Streetkids Kampala Archives - Seite 2 von 4 - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
Projektvorschläge
19
Jan

Streetkids of Kampala – Projektvorschläge, Teil I

Zukunftspläne und Projektvorschläge

Vor Kurzem hat Moses uns eine Mail geschickt mit all den Projektvorschlägen und Ideen, die früher oder später im Streetkids of Kampala Projekt umgesetzt werden sollen. Dies wird natürlich einiges an Zeit brauchen, aber das Team von Friends 4 Friends war trotzdem der Ansicht, dass unsere Leser über die Zukunftsgedanken Bescheid wissen sollten:

Frauen-Empowerment Projekt

Wir vom Projektteam vor Ort sind der Überzeugung, dass die Stärkung von Frauen die gesamte Gemeinschaft stärkt. 2017 möchten wir Frauen über diverse Schulungen (Herstellung von Seifen oder Kerzen, Backkurse, etc.) in unserem Projektzentrum dazu bemächtigen, ihr Einkommen zu erhöhen, sodass sie sich um die Grundbedürfnisse zu Hause kümmern können. Wir planen also erfahrene TrainerInnen anzustellen, die ihre Fähigkeiten an die Frauen der Gemeinde weitergeben können. Wichtig ist uns auch, dass diese kleinen Jobs nicht nur ein Einkommen generieren, sondern dass die Frauen das nötige Know-How für die Buchhaltung zu ihrem Kleinunternehmen erlernen.

Obwohl wir uns im Stadtzentrum befinden, ist die Analphabeten-Rate hoch in unserem Umkreis. Statistiken legen nahe, dass Frauen bei Alphabetisierungsprogrammen benachteiligt werden. Deswegen möchten wir obendrein ein Alphabetisierungs-Programm für Erwachsene ins Leben rufen, mit stärkerem Fokus auf die Frauen unserer Gemeinschaft. Diese sollen auch in ihrer Kommunikationsfähigkeit gestärkt werden, sodass sie auf den Märkten ihre Produkte besser verkaufen können.

 

 

Mikrofinanzierung

Sobald die Frauen die Schulung absolviert haben, planen wir als Starthilfe ein Mikrofinanzierungs- und Kreditprogramm, um ihnen damit ermöglichen, Geld anzusparen. All das zielt darauf hin, unsere Gemeinde durch die Stärkung der Frauen, die das Rückgrat der Gesellschaft sind, zu verändern.

Projektvorschläge
Projektvorschläge
Projektvorschläge

Aktivitäten für Kinder

 

Kinderkirche

Kinder sind unser Zugang zur Gemeinde. Wir haben durch kurze Kurse neue Lehrer für die Sonntagsschule ausgebildet. Diese Kurse zur Wertevermittlung sollen weitergeführt und ausgeweitet werden.

Kindergarten und Kinderkrippe

Wir wissen, dass viele Kinder unserer Gemeinde nicht zur Schule gehen, weil ihre Familien das Schulgeld nicht zahlen können. Die einzige Möglichkeit für diese Kinder ist die Sonntagsschule. Zusätzlich wollen wir einen Kindergarten bzw. eine Kinderkrippe errichten, denn somit hätten mehr benachteiligte Kinder in unserer Gegend die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.

Einrichtung einer Bibliothek

 

Bei uns wird oft gesagt: “Wenn du etwas vor einem Ugander verstecken willst, gib es in ein Buch.” Es ist nicht unbedingt so, dass wir nicht lesen wollen, Bücher sind für uns oft zu teuer und daher nicht gut zugänglich. Daher planen wir, eine Bibliothek in unserer Pfarrei zu errichten, um Kindern das Lesen zu ermöglichen und sie auch dazu zu ermutigen. Unser Fokus soll auf Schulbücher für die Grundschule, zweite Schulstufe und High School liegen, aber auch anderes Lesematerial soll zur Verfügung gestellt werden. 

Projektvorschläge

... to be continued...

