Home of Good Hope Archives - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
Gruppenfoto-Penduka
21
Feb

“Freiwillige” Schulgebühren in Namibia

Über erzwungene Freiwilligkeit und andere Seltsamkeiten

Wer kennt es nicht aus den Erzählungen von Eltern oder Großeltern: im Nachkriegs-Deutschland musste man in die Schule, ins Kino oder in die Tanzschule Holz oder Briketts mitbringen. Zusätzlich zum Eintrittsgeld, versteht sich...

Das ist lange her. Trotzdem gibt es dieses System, dass man für das Funktionieren von öffentlichen Räumen selber zuständig ist, noch immer. Oder wieder. Nicht bei uns, aber in Namibia.

Jedes Jahr im Januar kümmert sich Peacemaker, unser Education Manager in Namibia, um die Schulgebühren, neue Schuluniformen, Rucksäcke, Hefte, Bücher und Stifte für alle Schüler im Programm.  In Namibia beginnt das neue Schuljahr normalerweise im Januar, Corona-bedingt heuer erst im Februar.

Für Familien, die in Katutura leben, ist der Januar grundsätzlich der schwierigste Monat des ganzen Jahres. Das liegt am Beginn des Schuljahres und den damit verbundenen Kosten. Die Uniform beträgt je nach Schule 25.-€ bis 35.-€. Dazu kommt Schreibmaterial in Höhe von 35.-€. Nicht zu vergessen die Schulgebühren. Diese variieren je nach Schule und Schulstufe. Das sind Beträge zwischen 15.-€ und 65.-€ für das Jahr.

Was ist eine "Freiwillige Schulgebühr"?

Neu ist, dass heuer von fast allen Schulen zusätzlich eine „Contribution Fee“ verlangt wird, meist mit dem Zusatz „Voluntary“. Übersetzt bedeutet das „ Freiwilliger Beitrag“. Natürlich wollten wir wissen, was sich dahinter verbirgt – zumal das mit der Freiwilligkeit so eine Sache ist...
Niemand konnte uns das so genau beantworten. Manche Schulen verlangen einen Beitrag für die Wartung des Schulbusses, andere erklären die Zusatzgebühren mit der Finanzierung von Gebrauchsartikeln für die Schüler. Der Betrag muss bezahlt werden, sonst darf das Kind die Schule nicht besuchen.

 

 

 

Schulgebühren-Gruppenfoto-Gebrauchsartikel
Schulgebühren-Schulgebrauchsartikel

So weit, so gut. Aber dann sei uns die Frage erlaubt, warum zusätzlich zu den Schulgebühren, der Schuluniform und der „Contribution Fee“ jedes Kind am ersten Schultag auch noch Toilettenpapier, Taschentücher und Putzmittel mitbringen muss.

 

Wer kann sich das leisten?

Wir sprechen hier von öffentlichen Schulen, die Kinder in unserem Förderprogramm sind nicht auf superteuren Privatschulen. Also sollte man meinen, dass der Staat für die Kosten von Toilettenpapier und Putzmitteln aufkommt und dass die sowieso schon erhobenen Schulgebühren die Kosten pro Schüler und Schülerin decken.

Wenn wir uns die Beträge anschauen, die von den Schulen verlangt werden, ist das in unseren Augen vielleicht nicht viel Geld. Aber für die Menschen in Katutura ist das ein sehr großer Betrag, der zur Unzeit erhoben wird, wenn die Familien sowieso schon am Limit mit der finanziellen Belastung für ihre Schulkinder sind. Dieses Geld fehlt dann an anderer Stelle, z.B. für Kleidung oder Essen. Manche Familien werden vermutlich nicht alle Kinder in die Schule schicken können.

Dieses Problem haben „unsere“ Schulkinder nicht.
Für unsere Kids wurden die Schulgebühren und Sondergebühren bezahlt und somit steht einem Start ins neue Schuljahr nichts mehr im Weg.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass Schulgebühren insgesamt in den Ländern des Globalen Südens eine Katastrophe für Eltern und Schüler sind. In Namibia wurden sie vor einigen Jahren abgeschafft, dann allerdings wieder eingeführt und nun auch noch durch „Voluntary Contribution Fees“ und Sachleistungen ergänzt!

