen wollen).

Wie oft / wie lange warst du beim Projekt?

Andy hat noch von Deutschland aus den Kontakt zu Rhona und Moses hergestellt. Die beiden wussten also, dass ich mich melden werde. Sobald ich mich organisiert und orientiert hatte, traf ich mich mit den beiden am Backpacker, in dem ich wohnte. Ich hatte ja auch den riesigen Koffer mit Klamotten für die Kids aus Deutschland dabei. Da war ich froh, dass ich mich damit nicht alleine in ein Matatu quetschen musste, sondern abgeholt wurde. Insgesamt war ich 4 Mal beim Projekt, ich durfte ja auch dabei sein, als Dr. Clemens kam.

Wie bist du von den Kindern / der Projektleiterin aufgenommen worden?

Ach, wie überall in Uganda: voller Herzlichkeit. Die Kids haben sich alle schick gemacht als ich ankam, und sahen, dass ich Fotos machte. Sie haben also ihre saubersten Kleider und ihr schönstes Paar Schuhe angezogen und stolz posiert. Ein Lächeln gehört nicht zum Posieren dazu in Uganda. Auch wenn die Kids ansonsten fröhlich waren und viel gelacht haben, sobald die Kamera auf sie zeigte, wurde ein ernster Blick aufgesetzt. Ist ja auch eine ernste Sache, so ein Fotoshooting! 🙂
 
...to be continued...
Streetkids of Kampala, Uganda, Verein Friends 4 Friends Regensburg-Afrika
21
Mai

Kurzes Update aus Uganda

Ein Mini-Update von dem "Straßenkinderprojekt in Kampala" ... es tut sich ja bekanntlich immer etwas...

Erfreuliche Nachrichten

Were Abdalla, ein junger Mann, der im Heim zur Rehabilitation und Beratung war, wurde offiziell entlassen, um ein neues Leben zu beginnen. Er ist einer der vielen Jungs, die von der Straße aufgelesen und bei uns im Heim aufgenommen wurden. Seit seiner Aufnahme hat sich sein Leben sehr zum Positiven verändert und kann nun gut für sich selbst sorgen. Die ugandische Regierung hat vor wenigen Monaten beschlossen, dass Heime wie unseres Kinder und Jugendliche nicht länger als 3 Jahre aufnehmen dürfen. Nach Ablauf dieser Zeit müssen sie also entlassen werden und kehren zurück zu ihren Eltern bzw. Verwandten oder sind, so wie Abdalla, selbstständig.

Dafür danken wir unseren Freunden und Partnern, die eine große Rolle dabei spielten, Abdalla’s Leben Normalität zurückzugeben.

Update aus Uganda: Abdalla zieht aus dem Heim aus.
Update aus Uganda: Die Renovierungsarbeiten der Kirche sind im vollen Gange.

Renovierung der Kirche

Endlich war es soweit! Die Autorisierung für die Renovierung der Kirche ging endlich durch und der vorgelegte Bauplan wurde genehmigt. Der Zustand der Kirche war mehr als fragwürdig und somit waren die Renovierungsarbeiten dringendst notwendig! Zwar mussten unsere fleißigen Helfer immer wieder aufgrund der sengenden Hitze und des starkem Regens ihre Bauarbeiten unterbrechen, aber wie man anhand der Bilder sieht, ging der Fortschritt trotzdem stetig voran. Unsere Kids waren in den Umbau mit einbezogen, um ihnen grundlegende Fähigkeiten zum Thema beizubringen. Sie hatten offensichtlich viel Freude an dem Handwerk.

Die nächste Etappe wird das Verlegen von Stromkabeln  sein, damit wir auch bei spätabendlichen Mitgliedertreffen oder beim Nachtgebet nicht im Dunkeln  sitzen müssen. Aber dazu gibt es sicher bald mehr zu berichten!

 

14
Apr

Sammelspende über drei Ecken…

... oder: Was herauskommt, wenn Freunde von Freunden sich für die Projekte von Friends 4 Friends engagieren...

Es ist ja nicht zum ersten Mal, dass wir davon hören: Leute, die ihren Geburtstag feiern, sich bewusst sind, in welchem Luxus sie leben und kurzerhand beschließen, etwas Gutes zu tun. Friends 4 Friends hatte schon mehrmals das Glück derartige Geldspenden für seine Projekte empfangen zu dürfen. Jetzt war es mal wieder soweit und die Freude ist groß.