6
Jan

Neujahrsgrüsse & Dankesworte aus East-Africa

Zum Neuen Jahr wünscht man sich hierzulande einen guten Rutsch und überhäuft alles, was einem lieb ist mit den besten Neujahrsgrüßen und -wünschen. In Uganda ist das nicht viel anders, und so schickte uns Rhona vor wenigen Tagen eine nette Nachricht, die wir an unsere Leser natürlich gerne weitergeben:

Liebe Partner und Freunde,

im Namen der Pfarrei “New Jerusalem Needy People” möchte ich die Möglichkeit nutzen, euch allen für eure Unterstützung im letzten Jahr zu danken. Mit eurer finanziellen Hilfe haben wir es geschafft, nahezu 30.000 Mahlzeiten in der Küche und im Heim auszugeben. Fast 50 unterprivilegierten Kindern konnten wir eine problemlose Schulzeit ermöglichen. Circa 30 Kinder bekamen eine angemessene Unterkunft in unserem Heim. Mehrere Personen konnten medizinisch behandelt werden; allen voran Shemei, der erfolgreich operiert wurde. Auch Sonko Ivan konnte im Krankenhaus erfolgreich behandelt werden und erholte sich wieder.

Des Weiteren haben wir ein Zelt bekommen, um uns während der Messe vor Sonne und Regen zu schützen. Vielen, vielen Dank für all eure Unterstützung. Ohne sie wäre es uns nicht möglich gewesen, all das zu erreichen. Ich wünsche euch allen ein erfolgreiches, glückliches, gesundes Neues Jahr!

Ein spezieller Dank geht an Robinah Leykauf, Irmi, Thomas und alle Mitglieder von fokus leben e.V.; Andrea, Barbara und alle Mitglieder von Friends 4 Friends e.V.; all unsere Partner, Freunde und Sponsoren.

Mit lieben Grüßen aus Kampala von

Rhona.M.Musaazi.  Pastor/Direktor, Pfarre “New Jerusalem.N.P.”

 

Neujahrsgrüße von Rhona

Neujahrsgrüße und Dankesworte kommen noch besser an, wenn sie per Videobotschaft übertragen werden. And here we go:

Straßenkinderprojekt
11
Dez

10 Jahre Strassenkinderprojekt, Teil 2

Happy Birthday!

Das Straßenkinderprojekt feiert und wir waren live dabei!

Barbara ist mittlerweile schon in Nairobi (Kenia), aber den zweiten Teil ihres Erlebnisberichts  von der Jubiläumsfeier im Straßenkinderprojekt in Kampala möchten wir euch trotzdem nicht vorenthalten.

Samstag, 29.10. 2016, 11:50 Uhr:

Moses manövriert sein angeschlagenes Auto über die kaputten und mit Löchern gespickten Pisten im Kisenyi Slum. Man merkt direkt, wie groß der Respekt der Bewohner ihm gegenüber ist. Als Pastor und als Ehemann der Projektleiterin Rhona hat er einen sehr hohen Stellenwert in dieser Gemeinde. Alle an mir vorbeihuschenden Personen sind sehr freundlich und aufgeschlossen, kennen keine Berührungsängste und begrüßen mich mit Handschlägen und High-Five Gesten.

Kisenyi Slum, KampalaDer Weg zur Kirche ist beschwerlich. Mehr als beschwerlich. Schwindlige Holzbretter, die auch schon bessere Tage hatten, dienen als Brücke über tiefe Gräben, in denen grau-grünes, stinkendes Gewässer fließt. Bei jedem Schritt muss man aufpassen, dass man nicht im nächsten Loch versinkt. Geschicklich- und Wendigkeit sind von Vorteil. Manchmal verlaufen die einzig begehbaren Wege so eng an den kleinen Hütten, dass man kaum alleine auf dem Pfad Platz hat und das Gefühl hat, gleich in der Pfütze zu landen.