 

Theaterklub-Gruppe
28
Dez

Theaterklub Namibia

Die Muse küsst auch in der Pandemie!

Alles begann im Dezember 2019, als wir unseren Kids vom Home of Good Hope eine besondere Weihnachtsüberraschung ermöglichen konnten...

Wir lernten Jana Marie Backhaus-Tors kennen und damit die Fun Factory Namibia. Jana und ihre KollegInnen bringen unter anderem als Klinik-Clowns Freude in den manchmal tristen Alltag. Außerdem organisieren sie auch spezielle Weihnachtsshows. Genau damit traten sie in der Suppenküche vom Home of Good Hope vor mindestens 150 begeisterten Kids auf.

Da die Show so gut ankam, haben wir beschlossen, die Kooperation mit Fun Factory Namibia weiter auszubauen und einen Theaterklub für Teenager zu gründen. Ende Januar war es dann soweit: Der Theaterklub wurde initiiert und Christian, unser Jura-Student, wurde zum lokalen Projektmanager ernannt. Die Idee dahinter war und ist es, Teenager zwischen 14 und 18 Jahren aus unterschiedlichsten Milieus zusammen zu bringen und in Kreativität zu vereinen.

Im Februar begann dann der erste Workshop und die 9 teilnehmenden Kids hatten eine Menge Spaß. Ursprünglich war geplant, ein kleines Theaterstück einzustudieren und dann aufzuführen, leider kam Corona dazwischen. Erst im Juni konnten die Proben wieder aufgenommen werden. Nichtsdestotrotz wurde kurzfristig eine Clownshow einstudiert. Ende November war es dann soweit – der große Auftritt. Wie dieser verlief berichtet Jana:

 

 

 

Theaterklub-Auftritt
Theaterklub-Auftritt2
Theaterklub-Vorbereitung

Ein gelungener Abschluss

2020 war ein turbulentes Jahr für uns. Umso schöner war deshalb dieser Nachmittag für die 9 namibischen Highschool-Schüler des Theaterklubs von Friends4Friends & der Fun Factory sowie für die Lehrer und Initiatoren. Nach zahlreichen Änderungen und Unterbrechungen des wöchentlichen Unterrichts durch die Pandemie gelang es uns schließlich doch noch, zumindest eine kleine Show auf die Bühne zu bringen - wenn auch kein komplettes Theaterstück. Die letzten Wochen widmete die Gruppe der Clownerie und wir beschlossen, mit Musik, Seifenblasen und selbstgebastelten Kostümen anderen Kindern aus der Township Katutura eine Freude zu bereiten.

Premiere hatte das Clown-Ensemble vor 50 mindestens genauso aufgeregten Kindern beim Family of Hope Center. Bereits nachdem der erste Clown die Bühne betrat, hörten wir das Publikum kichern und es gab mehrfach anfeuernden Szenenapplaus für die Gruppe. Die Schüler luden die jüngeren Kinder zum Mittanzen und Klatschen ein. Als am Ende das bekannte Lied “Baby-Shark” aus dem großen Lautsprecher ertönte, gab es kein Halten mehr. Alle machten freudig mit! Der Theaterklub schöpfte anschließend noch weiter aus den Erfahrungen des Jahres und plante innerhalb einer Minute hinter dem Vorhang eine Zugabe und erweiterte so die Performance erfolgreich.

Bevor der Taxibus die Schauspieler wieder abholte, genossen es Groß und Klein noch gemeinsam zu spielen und zu toben. Besser hätten wir uns diese Premiere nicht wünschen können.

Vielen Dank an Jana, Melchizedek, Remember und Christian für die Organisation und Leitung der Workshops!

 

Maria+Monica-Tafel
30
Sep

Home of Good Hope-Stiftung Niederlande

Gute Hoffnung auf Holländisch

Wir möchten euch heute nach Camos und Aktion Straßenkinder einen weiteren unserer Partner vorstellen, nämlich die Home of Good Hope – Stiftung Niederlande...

Die Home of Good Hope-Stiftung Niederlande besteht aus fünf ehrenamtlichen Mitgliedern und hat ihren Sitz in Gilze-Rijen. Der Bürgermeister der Ortschaft ist ein großer Unterstützer und Botschafter der Stiftung.

