Alina+Kids
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Jan

Alina in Katutura: Ein Schlussbericht, Teil 1

Erwartungen vs. Realität in Katutura

Alina ist mittlerweile wieder zurück in Deutschland. Hier ihre abschließenden Gedanken zu ihren Erlebnissen in Katutura...

Heute möchte ich rückblickend über meinen dreimonatigen Aufenthalt in Namibia berichten, der mich sicherlich sehr geprägt und weiterentwickelt hat.
Vor meiner Reise wusste ich nicht wirklich viel darüber, was mich in Namibia erwarten wird. Ich wusste, dass ich drei Monate in einer Suppenküche mithelfen werde, in der hunderte Kinder, viele HIV- positiv, täglich eine warme Mahlzeit bekommen. Ich wusste, dass ich im Armenviertel Katutura leben werde, das übersetzt Ort, an dem wir nicht leben wollen, bedeutet. Und ich wusste, dass ich erstmal auf mich allein gestellt sein werde. Dementsprechend war ich vor meiner Abreise etwas nervös.

Jetzt kann ich jedoch sagen, dass Monica’s soupkitchen alles andere als nur eine Suppenküche ist. Für viele Kinder ist diese Wellblechhütte in Goreangab ein Ort, an dem sie nicht nur täglich essen bekommen, sondern auch spielen, lernen und einfach Kind sein können. Die Helferinnen teilen oft Malsachen, Murmeln, Bälle oder Springseile aus, womit sich die Kinder ihre Zeit vertreiben. Teure Spielsachen sind da gar nicht nötig. Außerdem achten Monica und ihre Helferinnen sehr auf das Wohlergehen und die Gesundheit der Kinder. So wird ein Kind im Falle einer Verletzung sofort nach Regeln der Erste Hilfe verarztet.

Aber nicht nur bei kleineren Spieleunfällen, sondern auch bei größeren Problemen wird nicht weggesehen. Vor allem Monica kennt die familiären Hintergründe sämtlicher Kinder und sorgt im Falle einer HIV Erkrankung dafür, dass die Betroffenen die nötige Behandlung und Medikamente erhalten. Regelmäßig werden den Kindern und
Jugendlichen auch die Haare gewaschen oder Finger- und Fußnägel geschnitten, falls dies zu Hause nicht geschieht. Aber auch Sachspenden wie Schuhe oder Unterwäsche werden immer wieder verteilt. Doch Körperhygiene ist lange nicht das einzige, woran es den Kindern in Goreangab fehlt. Vielmehr sehnen sie sich nach Wertschätzung, Zuneigung und Liebe und gerade das wird ihnen in der Suppenküche gegeben.

Reifen-HOGH in Katutura
Alina und Kind in Katutura

Du bist nicht auf dich allein gestellt!

Diese Erwartung wurde also schon einmal weitaus übertroffen. Auch bin ich im Nachhinein sehr froh, mich dazu entschlossen zu haben, im Township Katutura zu wohnen. Natürlich hätte ich mich auch in einem Hostel in Windhoek City einnisten können, was sicherlich einiges vereinfacht hätte, aber ich habe dort so viele Menschen kennengelernt, die in diesem Viertel aufgewachsen sind und mir so freundlich und offen gegenübergetreten sind, wie man es aus Deutschland nicht kennt. So wurde ich beispielsweise zu Grillfesten, sogenannten Braais eingeladen, besuchte gemeinsam Gottesdienste der verschiedenen Stämme Namibias und tanzte auf einer traditionellen Hochzeit des Stammes Damara.

Auch die Sorge, dass ich auf mich allein gestellt bin, war schnell vergessen - nämlich nach meinem ersten Besuch in der Suppenküche.
An diesem Tag wurde ich von dutzenden strahlenden Kindern umarmt und die Helferinnen dort hatten von Beginn an immer ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen meinerseits und unterstützen mich soweit es ging. Charmaine, eine Helferin, die mir besonders ans Herz gewachsen ist, sagte in meiner ersten Woche sogar zu mir: ,,Alina, tell your Mom that she doesn’t need to worry because you also have a Namibian Mom here‘‘. Da fühlt man sich natürlich gleich willkommen und alles andere als alleine.

 

Soweit Alinas Beobachtungen, im zweiten Teil erzählt sie von kleinen und großen Überraschungen für die Kids!

 

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