Die Feierlichkeiten (sprich: die Messe) haben schon begonnen als wir in die kleine, von einem Plastikdach überzogene und übervolle Kirche eintreten. Rhona ist in ihrem Element auf der Bühne und ehe ich es mich versehe, bekomme ich dort einen Ehrenplatz zugewiesen. Einen besseren Überblick über das Geschehen gibt es nicht. Die gesamte Zeremonie ist in Luganda, eine SpracheStraßenkinderprojekt, bei der ich kein einziges Wort auch nur ansatzweise verstehe; ich bin zu 100% auf Moses Übersetzungskünste angewiesen. Dieser sitzt neben mir und gibt sein Bestes! Bei dem von Rhona vorgegebenen Tempo, der überlauten Musik, einem Mischpult, welches das eine oder andere Mal verzückte Töne von sich gibt und einem Raum voller Rauch aus der Küche, wo auf Kohlen das Mittagessen zubereitet wird, ist so ein Übersetzungsjob nicht gerade der Leichteste. Moses hatte immer dann eine Verschnaufpause, wenn ich am fotografieren oder auf der Bühne eine Performance war. Langweilig wird es bei solchen Events soundso nie, es gibt immer viel zu sehen und zu staunen.

Abgesehen von der Powerpoint-Präsentation, die auf ein an der Wand befestigtes weißes Spanntuch projiziert wurde und die zehnjährige Geschichte des Projekts erzählte, gaben Theatergruppen mit Kindern, Chöre, Tänzer und Sänger ihre Talente zum Besten. Bei einem solchen Rückblick darf auch unser Dr. Clemens nicht fehlen, der von Rhona ganz besonders hervorgehoben wird.

 

14:30 Uhr: Lunch time!

Die größte Überraschung war wohl für alle, dass Rhonas Cousine Robinah extra aus Deutschland eingeflogen ist, um bei der Feier ihres Projekts live dabei zu sein.Straßenkinderprojekt Die Gelegenheit kann man sich natürlich nicht entgehen lassen und so quatschen wir bei Matooke, Reis, Fleisch und Bohnensauce wortwörtlich über Gott und die Welt. Das Essen schmeckte super, leider war meine Portion so groß, dass ich sie unmöglich aufessen konnte. Moses meint nur: „Kein Problem, das geben wir einem Kind, das freut sich darüber. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben.“ Und schwupps, war der Plastikteller schon in den Händen eines kleinen Mädchens.

Der zweite Teil der Zeremonie befasst sich mit den Erfolgsgeschichten, von denen es doch einige zu erzählen gibt. Dazu waren alle Ehemaligen, die den Sprung von der Straße in ein geregeltes Leben geschafft haben, eingeladen. Die Power-Point Präsentation zeigt Fotos von ihnen, als sie gerade ins Heim kamen. Das Lachen im Publikum ist groß und wird noch tobender, als sich diese Kinder aus der Menge erheben. In 10 Jahren tut sich halt viel. Buben werden zu Männern und Mädchen werden zu Frauen. Manch einer von diesen ehemaligen Straßenkindern trägt seine persönliche Geschichte vor. Sehr emotionsgeladen sind diese, der eine und andere kann die Tränen nicht zurückhaltenStraßenkinderprojektStraßenkinderprojekt.

Nach gemeinsamen Gebeten mit Rhona und Robinah kommen noch „unsere Schulkids“ zu mir, es gibt ein gemeinsames Gruppenfoto, es wird gelacht, gequatscht und beschlossen, dass man sich in sieben Tagen wieder sieht. Was für ein netter Abschluss von einem so aufregenden Tag.

 

18:30Straßenkinderprojekt Uhr: Aufbruchstimmung

Hastig werden sämtliche Materialien zusammen gepackt, Kartons transportiert, Mischpult abgebaut. Wenn alle zusammen helfen, geht sowas schnell! Ab zum Auto, 10 Leute gehen immer rein. Mit vielen Bildern und Eindrücken im Kopf und Dreck auf meiner weißen Haut, genieße ich die Fahrt durch die geschäftige Großstadt Richtung Unterkunft in Kabalagala. What a wonderful day!

 

Straßenkinderprojekt Happy Birthday
13
Nov

10 Jahre Strassenkinderprojekt, Teil 1

Happy Birthday!

Das Straßenkinderprojekt feiert und wir waren live dabei!

Barbara ist derzeit in Kampala, u.a. um das Projekt zu besuchen und Zukunftspläne gemeinsam mit Rhona und Moses zu schmieden.

Et voilà Teil 1 ihres Erlebnisberichts.