Entstehungsgeschichte

Ähnlich wie auch bei Friends-4-Friends entstand die Stiftung durch das Kennenlernen von Monica in Namibia. Schon 2007 wurde Monica bei der Gründung des Home of Good Hope von zwei niederländischen Urlaubsgästen, Dik und Debby van Osch (sie waren damals auf Hochzeitsreise) unterstützt. Sie versuchten, in den Niederlanden über die von ihnen gegründete Kind en Welzijn-Stiftung (Kinder- und Wohlfahrtsstiftung) Spenden zu sammeln. 2011 kam Maria van der Wal als Volontärin in die Suppenküche in Katutura. Das war der Startpunkt der Home of Good Hope-Stiftung mit ihr als Vorsitzende.

 

 

 

Maria+Sportteam
Diny+Bart

Tätigkeitsfelder

Das Hauptziel der Home of Good Hope - Stiftung ist es, Monica und ihr Home of Good Hope in Namibia finanziell dabei zu unterstützen, den Kindern ein tägliches, gesundes, vollwertiges Essen zu ermöglichen.

Im Bereich Bildung werden zwei Nachhilfe-Klassen finanziert, die die Räumlichkeiten der Olof Palme Grundschule benutzen dürfen. Außerdem helfen Maria und ihre Stiftung Kindern bei der Suche und dem Einschreiben in Schulen. Zusätzlich finanzieren sie neue Schuluniformen oder sorgen für deren Reparatur, wenn sie noch gerettet werden können. Regelmäßig besuchen Schüler und Schülerinnen aus niederländischen Krankenpflegeschulen die Suppenküche in Katutura und helfen beim Verteilen des Essens oder führen Hygiene- und Gesundheitsschulungen durch.

Außerdem ermutigt und unterstützt die Stiftung die Kids in Namibia bei der Ausübung verschiedenster Sportarten wie Fußball oder Netball. Es wird zum Beispiel der Transport zum Training bzw. zu den Matches finanziert, damit die Kinder die teilweise sehr langen Strecken nicht laufen müssen.

Über die Facebook-Seite der Stiftung bekommt man regelmäßig Updates.

 

 

 

Auch wenn wir uns nie persönlich getroffen haben, freuen wir uns, mit so engagierten, herzlichen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen.
Vielleicht treffen wir uns ja irgendwann einmal beim Startpunkt unserer gemeinsamen Geschichte, in Monicas Suppenküche!

 

30
Mai

Artikel über Friends 4 Friends in der Mittelbayerische

Mittelbayern goes Africa!

In der "Mittelbayerische" Ausgabe vom 19.05. ist ein Artikel über Friends 4 Friends zum Thema "Viren haben keine Grenzen" in der Sparte Außenansicht erschienen. Hier zum Nachlesen...

MZ-Außenansicht-Viren haben keine Grenzen

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung unseres Beitrags!

huettenbesitzerin+monica
5
Mai

Aktion Straßenkinder: Unser Partnerverein

Ein Verein hilft selten allein!

Aus gegebenem Anlass möchten wir euch einen unserer Partnervereine näher vorstellen: Aktion Straßenkinder e.V.

Der kleine, aber sehr feine Verein Aktion Straßenkinder ist seit über 20 Jahren aktiv in der Unterstützung von Straßenkindern und Sozialwaisen tätig. Und wer unsere Tätigkeitsbereiche kennt, der weiß sofort: Da gibt es thematische Überschneidungen! Hauptaugenmerk liegt auch bei Aktion Straßenkinder auf der Versorgung der Kinder mit täglichen vollwertigen Mahlzeiten. Sowohl die Unterstützung der medizinischen Versorgung als auch die Finanzierung von Schul- und Ausbildung stehen im Zentrum des Vereins.

