Streichelzoo+Gruppe
15
Jan

Alina in Katutura: Ein Schlussbericht, Teil 2

Staunende & strahlende Kinderaugen

Eindrücke, die man im Township von Katutura sammelt, bleiben unvergessen. Hier der zweite Teil von Alinas Schlussbericht.

Und nach so viel Herzlichkeit wollte ich natürlich zumindest ein bisschen etwas zurückgeben, dafür war ich schließlich auch hier.
In meinem letzten Bericht habe ich bereits erzählt, dass ich täglich eine eigene Vorschulklasse unterrichtet habe, welche im Januar in die Grundschule startet. Da werde ich natürlich ganz besonders an jeden einzelnen denken und die Daumen drücken, dass das ABC und die Zahlen bis dahin noch sitzen. Zu Hause haben sie nämlich leider nicht die Möglichkeit zu üben, so kann das ein oder andere nach zwei Monaten Weihnachts- und Sommerferien schon einmal vergessen werden.

Als Belohnung für die fleißige Arbeit während des Unterrichts haben wir gemeinsam einen Ausflug zum Streichelzoo gemacht. Für die Kinder ein ganz besonderer Tag, sie kamen frisch gewaschen, mit sauberer Kleidung und sogar (fast) alle pünktlich. Es ist keine Selbstverständlichkeit aus dem Township in Katutura mal rauszukommen. Mit einem gemieteten Minibus starteten wir unseren Tag in Richtung Streichelzoo. Das erste Highlight, denn für manche Kinder war dies die erste Autofahrt ihres Lebens. Demnach kamen sie aus dem schauen und staunen gar nicht mehr raus. Dort angekommen ging es weiter mit Tieren füttern und beobachten. Absoluter Hingucker für alle: der wunderschöne Pfau. Danach konnten sich die Kinder am Spielplatz und im Bällebad austoben, während ich Sandwiches und Snacks als Stärkung vorbereitete.
Mit einigen Schulkindern, welchen ich gemeinsam mit zwei anderen Volontären häufig Nachhilfeunterricht vor allem in Mathe gegeben hatte, ging es eines Tages ins Schwimmbad. Auch da hatten alle sehr viel Spaß. Außerdem bauten wir Volontäre ein kleines Klettergerüst aus alten Reifen hinter der Suppenküche für die Kinder zum Spielen.

Ausflug nach Penduka

Kurz vor meiner Abreise organisierte ich noch einen etwas größeren Ausflug. Ich wollte mit den Kindern in Penduka zelten. Penduka bedeutet "Wacht auf" und ist ein ganz besonderer Ort in Katutura. Dieser liegt direkt an einem Staudamm, wodurch alles in einem saftigen grün erscheint und die Trockenheit Namibias für einen
Augenblick vergessen wird. Penduka ist außerdem ein Sozialunternehmen, das benachteiligten Frauen Entwicklungsmöglichkeiten und Ausbildungen in verschiedenen Bereichen bietet.

 

Schubkarrenlaufen
Streichelzoo-Snacks in Katutura

Eine spezielle Bedeutung hat dieser Ort auch für Monicas Suppenküche, denn hier wird das Essen zubereitet. Als ich dort einmal geholfen habe, war ich, als ich um 7 Uhr morgens eintrudelte, im Übrigen baff. Ich hatte eine Gruppe aus mindestens acht Leuten erwartet, doch es waren lediglich zwei, darunter Monicas Sohn Greg, die jeden Tag eine frische Soße aus Gemüse und Fleisch oder Fisch mit Maisbrei oder Reis für 800 Kinder kochen. Anschließend werden die vollen Töpfe von Peacemaker, ebenfalls ein Sohn von Monica, abgeholt und nach Goreangab gebracht. Peacemaker erledigt übrigens auch den Einkauf und besorgt wöchentlich alle nötigen Zutaten. Dabei wird auf gute Qualität der Produkte geachtet.

Aber zurück zu meinem Ausflug. Aus zelten wurde schließlich eine Übernachtung in den dortigen Ferienhäusern, die eigentlich von Touristen genutzt werden. Aber die nette Dame hatte (Dank Monicas Verhandlungskünsten) für die Kinder aus Goreangab einen guten Preis angeboten. Für insgesamt 25 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 15 Jahren, die Monica ausgesucht hatte, haben wir verschiedenste Spiele vorbereitet. Von Eierlaufen, Äpfel schnappen und Schubkarrenrennen, über Dosenwerfen bis hin zu Twister war für jeden etwas dabei. Zwischendurch wurde immer wieder gesungen und getanzt. Abends haben wir Würstchen gegrillt und die mitgebrachten Salate gegessen, ehe wir es uns am Lagerfeuer mit Marshmallows gemütlich gemacht haben. Ein Höhepunkt für die Kinder war mit Sicherheit auch die warme Dusche vor dem Schlafengehen und ein gemütliches Bett mit genug Platz, denn auch davon können viele von ihnen zu Hause nur träumen. Diese zwei Tage werden wohl nicht nur die Kinder, sondern auch ich nie wieder vergessen.

Rückkehr nach Hause

Ein perfekter Abschluss kurz vor meiner Heimreise. Mitte Dezember bin ich wieder am Flughafen in München gelandet. Meine Familie und Freunde waren also schon voll in Weihnachtsstimmung, aber für mich war das, um ehrlich zu sein nicht gerade die beste Zeit, um nach Hause zurückzukommen. Als wäre der Kulturschock nicht ohnehin schon groß genug, wird man mit gut gemeinten Fragen wie was es denn dieses Jahr an Heiligabend zu Essen geben soll oder welche Geschenke man gerne hätte, gequält. Lappalien, über die namibische Mädchen und Jungen in meinem Alter nicht nachdenken. Richtig angekommen bin ich jetzt wohl immer noch nicht. Mit meinen Gedanken bin ich noch sehr häufig in Namibia und verarbeite alle Erfahrungen und Eindrücke. Allerdings bin ich mir sicher, dass es mich früher oder später wieder dorthin verschlägt.

 

Vielen Dank noch einmal für alles Alina! Die Kids in Namibia werden sich garantiert sehr gerne an die Zeit mit dir erinnern!
Und sie würden sich sicher auf eine Wiedersehen mit dir freuen!

 

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