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31
Mai

Corona Notfallpakete in Uganda

Lockdown in Uganda

Dass Corona keine Grenzen kennt, dürfte nun hinreichend bekannt sein. Hier ein Einblick in die Situation in Uganda und was wir als Friends 4 Friends zur Unterstützung tun konnten...

Notfallpakete zusammengestellt

Jedes Land reagiert anders auf diese Herausforderung. Uganda hat schnell reagiert, die Grenzen geschlossen und eine strenge Ausgangssperre verhängt. Das hat sicher jede Menge Menschenleben vor dem Virus gerettet, dafür tun sich neue Probleme auf. Menschen, die in einem Slum irgendwo in Afrika leben, haben im Normalfall kaum die Möglichkeit, etwas anzusparen. Jeder Schilling, der tagsüber verdient wird, wird am Abend für Nahrungsmittel ausgegeben. Ein kleiner Teil muss zur Seite gelegt werden, man muss ja auch die Miete bezahlen.

Ausgangssperre bedeutet, dass das System kollabiert. Schneller als bei uns, weil die meisten Menschen in Europa ein kleines oder größeres Finanzpolster anlegen konnten. Nicht in einem Slum in Afrika.

Um der größten Not zu begegnen, hat Friends 4 Friends in Uganda Notfallpakete für ein paar der ärmsten Familien im Slum zusammenstellen lassen. Die Ärmsten, das sind alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel, Seife und diverse Hygieneartikel.

 

Notfallpakete
Notfallpakete 2
Kajoina-Notfallpakete

Update aus Uganda

Diese Nachricht erreichte uns vor kurzem von der Projektleiterin Rhona aus Uganda:

Wir sind in landesweiter Quarantäne seit dem 18. März. Alle Geschäfte und Betriebe haben zugesperrt außer den Supermärkten, Krankenhäusern und Sicherheitseinrichtungen. Öffentlicher und privater Verkehr stehen still, wie auch Kirchen und Schulen. Eines der Dinge, das uns am meisten Probleme bereitet, ist das Fehlen von Transportmöglichkeiten. Manchmal muss man 5 bis 7 Meilen zu Fuß gehen, um zum Ziel zu kommen. Wenn ich zum Beispiel Geld von der Bank für die Pfarrei brauche, muss ich ungefähr 5 Meilen hinlaufen und die gleiche Strecke dann auch wieder zurück. Um die weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden, hat die Regierung die Menschen dazu gezwungen zu Hause zu bleiben. Der Nachteil daran ist, dass ca. 95% der Bevölkerung von der Hand in den Mund lebt. Es ist also eine extrem große Herausforderung für die meisten Menschen hier.

 

Woher bekomme ich Lebensmittel?

Für die meisten Familien ist die Besorgung von Lebensmitteln ein Problem. Die Regierung hat versucht Notfallpakete zu verteilen, aber bis jetzt hat der größte Teil der Bevölkerung seinen Anteil noch nicht erhalten. Leider gibt es viele korrupte Beamte, die die Situation ausnutzen, um sich selbst zu bereichern.

Zwischen 19:00 Uhr abends und 06:00 Uhr morgens haben wir landesweit Ausgangssperre. Dies dient vor allem der Sicherheit. Seit die Menschen so lange Strecken zu Fuß gehen müssen, würden ohne Ausgangssperre leider viele in der Nacht in Gefahr geraten. Bei erhöhter Arbeitslosigkeit steigt leider auch die Kriminalität an.

Zu Beginn der Quarantäne haben Sicherheitskräfte Menschen geschlagen, die gegen die zusätzlichen Verordnungen verstoßen haben. Unser Präsident hat dies aber stark verurteilt, somit passiert das jetzt eher selten. Jetzt müssen die Menschen vor allem mit Geldstrafen rechnen. In den Gegenden, die immer noch öffentlich zugänglich sind, wie zum Beispiel den Märkten, müssen die Hände gewaschen werden und es wird auch Fieber gemessen.

 

Eine Auflockerung in Sicht

Die Regierung hat begonnen die Quarantäne langsam wieder aufzuheben, momentan werden leider nur Autowerkstätten und Metallwerke zusätzlich geöffnet. Wir hatten gehofft, dass zumindest der öffentliche Verkehr wieder in Betrieb genommen werden würde.

 

 

 

Soweit der Bericht von Rhona aus Uganda.
Wir hoffen, dass es bald möglich ist, die Beschränkungen weiter zu lockern und vor allem den öffentlichen Verkehr wieder zu reaktivieren!

 

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