Samstag, 29.10. 2016, 08:00 Uhr:

Der Wecker klingelt, draußen gießt es in Strömen, mein Blick wandert zu dem verkitteten Loch im Dach direkt über mir, wo noch vor wenigen Stunden der Regen auf ein Gesicht getröpfelt hat. Die schwarze Dichtungsmasse, die der Hauswart deswegen draufgepappt hat, scheint zu halten. Der Tag kann also beginnen.

8:03 Uhr:

Der Flugzeugmodus beim Handy wird deaktiviert und schon vibriert das Ding, ein Anruf kommt rein. Moses will sichergehen, dass er mich um 10:00 Uhr von meiner Unterkunft im Stadtteil Kabalagala abholen kann. "Private taxi" sozusagen. Innerlich stelle ich mich also auf 11:00 Uhr ein - wenn ich etwas in Afrika gelernt habe, dann das: Zeit spielt keine Rolle. Bleiben umso mehr Minuten, um mich und meine Kameraausrüstung auf den großen Tag in der Pentecostal Church im Kisenyi Slum vorzubereiten. Rhona und Moses haben tagelang Vorbereitungen getroffen, um das zehnjährige Bestehen der Kirche und des Straßenkinderprojekts gebührend mit der Gemeinde zu feiern. Einen großen Auftrag vom gesamten Vereinsvorstand Friends 4 Friends e.V. habe ich auch bekommen: Möglichst viele bewegende Momente gestochen scharf zu dokumentieren.

Straßenkinderprojekt Happy Birthday
Straßenkinderprojekt Happy Birthday

11:17 Uhr:

Ganz falsch lag ich ja nicht mit der Zeitangabe. Ein bisschen habe ich mich dem African Lifestyle schon angepasst.

Moses steigt grinsend und mit offenen Armen aus dem Auto. Die Begrüßung ist eine afrikanische, sie kommt von ganzem Herzen und es ist für mich, als ob es unser 20. Wiedersehen wäre. Dabei ist es unser erstes Treffen, wir haben immer nur schriftlich kommuniziert.

Die Fahrt geht los. Mitten durch das mit Matatus (Minibus-Taxis) und Boda-Bodas (Motorrad-Taxis) überfüllte und stickige Kampala, damit ich auch gleich noch eine kurze Stadtbesichtigung bekomme. An einem bestimmten Punkt geht es nicht mehr weiter, alles steht und Moses aktiviert die Türverriegelung, lässt die Fenster hoch (es wird noch stickiger im Auto!), schiebt meine Kameraausrüstung unter den Sitz, deutet auf mein Handy, das ich unschuldig in der Hand halte und meint: "In die Hosentasche, sonst ist es weg!" Woraufhin ich natürlich sage: "Die Fenster und Türen sind ja eh schon zu." Moses grinst und entgegnet lachend: "Trotzdem."

Immer schön tun, was einem von einem Einheimischen empfohlen wird. Da macht man selten was falsch.

 

...to be continued...

Mälzerei
4
Sep

Was hat die alte Mälzerei Regensburg mit Friends 4 Friends zu tun?

Auf den ersten Blick natürlich gar nichts. Die Mälzerei ist eine Regensburger Institution - bekannt für alle Arten von Festivitäten vom abgefahrenen Punk über Disco bis hin zu Lesungen; Friends 4 Friends bekanntlich ein Verein, der sich für Projekte in Afrika engagiert.

Berührungspunkte? Null. Eigentlich. Bis vor kurzem eine gewisse Susanne auf Facebook postet, dass die Mälze ein paar Bettbezüge zu verschenken hätte. Die Mälze? Betten?

Wie auch immer, Interessenten gab es einige, aber trotzdem haben wir natürlich fleißig hingeschrieben. UND trara – wir sind nun stolze Besitzer von 50 kunterbunten Bettbezügen! Von wegen, ein paar... Damit machen wir 50 Kinder von Kampala Streetkids in Uganda glücklich, die neue bunte Bettdecken bekommen!

Mälzerei

Wir möchten uns herzlich für das Vertrauen bedanken, das die Mitarbeiter der Mälzerei in uns und unsere Arbeit haben!