Finanzierung und Arbeitsweise

Finanziert wird die Arbeit über Geld- und Sachspenden sowie Kinderpatenschaften. Zur Deckung der Betriebs- und Verwaltungskosten des Vereins wurde das in Deutschland einzigartige Konzept des “Charity Stores” entwickelt. Einen kleinen Teil der Sachspenden kann man hier um einen günstigen Preis erstehen. Somit freuen sich auch bedürftige Menschen in Deutschland über einen günstigen Einkauf. Selbst Hilfstransporte mit Sachspenden (Kleidung, medizinisches Equipment, Matratzen oder Spielsachen für Kinder) werden je nach Bedarf vor Ort und finanzieller Lage organisiert. Zu den Ländern, in denen Aktion Straßenkinder tätig ist, zählen die Ukraine, Weißrussland, Moldavien, Rumänien, Haiti, Indien und Namibia.

 

Hüttenbau fast fertig
Hüttenbau Start

Arbeit in Namibia

Somit überschneiden sich unsere Aktionen nicht nur thematisch. Wir teilen uns obendrein eine Verbundenheit mit Monica, der Leiterin vom Home of Good Hope in Namibia. Seit 5 Jahren wirkt Aktion Straßenkinder dort tatkräftig mit und wurde für Monica zu einem langjährigen Partner im Kampf gegen die Armut in Katutura. Über das Projekt „make shacks“ wurden Wellblechhütten für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder errichtet, um ihnen ein neues Zuhause zu schenken. Zum Preis von ca. € 500.-  werden die Hütten nahe Namibias Hauptstadt Windhoek errichtet.
Da es immer wieder zu Räumungen durch die Regierung kommt, ist es von großem Vorteil, dass man die mobilen Wellblechhütten jederzeit abbauen und an einem anderen Ort wieder aufbauen kann.

Aktuelle Unterstützung

Covid-19 hat auch Namibia erfasst! Durch eine sehr großzügige Spende von Aktion Straßenkinder konnten wir vor Kurzem gemeinsam Monica und ihr Team dabei unterstützen, Pakete mit diversen Hygieneartikeln und haltbaren Nahrungsmitteln zusammenzustellen und an bedürftige Familien zu verteilen, um in der Zeit der Ausgangssperre - aufgrund des Coronavirus - gerüstet zu sein.

 

 

Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit an dieser Stelle!
Gemeinsam können wir doppelt so viel Steine aus dem Weg räumen, um den Kindern eine bessere Zukunft zu ebnen.

 

Zähneputzen-Bürste
30
Mrz

Gesundheitsschulungen: Gesunde Ernährung & Infektionskrankheiten

Wir trotzen den Viren und Bakterien!

Wie schützt man sich vor Ansteckung mit Infektionskrankheiten? Auch dieses sehr aktuelle Thema wurde in Alinas Gesundheitsschulung behandelt…

Zuerst aber noch ein anderes sehr wichtiges Thema. Der Ursprung des Home of Good Hope lag und liegt ja darin, so vielen Kids wie möglich zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu geben. Bei einer teilweise doch sehr limitierten Auswahl an Nahrungsmitteln soll das Thema Gesunde Ernährung trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen - nicht vergessen werden. Alina erzählt:

„Außerdem habe ich zum Thema Gesunde Ernährung zusammen mit den Kindern ein Plakat gestaltet. Dazu habe ich Bildchen von verschiedensten Nahrungsmitteln ausgedruckt und laminiert, welche dann in die Zonen der Ernährungspyramide auf dem Plakat einzuordnen waren und festgeklebt wurden. Da war ich anfangs sehr unsicher, da ich nicht wusste, wie groß das Vorwissen der Kinder in diesem Bereich war. Meistens waren sich alle aber doch sehr schnell einig und lediglich bei dem ein oder anderen Punkt herrschte Diskussions- und Erklärungsbedarf.“

Wie wichtig der Schutz vor Ansteckung ist, sehen wir in der aktuellen Coronakrise. Dazu kommt, dass im Township HIV/Aids und Tuberkulose weit verbreitet sind. Wir können nur hoffen, dass die Kids sich jetzt an Alina und ihre wichtigen Ratschläge erinnern:

„Mit meiner Vorschulklasse - bestehend aus etwa 15 Kindern von fünf bis sieben Jahren - habe ich besprochen, wie man sich vor Krankheiten und Infektionen schützen kann oder zumindest das Ansteckungsrisiko reduziert. Dabei bin ich auf ganz grundlegende Dinge wie regelmäßiges Händewaschen, Mund bei Husten und Niesen bedecken und vor allem das besonders vorsichtige Umgehen mit offenen Wunden und Blut eingegangen.“

 

 

Ernährungspyramide. Ansteckung durch gesunde Ernährung vermeiden.