Wir erinnern uns an Manu, die vor gar nicht allzu langer Zeit das Straßenkinderprojekt in Kampala besucht hat. Kaum zurück in good old Germany, rührte sie kräftig die Werbetrommel und so kam es, dass ihre Geschichten auch ihre Freunde Richard und Kathy erreichten, wobei ersterer kurz darauf seinen Geburtstag feierte. Als er sich überlegte, was er nun denn eigentlich geschenkt bekommen möchte, kam ihm der Gedanke, eine Sammelspende zu organisieren - und zwar nicht für ein Geschenk für sich, sondern für eben genau jenes Projekt, wovon Manu erzählt hatte.

Gleich war auch die ganze Familie in den Vorbereitungen involviert: Seine Frau Kathy, die zum Telefonhörer griff und sämtliche Details von Manu erfragte, die Kinder, die den ganzen Nachmittag Infos zum Projekt in Uganda auf der Friends 4 Friends Homepage sammelten und auf einem großen Plakat zusammengefasst hatten. Dieses kam bei den Spendern sehr gut an, da es einen guten Einblick vermittelte wieviel Geld für welche Unterstützung vor Ort benötigt wird. Als die Vorbereitungen für die Geburtstagsfeier sich dem Ende näherten, wurde noch schnell eine Mail an alle geladenen Gäste geschickt, die auf die gemeinsame Spendenaktion hinwies und die Leute gleich motivieren sollte. Wie das Resultat zeigt, hat diese Aktion tolle Früchte getragen und zeigt einmal mehr, was man gemeinsam alles erreichen kann: glatte 1000 Euro sind im Spendentopf gelandet - und das Beste daran: Verwendungszweck frei wählbar! Wir werden also in Rücksprache mit den Projektverantwortlichen vor Ort beschließen, für welche Maßnahmen das Geld am dringendsten gebraucht wird!

Merci vielmals!!!

Sammelspende
25
Feb

„Medal of Merit“ für die 1. Vorsitzende

Lionsclub Günzburg (rechts) mit unserer 1. Vorsitzenden: Verleihung der Medaille.Nein wirklich, das ist kein Witz, sondern wahr! Der Lionsclub Günzburg hat unsere erste Vorsitzende mit dem „Medal of Merit Award des Lions Clubs International in Gold“ geehrt. Diese Medaille bekommen laut Ansprache des 1. Vorsitzenden des Lions Clubs Menschen, die sich um andere verdient gemacht haben – in unserem Fall die Unterstützung der ärmsten der afrikanischen Gesellschaft: Kinder und Mütter. Der Orden steht somit allen zu, die in unserem Verein tatkräftig mitarbeiten – wir meinen all die großen und kleinen Rädchen, die unseren Verein am Laufen halten (vor allem unsere Ehrenamtler!!!). UND noch viel mehr diejenigen, die die Arbeit vor Ort leisten: Allen voran Vincent, Rhona und Monica! Der Orden ist eine Art Türöffner für andere Lionsclubs – es wäre sehr wünschenswert einen Club zu finden, der den Krankenhausbau im Kongo unterstützt, da dieses Projekt den anderen bezüglich des Spendenaufkommens doch sehr hinterherhinkt.

11
Feb

We proudly present – unsere ersten Paten

Unser erstes Patenkind: Gloria.

Wie heißt es immer so schön? Man muss nur reden mit den Menschen... Tja, ganz offensichtlich ist das so....

Bei einer Kleiderspendenaktion für Refugees Welcome Regensburg bin ich mit unserem Vereinsmitgliedern Kathrin und Hans auf das Thema Patenkinder gekommen und dass sie sich durchaus vorstellen könnten, irgendwann mal eine solche zu übernehmen.

Zwei Tage später erzählt mir Robinah am Telefon die traurige Geschichte von Gloria, einem Mädchen aus dem Heim in Kampala, das seinen Paten verloren hat....

Die ersten Paten: Kathrin und Hans.

Und jetzt – trara – haben wir die ersten Pateneltern unseres Vereins! Wir freuen uns sehr darüber und wünschen den Paten und dem Patenkind alles Gute!

Da draußen gibt es noch viele Kinder, die unsere Hilfe benötigen! Sollten Sie interessiert sein, fragen wir natürlich gerne bei Robinah und Rhona nach, wer die Hilfe am dringendsten braucht und kümmern uns um die Vermittlung einer Patenschaft.