P.S. Kopfkissenbezüge und Spannbetttücher können wir nicht brauchen – aber keine Sorge, auch dafür wurde ein Abnehmer gefunden. Diese Bestände gehen an den Tierschutzverein Regensburg!

dr. clemens mader
27
Jul

Friends 4 Friends trauert um Dr. Clemens Mader

Voller Schmerz hat uns die Nachricht vom Tod von Dr. Clemens Mader getroffen. Der Vereinsvorstand von Friends 4 Friends e.V. ist über sein plötzliches Ableben sehr bestürtzt. Es ist schwer zu fassen, da wir mit „unserem Dr. Clemens“ eine große Stütze im Kampala Straßenkids Projekt verloren haben.
Clemens ist jedem mit seinem guten Wesen und seiner offenen Art schnell ans Herz gewachsen. Er war jemand, der seinen Mitmenschen viel Gutes tat und seine Arbeit mit großer Freude machte.

 

Wir werden Clemens vermissen – den Menschen und sein einzigartiges Engagement.

 

dr. clemens mader

Zum Nachlesen: Dr. Clemens & das Straßenkinderprojekt

19
Jun

Travel Talks with Manu – Part III

Der dritte Teil hat zwar etwas auf sich warten lassen, aber nun ist auch dieser online. Danke nochmal Manu, dass du dir die Zeit genommen hast, auf all unsere Fragen zu antworten!

Wohin führte dich deine Reise?

Zuerst habe ich drei Monate in Uganda verbracht, danach war ich drei Monate mit meinem Freund in Südafrika. Nach einem kurzen Aufenthalt daheim, habe ich meinen Campinglupo startklar gemacht, meinen Hund eingepackt und bin noch einmal losgefahren. Über Süditalien (Apulien) nach Griechenland. Im Juli möchte ich wieder in Deutschland sein.

Wenn du einem Bekannten von deiner Reise erzählst, was fällt dir da als erstes ein?

Wenn ich über Uganda spreche, erzähle ich in erster Linie immer von den Menschen. Natürlich habe ich auch die Berggorillas besucht und das war sehr beeindruckend, aber im Herzen geblieben sind vor allem die unverstellten, hilfsbereiten, gastfreundlichen und herzlichen Menschen.

Was wird beim Projekt dringend benötigt, ist aber nicht da?

Ich kenn den aktuellen Stand nicht, aber ich habe gemerkt, dass es meistens an Kleinigkeiten fehlt, die für uns selbstverständlich sind. Wassereimer, Licht, Schuhe, Unterwäsche, Bettlaken... die Liste dürfte lang sein....
Travel Talks with Manu, Moses und Rhona

Du kennst durch deinen Beruf ja auch Kinderheime in Deutschland. Was sind die Unterschiede?

Also diese Frage dürft ihr mir jetzt echt nicht antun. Da könnte ich ja ein ganzes Buch darüber schreiben. Deshalb möchte ich euch eine grundlegende Gemeinsamkeit nennen: Es gibt hier wie da Menschen, die sich für Kinder in schwierigen Situationen interessieren. Und damit meine ich nicht, die sie grundsätzlich verändern wollen, sondern ein Stück ihres (oft schweren) Weges begleiten wollen und ihnen helfen, sich auf ein selbstbestimmtes sicheres Leben vorzubereiten. Und das ist auch das, was das Projekt für mich auszeichnet: Die Kinder kommen teilweise aus extrem schwierigen Situationen und benehmen sich anfangs auch entsprechend. Das ist sicher nicht einfach auszuhalten. Aber im Projekt können sie trotzdem die Erfahrung machen, dass sie als Menschen gemocht werden, dass man es gut mit ihnen meint und das sie eine echte Chance
haben, wenn sie es schaffen diese anzunehmen.

Was würdest du anderen raten, die das Projekt in Kampala besuchen möchten?

Das ist einfach: Setzt euch mit Friends 4 Friends in Verbindung und fragt, was ihr für das Projekt tun könnt... Aber besucht es auf alle Fälle! Keine Scheu!
16
Jun

Communication is everything!