Wir hoffen, dass bei den Kids so viele Informationen wie möglich in tägliche Praxis übergehen.
Vielen Dank dir, Alina, für deinen Einsatz!

 

Markt-Afrika
29
Mrz

Was bedeutet Corona für den afrikanischen Kontinent?

Viren kennen keine Grenzen!

Nein! Jetzt auch noch bei Friends 4 Friends ein Artikel über Corona... Man mag es schon gar nicht mehr hören. Aber man muss. Man muss hinhören. Denn Corona in Afrika ist nicht Corona in Europa.

Hier in Europa sitzen wir nun im Home Office, gehen nur noch raus, wenn es sein muss. Viele von uns haben Einbußen im finanziellen Bereich. Wir sorgen uns, dass wir nicht genügend Intensivbetten haben werden. Wir streiten im Supermarkt um die letzte Rolle Klopapier. Es werden Atemmasken zu irrwitzigen Preisen verkauft.

Wir kaufen aber auch gerne für die 70-jährige Nachbarin mit ein. Wir solidarisieren uns mit den Schwächeren unserer Gesellschaft und zeigen das auch gerne nach außen. Das ist gut so.

Aber wir sind keine Insel – es gibt auch sehr viele Schwächere außerhalb unserer eigenen Gesellschaft.

Schauplatz Afrika

Zum Beispiel Uganda oder Namibia. Wie soll das, vor allem in den Townships, mit Social Distancing klappen, wenn in einer Hütte - in der Größe vergleichbar mit einer deutschen Garage - acht Personen leben? Vom Säugling bis zum Greis versteht sich. Ausgangssperre in diesen Ländern?

Ausgangssperre in Afrika bedeutet, dass die Menschen, die oft sowieso schon kein geregeltes Einkommen haben, nun gar nichts mehr verdienen können. Die wenigsten Menschen können ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen. Sie arbeiten als Tagelöhner, Autowäscher oder als Verkäufer auf dem Markt. Können sie nicht mehr arbeiten, gibt es auch kein Geld. Wir sprechen hier von Menschen ohne ein Guthaben auf der Bank. Wir sprechen von Menschen, die nie ein Bankkonto hatten.

Die meisten Menschen in Afrika gehen zum Einkaufen nicht in den Supermarkt – hier werden Dinge des täglichen Bedarfs auf den lokalen Märkten gekauft. Täglicher Bedarf ist in diesem Falle wörtlich zu verstehen. Ist Geld da, dann wird eingekauft, ist keines da, wird gehungert. Das ist die Realität, auch schon vor Corona. Es kann nicht vorausschauend eingekauft werden, wenn jeder Tag rein finanziell gesehen eine neue Herausforderung ist. Abgesehen vom rein finanziellen Aspekt gibt es in den meisten Haushalten in Slum oder Townships weder Strom noch fließendes Wasser. Eine Bevorratung von Lebensmitteln ist schon aus diesem Grunde nur sehr eingeschränkt möglich.

Utensilien-Hilfspaket
Corona Hampers-Übergabe
Township-Namibia
Weg zur Kirche- Uganda

Krankenversorgung in Afrika

Manche Personen in der westlichen Welt behaupten, dass Corona Afrika nicht besonders treffen wird, mit der Begründung: Es gibt dort ja vor allem junge Menschen. Das ist reichlich kurz gedacht. Auch die jüngere Generation hat Vorerkrankungen. In manchen Slums und Townships liegt die HIV-Rate bei 20%, dazu kommen TBC, Hepatitis und Malaria. Nicht zu vergessen das Prinzip der Großfamilien, die alle unter einem Dach leben. Normalerweise sind die Menschen tagsüber draußen, gehen zur Arbeit oder zur Schule. Nun sollen sie zu Hause bleiben. Den nötigen Abstand zueinander halten, ist weder auf der Straße noch zu Hause möglich. Seniorenheime sind in den meisten Ländern Afrikas unbekannt. Dadurch ist die Ansteckungsgefahr für die Älteren viel höher als bei uns. Zumal es in vielen Haushalten an den einfachsten Dingen fehlt. Ich spreche hier nicht von Desinfektionsmitteln, ich spreche von Seife und Wasser. Ich spreche von mehr als einem Teller für alle, ich spreche von einem Löffel für jede Person im Haushalt.