20
Dez

Dr. Clemens & das Straßenkinderprojekt, Teil II

Hier nun also der zweite Teil des seltenen Besuchs. Danke an dieser Stelle auch an Manuela Strehlein für die Bilder und den Text!

Part Two... Austrian Doctor meets Kampala Streetkids

Neugierige Kinderaugen blicken durch das von Eisenstreben vergitterte Fenster des Untersuchungsraumes, der eigentlich als Ess- und Gemeinschaftsraum für die 35 Kinder und Jugendlichen, die im "Home of Jerusalem" wohnen, dient. Die Kinder sitzen oder liegen zur Untersuchung auf einer der hölzernen Bänke, der Boden ist blankgeputzt, an den hellgrün gestrichenen Wänden hängen "medizini" Poster aus Deutschland, die Tiere wie Insekten oder Rehe zeigen. Dazwischen auf Holz gemalte Kinderzeichnungen aus dem afrikanischen Alltag. Vor dem Eingang trocknen mindestens 20 Paar frisch geschrubbte Schuhe. Im Hinterhof, gleich neben dem Hühnerstall, trocknet auf den Leinen jede Menge sauberer Schulkleidung. Es ist ein Samstag und alle Kinder und Jugendlichen sind selbst verantwortlich für ihre eigene Sauberkeit und das Waschen der Kleidung. Hygiene ist ein großes Gebot im Home, das haben die Kinder, die sich an die Regeln halten, um bleiben zu können, längst begriffen.

Schulkleidung.
Der Hühnerstall im Hinterhof.
"Muzungu Doctor" Clemens mit einem seiner kleinen Patienten.

Auch für Clemens wird sofort sauberes kaltes Wasser zum Waschen der Hände bereitgestellt, das er als "(n)ice cold water" lobt, kenne er doch aus Tansania, wo er seit Juni an sechs Tagen die Woche als Arzt arbeitet, vor allem sonnenerwärmtes warmes Wasser. Immer wieder wäscht er sich zwischen den Untersuchungen damit die Hände, da er den Kindern und Jugendlichen durch seine ganz eigene zugewandte Art sie zu untersuchen sehr nahe kommt. Die Kleinen dürfen sein Stethoskop betasten, bevor er sie damit berührt, in einem Fall übernimmt Moses die Handhabung des Stethoskopendes, weil der kleine Junge zu große Angst vor dem weißen Arzt hat. Clemens arbeitet konzentriert und liebevoll mit den Kindern und man spürt, dass er auch mit dem Herzen ganz bei ihnen ist. Trotzdem liegen sie meist angespannt und steif vor ihm auf der Bank, kneten nervös ihre Taschentücher oder sprechen so leise, dass man ihr Flüstern kaum verstehen kann. Draußen toben die schon untersuchten Kinder mit ihren Lollies in der Hand stolz über den Hof und spielen mit dem Wenigen, das sie haben.

Der Arzt stellt geduldig Diagnose um Diagnose, für viele Kinder wird jedoch eine medikamentöse Behandlung oder weitere Untersuchung, wie z.B ein Bluttest, ein Besuch beim Augenarzt oder beim HNO Arzt oder eine Röntgenuntersuchung nötig sein, um abzuklären, was die Ursachen für ihre teilweise schon mehrjährige Leiden sind. Auch der Junge, der Nachts wie ein Löwe brüllt, wenn er hustet, sollte sich einer Lungenröntgenuntersuchung und einem Tuberkulosetest unterziehen, um eine weitere Behandlung festlegen zu können. Clemens Besuch war ein erster wichtiger Schritt und hat dem Projekt eine Menge Arztkosten gespart, trotzdem ist die medizinische Versorgung damit sicher nicht abgeschlossen, auch wenn am Ende alle vergnügt und erleichtert gemeinsam im nun sonnendurchfluteten Hof "Blinde Kuh" spielen oder Karins blaue Gummihandschuhe als Luftballon aufgeblasen durch die Luft wirbeln.

In aller Kürze - was Dr. Clemens herausgefunden hat:

1 x Verdacht auf Typhus, 1 x Verdacht auf Malaria, 4 x Verdacht auf TBC, 1 x Verformung der Wirbelsäule, 3 x Pilzinfektionen, 1 x hohes Fieber, 1 x Wurmtest, 2 x Bluttest Leberwerte, 3 x starke Erkältung/HNO, 1 x entzündeter Zahn/Zahnarzt, 1 x Fehlsichtigkeit/Augenarzt.

Dr. Clemens Mader bei einer Untersuchung.