Für gut funktionierende Projekte und auch für unsere Vereinsarbeit ist Kommunikation das A und O! Ohne kommt man schlichtweg nicht weiter. Das war früher schon so und ist heute nicht anders. Dass in der heutigen Welt die Möglichkeiten anders und vielfältig sind als noch vor 20 Jahren ist jedem klar. Was aber, wenn der Mensch, mit dem man Infos austauschen will, in einer Umgebung sitzt, die für Kommunikation nicht gerade günstig ist? Wenn er zwar einen Computer hat, der allerdings ein virenverseuchter Dinosaurier ist? Genau. Entweder leidet die Kommunikation oder sie findet erst gar nicht statt.
Umso besser, wenn man gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit mit uns wohl gesonnen Menschen in Kontakt kommt, die genau zu diesem Problem eine Lösung anbieten: Gebrauchte Laptops für unsere Projekte in Afrika!
 
Wir freuen uns sehr über die Spende von gleich drei Laptops von Alexander Gitter, Mitarbeiter der awinta, dem Marktführer für Apothekensoftware in Deutschland. Der Regensburger Zahnarzt Dr. Georg Ebner legte nach, spendete ebenfalls einen Laptop und obendrein noch jede Menge Zahnpasten für die Kids. Alle Geräte (und auch die Pasten!) sind inzwischen in Afrika bei den Projekten und dort fleißig im Einsatz.
Kommunikation ist alles: Rhona (r.) und Robinah (l.)

Merci vielmals!

Vielen herzlichen Dank an die Spender, Freunde und Vereinsmitglieder, die diese Laptops auf ihren Reisen mit nach Afrika genommen haben und die teuren Versandkosten somit umgangen werden konnten. Die Idee wird gerne zur Nachahmung empfohlen! Gebrauchte Laptops, die noch gut in Schuss sind, leiten wir gerne an die Projekte in Afrika weiter!
3
Jun

Travel Talks with Manu – Part II

Wie versprochen, hier der zweite Teil unseres Interviews mit Manu. Viele Späße beim Lesen:

Was waren deine allerersten Eindrücke, als du im Slum angekommen warst? Kann man dafür überhaupt Worte finden?

Ich war ja erst mal nur auf dem Projektgelände, erst am zweiten Tag haben wir die Gegend besucht, in der auch die Gottesdienste mit Rhona und Moses stattfinden und aus der die Kinder kommen. Dort gibt es wenig fest gebaute Häuser, v.a. Hütten, die aus verschiedensten Materialien zusammengezimmert sind und weder regen- noch winddicht aussehen. Die Wege zwischen den Hütten sind eine Mischung aus Mulden und Löchern im Boden und Abwasserrinnen, in denen stinkende Abfälle schwimmen. Am Rande des Slums direkt neben der Müllhalde hausen die Straßenkinder, die versuchen irgendwie zu überleben, indem sie zum Beispiel Plastikflaschen sammeln und säckeweise in ein wenig Geld umsetzten. Oftmals wird das Geld gleich wieder in Drogen investiert, weil nur so das Leben erträglich wird, der Hunger und die Kälte weniger spürbar. Deshalb lagen auch in vielen Ecken und zwischen dem ganzen Müll die Erwachsenen und Jugendlichen in eine
ganz andere Welt weggetreten.
Travel Talks
Travel Talks

Hattest du Angst? Oder Bedenken?

Ja, ich hatte schon ein komisches Gefühl und wäre ohne Moses und Rhona dort auch sicher nicht hingegangen. Aber die beiden kannten dort ja viele Straßenkinder und Erwachsene, sie sind wichtige Ansprechpartner für die Leute vor Ort, auch für die Kids, die schon mal im Projekt waren, aber den Sprung ins beschützte Leben nicht geschafft haben und dann wieder auf die Straße zurück sind. Man spürt, dass Rhona und Moses in dieser Gegend sehr respektiert und geschätzt werden und Ihnen viel Vertrauen und Liebe entgegengebracht wird.

Wie war die Zusammenarbeit mit Clemens? Wie habt ihr euch verstanden und bei was hast du mitgeholfen?