Die Gesundheitssysteme funktionieren schon teilweise in unseren Breitengraden nicht. Die Systeme in den meisten Ländern Afrikas sind auf eine derartigen Krise gar nicht ausgelegt. Außerdem wachsen die Überlebenschancen in vielen Ländern Afrikas mit dem Kontostand. Die wenigsten Afrikaner haben eine Krankenversicherung und können sich eine Versorgung im Krankenhaus jetzt schon nicht leisten. Auf der anderen Seite gibt es irrwitzig teure Privatkliniken für diejenigen mit einem dicken Bankkonto.

All das mag uns momentan mit unseren eigenen Problemen zweitrangig erscheinen, aber die Coronakrise in Afrika wird zu einer eigenen Krise werden. Durch die zusätzliche Verarmung ganzer Gesellschaften durch die Pandemie werden neue Flüchtlingsströme ausgelöst. Und das betrifft dann wiederum auch die reichen Staaten des Globalen Nordens.

Menschen in Afrika, Indien und Südamerika in dieser Not zu helfen, ist nicht nur unsere Pflicht, sondern auch purer Eigennutz. Viren kennen keine Grenzen. Das Virus ist erst dann wirklich besiegt, wenn es überall auf der Welt verschwunden ist.

Hilfspakete für Uganda und Namibia

Friends 4 Friends möchte auch in dieser Krise über den eigenen Tellerrand schauen. Solidarität zeigen mit den Schwächeren, das sollte nicht nur in unserer eigenen Gesellschaft die Norm sein. Das sollte für alle Menschen auf dem gesamten Planeten gelten.

Wir haben beschlossen, für die ärmsten Familien aus unseren beiden Programmen Hilfspakete vor Ort zusammenstellen zu lassen. Inhalt: Haltbare Nahrungsmittel, Obst, sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel. Unsere Partner vor Ort wissen, was nun am nötigsten gebraucht wird.

 

Dafür benötigen wir Hilfe – von jedem einzelnen: für die Schwächsten in Afrika, Kinder, Frauen, Alte und Kranke.

 

 

Zähneputzen-Titelbild
26
Mrz

Gesundheitsschulungen: Hand- & Zahnhygiene

Saubere Hände, blitzende Zähne

Gerade jetzt, wo das Coronavirus weltweit wütet, sollte uns bewusst sein, wie wichtig Basiswissen über Hygiene (Hände und Zähne) und Gesundheit ist…

Könnt ihr euch noch an unsere Volontärin Alina erinnern, die letztes Jahr für drei Monate im Home of Good Hope (HOGH) mitgearbeitet hat? Nach ihrer Rückkehr erzählte sie uns, was sie im Gesundheitsbereich für Schulungen durchgeführt hatte:

Thema: Hände waschen

„Zuerst ging es einmal um die Basics… Hände waschen! Das ist mir natürlich gleich in den ersten Tagen im HOGH aufgefallen. Zwar fand ich es grundsätzlich sehr gut, dass sich alle Kinder vor dem Essen die Hände waschen müssen. Die Umsetzung war jedoch nicht optimal, da zum einen das dafür bereitgestellte Wasser nach den ersten Waschgängen total verdreckt war, aber auch, weil es sich dabei eher um ein kurzes Benässen oder Abkühlen der Hände handelte. Deshalb habe ich einige Blockseifen gekauft und mit den jüngsten Vorschulkindern (ca. 50 Kinder) einen Vormittag lang geübt, wie richtiges Händewaschen funktioniert (Handinnenflächen, Handrücken, zwischen den Fingern, Zeit lassen usw.). Außerdem hat jedes der teilnehmenden Kinder ein Stück Seife mit nach Hause bekommen.“

Zähne putzen

Was uns schon im frühen Kindesalter durch unsere Eltern und später auch in der Schule durch zahlreiche Demonstrationen verinnerlicht wurde, ist das Zähne putzen. Könnt ihr euch noch an das Einfärben eurer Zähne oder der Zähne eurer Kinder erinnern, um die Gründlichkeit des Putzens zu überprüfen? Auch im HOGH - mit der Hilfe von Alina - wird Wert darauf gelegt den Kindern Zahnhygiene zu vermitteln:

Zähne putzen - Becher
Seife zum Hände waschen

„Monica hat wohl vor einiger Zeit schon das Ritual eingeführt, dass sich die Kleinen täglich nach dem Essen in der Suppenküche die Zähne putzen. Dies wurde aber leider nicht mehr gemacht. Im Gespräch mit einem Jungen aus der Suppenküche erfuhr ich dann noch, dass sich einige im Township den Mund lediglich mit Salzwasser ausspülen und nicht wirklich Erfahrungen mit Zahnhygiene haben. Deshalb wollte ich das Zähneputzen vor Ort wieder zur Gewohnheit machen.
Ich habe für (fast) alle Kinder, die vor 12 Uhr in der Suppenküche essen, Zahnbürsten organisiert und mit ihrem Namen beschriftet, um dann täglich mit ihnen zusammen die Zähne zu putzen. Das war mit der großen Anzahl an Kindern meistens etwas chaotisch, aber bestimmt sinnvoll. Die Zahnbürsten wurden nur teilweise neu gekauft. Auf Anraten Monicas habe ich auch die alten, schon benutzten Zahnbürsten, die noch in der Suppenküche in einer Box verstaut waren, in abgekochtem Salzwasser gereinigt und neu verteilt. Ich habe auch überlegt, den Kindern ihre Zahnbürsten mit nach Hause zu geben. Allerdings hatte ich Bedenken, ob sie dort die tägliche Mundhygiene konsequent weiterführen. Natürlich gab es auch beim Zähne putzen zuerst einen Crashkurs, wie das ganze auszusehen hat, sodass keine Stellen vergessen werden.“

 

Doch das war noch nicht alles.
Was Alina noch für Schulungen im Bereich Gesundheit durchgeführt hat, darüber wird im nächsten News-Artikel berichtet…

 

Streichelzoo+Gruppe
15
Jan

Alina in Katutura: Ein Schlussbericht, Teil 2

Staunende & strahlende Kinderaugen

Eindrücke, die man im Township von Katutura sammelt, bleiben unvergessen. Hier der zweite Teil von Alinas Schlussbericht.

Und nach so viel Herzlichkeit wollte ich natürlich zumindest ein bisschen etwas zurückgeben, dafür war ich schließlich auch hier.
In meinem letzten Bericht habe ich bereits erzählt, dass ich täglich eine eigene Vorschulklasse unterrichtet habe, welche im Januar in die Grundschule startet. Da werde ich natürlich ganz besonders an jeden einzelnen denken und die Daumen drücken, dass das ABC und die Zahlen bis dahin noch sitzen. Zu Hause haben sie nämlich leider nicht die Möglichkeit zu üben, so kann das ein oder andere nach zwei Monaten Weihnachts- und Sommerferien schon einmal vergessen werden.

Als Belohnung für die fleißige Arbeit während des Unterrichts haben wir gemeinsam einen Ausflug zum Streichelzoo gemacht. Für die Kinder ein ganz besonderer Tag, sie kamen frisch gewaschen, mit sauberer Kleidung und sogar (fast) alle pünktlich. Es ist keine Selbstverständlichkeit aus dem Township in Katutura mal rauszukommen. Mit einem gemieteten Minibus starteten wir unseren Tag in Richtung Streichelzoo. Das erste Highlight, denn für manche Kinder war dies die erste Autofahrt ihres Lebens. Demnach kamen sie aus dem schauen und staunen gar nicht mehr raus. Dort angekommen ging es weiter mit Tieren füttern und beobachten. Absoluter Hingucker für alle: der wunderschöne Pfau. Danach konnten sich die Kinder am Spielplatz und im Bällebad austoben, während ich Sandwiches und Snacks als Stärkung vorbereitete.
Mit einigen Schulkindern, welchen ich gemeinsam mit zwei anderen Volontären häufig Nachhilfeunterricht vor allem in Mathe gegeben hatte, ging es eines Tages ins Schwimmbad. Auch da hatten alle sehr viel Spaß. Außerdem bauten wir Volontäre ein kleines Klettergerüst aus alten Reifen hinter der Suppenküche für die Kinder zum Spielen.