Clemens hat es uns einfach gemacht zu helfen. Ich hab ja schon in der Reportage beschrieben, wie liebevoll und zugewandt er mit den Kids war, auch wenn diese viel Angst vor dem großen weißen Doktor hatten. Das hat mich wirklich beeindruckt. Meine Freundin Karin hat ihm (als gelernte Arzthelferin) assistiert, wo dies nötig war, ich selbst habe vor allem meine Beobachtungen für die Reportage aufgeschrieben und zu jedem einzelnen Kind den gesundheitlichen Ist-Zustand und Clemens Empfehlungen. Damit auch Friends 4 Friends die nötigen Infos aus 
erster Hand bekommt. Clemens hat mir geduldig auch ein zweites und drittes Mal medizinische Begriffe diktiert, da ich als medizinischer Laie natürlich keine Ahnung davon hatte (geschweige denn die englischen Begriffe für Worte wie "Pilzerkrankung" oder "Hautekzem" kenne).
 
...to be continued...
29
Mai

Travel talks with Manu

Travel, travel, travel: Vergangenes Jahr war „unsere“ Manu sechs Monate in Afrika unterwegs, unter anderem in Uganda. Wir haben sie zu ihren Beweggründen für die Reise und ihren Erfahrungen in Afrika befragt. Dieses spannende Interview werden wir in mehreren Teilen veröffentlichen und Manu gibt Antwort auf all jene Fragen, die auch uns nach jeder Reise gestellt werden. Lest hier den ersten Teil unseres Gesprächs:

Wie lange warst du unterwegs und warum?

Ich habe das große Glück ein Jahr frei nehmen zu können... und: es gibt da so eine Liste. Auf die schreibe ich jene Dinge, die ich irgendwann einmal machen möchte. Darauf stand seit sechs Jahren "Gorillas in freier Natur beobachten". So kam ich auf Uganda. Nachdem ich dann auch noch bei Andy in einem der Afrikavorträge saß und sie mir dieses Land und die Menschen dort auf Fotos und aus ihren Erzählungen sympathisch nahegebracht hat, war ich überzeugt. Da muss ich hin!!! Und zwar nicht nur um die Gorillas zu sehen, sondern auch, um Land und Leute kennenzulernen. Also länger, und zwar so lange, wie man laut Visum bleiben kann, nämlich drei Monate.

Travel Talks mit Manu, die ihre Freiheit sichtlich zu genießen scheint.

Wie bist du auf das Straßenkinderprojekt gekommen und was hat dich bewegt dort mitzuhelfen?

Da ich wusste, dass Uganda nicht so groß ist und ich auch nicht gerne "nur"; von einem Ort zum nächsten hetze, hab ich mich mit Andy getroffen und sie gefragt, ob sie nicht eine Idee hätte, was ich sinnvollerweise in dem Land machen könnte. Gleichzeitig habe ich mich auch bei WWOOF Uganda beworben (World-Wide Opportunities on Organic Farms, ein weltweites Netzwerk, das Menschen zusammenbringt, die ein naturverbundenes Leben auf dem Land führen oder aktiv kennenlernen wollen).

Wie oft / wie lange warst du beim Projekt?

Andy hat noch von Deutschland aus den Kontakt zu Rhona und Moses hergestellt. Die beiden wussten also, dass ich mich melden werde. Sobald ich mich organisiert und orientiert hatte, traf ich mich mit den beiden am Backpacker, in dem ich wohnte. Ich hatte ja auch den riesigen Koffer mit Klamotten für die Kids aus Deutschland dabei. Da war ich froh, dass ich mich damit nicht alleine in ein Matatu quetschen musste, sondern abgeholt wurde. Insgesamt war ich 4 Mal beim Projekt, ich durfte ja auch dabei sein, als Dr. Clemens kam.

Wie bist du von den Kindern / der Projektleiterin aufgenommen worden?

Ach, wie überall in Uganda: voller Herzlichkeit. Die Kids haben sich alle schick gemacht als ich ankam, und sahen, dass ich Fotos machte. Sie haben also ihre saubersten Kleider und ihr schönstes Paar Schuhe angezogen und stolz posiert. Ein Lächeln gehört nicht zum Posieren dazu in Uganda. Auch wenn die Kids ansonsten fröhlich waren und viel gelacht haben, sobald die Kamera auf sie zeigte, wurde ein ernster Blick aufgesetzt. Ist ja auch eine ernste Sache, so ein Fotoshooting! 🙂
 
...to be continued...