Ausflug nach Penduka

Kurz vor meiner Abreise organisierte ich noch einen etwas größeren Ausflug. Ich wollte mit den Kindern in Penduka zelten. Penduka bedeutet "Wacht auf" und ist ein ganz besonderer Ort in Katutura. Dieser liegt direkt an einem Staudamm, wodurch alles in einem saftigen grün erscheint und die Trockenheit Namibias für einen
Augenblick vergessen wird. Penduka ist außerdem ein Sozialunternehmen, das benachteiligten Frauen Entwicklungsmöglichkeiten und Ausbildungen in verschiedenen Bereichen bietet.

 

Schubkarrenlaufen
Streichelzoo-Snacks in Katutura

Eine spezielle Bedeutung hat dieser Ort auch für Monicas Suppenküche, denn hier wird das Essen zubereitet. Als ich dort einmal geholfen habe, war ich, als ich um 7 Uhr morgens eintrudelte, im Übrigen baff. Ich hatte eine Gruppe aus mindestens acht Leuten erwartet, doch es waren lediglich zwei, darunter Monicas Sohn Greg, die jeden Tag eine frische Soße aus Gemüse und Fleisch oder Fisch mit Maisbrei oder Reis für 800 Kinder kochen. Anschließend werden die vollen Töpfe von Peacemaker, ebenfalls ein Sohn von Monica, abgeholt und nach Goreangab gebracht. Peacemaker erledigt übrigens auch den Einkauf und besorgt wöchentlich alle nötigen Zutaten. Dabei wird auf gute Qualität der Produkte geachtet.

Aber zurück zu meinem Ausflug. Aus zelten wurde schließlich eine Übernachtung in den dortigen Ferienhäusern, die eigentlich von Touristen genutzt werden. Aber die nette Dame hatte (Dank Monicas Verhandlungskünsten) für die Kinder aus Goreangab einen guten Preis angeboten. Für insgesamt 25 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 15 Jahren, die Monica ausgesucht hatte, haben wir verschiedenste Spiele vorbereitet. Von Eierlaufen, Äpfel schnappen und Schubkarrenrennen, über Dosenwerfen bis hin zu Twister war für jeden etwas dabei. Zwischendurch wurde immer wieder gesungen und getanzt. Abends haben wir Würstchen gegrillt und die mitgebrachten Salate gegessen, ehe wir es uns am Lagerfeuer mit Marshmallows gemütlich gemacht haben. Ein Höhepunkt für die Kinder war mit Sicherheit auch die warme Dusche vor dem Schlafengehen und ein gemütliches Bett mit genug Platz, denn auch davon können viele von ihnen zu Hause nur träumen. Diese zwei Tage werden wohl nicht nur die Kinder, sondern auch ich nie wieder vergessen.

Rückkehr nach Hause

Ein perfekter Abschluss kurz vor meiner Heimreise. Mitte Dezember bin ich wieder am Flughafen in München gelandet. Meine Familie und Freunde waren also schon voll in Weihnachtsstimmung, aber für mich war das, um ehrlich zu sein nicht gerade die beste Zeit, um nach Hause zurückzukommen. Als wäre der Kulturschock nicht ohnehin schon groß genug, wird man mit gut gemeinten Fragen wie was es denn dieses Jahr an Heiligabend zu Essen geben soll oder welche Geschenke man gerne hätte, gequält. Lappalien, über die namibische Mädchen und Jungen in meinem Alter nicht nachdenken. Richtig angekommen bin ich jetzt wohl immer noch nicht. Mit meinen Gedanken bin ich noch sehr häufig in Namibia und verarbeite alle Erfahrungen und Eindrücke. Allerdings bin ich mir sicher, dass es mich früher oder später wieder dorthin verschlägt.

 

Vielen Dank noch einmal für alles Alina! Die Kids in Namibia werden sich garantiert sehr gerne an die Zeit mit dir erinnern!
Und sie würden sich sicher auf eine Wiedersehen mit dir freuen!

 

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