News Archives - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
Verteilung-Kübel
31
Mai

Corona Notfallpakete in Uganda

Lockdown in Uganda

Dass Corona keine Grenzen kennt, dürfte nun hinreichend bekannt sein. Hier ein Einblick in die Situation in Uganda und was wir als Friends 4 Friends zur Unterstützung tun konnten...

Notfallpakete zusammengestellt

Jedes Land reagiert anders auf diese Herausforderung. Uganda hat schnell reagiert, die Grenzen geschlossen und eine strenge Ausgangssperre verhängt. Das hat sicher jede Menge Menschenleben vor dem Virus gerettet, dafür tun sich neue Probleme auf. Menschen, die in einem Slum irgendwo in Afrika leben, haben im Normalfall kaum die Möglichkeit, etwas anzusparen. Jeder Schilling, der tagsüber verdient wird, wird am Abend für Nahrungsmittel ausgegeben. Ein kleiner Teil muss zur Seite gelegt werden, man muss ja auch die Miete bezahlen.

Ausgangssperre bedeutet, dass das System kollabiert. Schneller als bei uns, weil die meisten Menschen in Europa ein kleines oder größeres Finanzpolster anlegen konnten. Nicht in einem Slum in Afrika.

Um der größten Not zu begegnen, hat Friends 4 Friends in Uganda Notfallpakete für ein paar der ärmsten Familien im Slum zusammenstellen lassen. Die Ärmsten, das sind alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel, Seife und diverse Hygieneartikel.

 

Notfallpakete
Notfallpakete 2
Kajoina-Notfallpakete

Update aus Uganda

Diese Nachricht erreichte uns vor kurzem von der Projektleiterin Rhona aus Uganda:

Wir sind in landesweiter Quarantäne seit dem 18. März. Alle Geschäfte und Betriebe haben zugesperrt außer den Supermärkten, Krankenhäusern und Sicherheitseinrichtungen. Öffentlicher und privater Verkehr stehen still, wie auch Kirchen und Schulen. Eines der Dinge, das uns am meisten Probleme bereitet, ist das Fehlen von Transportmöglichkeiten. Manchmal muss man 5 bis 7 Meilen zu Fuß gehen, um zum Ziel zu kommen. Wenn ich zum Beispiel Geld von der Bank für die Pfarrei brauche, muss ich ungefähr 5 Meilen hinlaufen und die gleiche Strecke dann auch wieder zurück. Um die weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden, hat die Regierung die Menschen dazu gezwungen zu Hause zu bleiben. Der Nachteil daran ist, dass ca. 95% der Bevölkerung von der Hand in den Mund lebt. Es ist also eine extrem große Herausforderung für die meisten Menschen hier.

 

Woher bekomme ich Lebensmittel?

Für die meisten Familien ist die Besorgung von Lebensmitteln ein Problem. Die Regierung hat versucht Notfallpakete zu verteilen, aber bis jetzt hat der größte Teil der Bevölkerung seinen Anteil noch nicht erhalten. Leider gibt es viele korrupte Beamte, die die Situation ausnutzen, um sich selbst zu bereichern.

Zwischen 19:00 Uhr abends und 06:00 Uhr morgens haben wir landesweit Ausgangssperre. Dies dient vor allem der Sicherheit. Seit die Menschen so lange Strecken zu Fuß gehen müssen, würden ohne Ausgangssperre leider viele in der Nacht in Gefahr geraten. Bei erhöhter Arbeitslosigkeit steigt leider auch die Kriminalität an.

Zu Beginn der Quarantäne haben Sicherheitskräfte Menschen geschlagen, die gegen die zusätzlichen Verordnungen verstoßen haben. Unser Präsident hat dies aber stark verurteilt, somit passiert das jetzt eher selten. Jetzt müssen die Menschen vor allem mit Geldstrafen rechnen. In den Gegenden, die immer noch öffentlich zugänglich sind, wie zum Beispiel den Märkten, müssen die Hände gewaschen werden und es wird auch Fieber gemessen.

 

Eine Auflockerung in Sicht

Die Regierung hat begonnen die Quarantäne langsam wieder aufzuheben, momentan werden leider nur Autowerkstätten und Metallwerke zusätzlich geöffnet. Wir hatten gehofft, dass zumindest der öffentliche Verkehr wieder in Betrieb genommen werden würde.

 

 

 

Soweit der Bericht von Rhona aus Uganda.
Wir hoffen, dass es bald möglich ist, die Beschränkungen weiter zu lockern und vor allem den öffentlichen Verkehr wieder zu reaktivieren!

 

30
Mai

Artikel über Friends 4 Friends in der Mittelbayerische

Mittelbayern goes Africa!

In der "Mittelbayerische" Ausgabe vom 19.05. ist ein Artikel über Friends 4 Friends zum Thema "Viren haben keine Grenzen" in der Sparte Außenansicht erschienen. Hier zum Nachlesen...

MZ-Außenansicht-Viren haben keine Grenzen

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung unseres Beitrags!

huettenbesitzerin+monica
5
Mai

Aktion Straßenkinder: Unser Partnerverein

Ein Verein hilft selten allein!

Aus gegebenem Anlass möchten wir euch einen unserer Partnervereine näher vorstellen: Aktion Straßenkinder e.V.

Der kleine, aber sehr feine Verein Aktion Straßenkinder ist seit über 20 Jahren aktiv in der Unterstützung von Straßenkindern und Sozialwaisen tätig. Und wer unsere Tätigkeitsbereiche kennt, der weiß sofort: Da gibt es thematische Überschneidungen! Hauptaugenmerk liegt auch bei Aktion Straßenkinder auf der Versorgung der Kinder mit täglichen vollwertigen Mahlzeiten. Sowohl die Unterstützung der medizinischen Versorgung als auch die Finanzierung von Schul- und Ausbildung stehen im Zentrum des Vereins.

Finanzierung und Arbeitsweise

Finanziert wird die Arbeit über Geld- und Sachspenden sowie Kinderpatenschaften. Zur Deckung der Betriebs- und Verwaltungskosten des Vereins wurde das in Deutschland einzigartige Konzept des “Charity Stores” entwickelt. Einen kleinen Teil der Sachspenden kann man hier um einen günstigen Preis erstehen. Somit freuen sich auch bedürftige Menschen in Deutschland über einen günstigen Einkauf. Selbst Hilfstransporte mit Sachspenden (Kleidung, medizinisches Equipment, Matratzen oder Spielsachen für Kinder) werden je nach Bedarf vor Ort und finanzieller Lage organisiert. Zu den Ländern, in denen Aktion Straßenkinder tätig ist, zählen die Ukraine, Weißrussland, Moldavien, Rumänien, Haiti, Indien und Namibia.

 

Hüttenbau fast fertig
Hüttenbau Start

Arbeit in Namibia

Somit überschneiden sich unsere Aktionen nicht nur thematisch. Wir teilen uns obendrein eine Verbundenheit mit Monica, der Leiterin vom Home of Good Hope in Namibia. Seit 5 Jahren wirkt Aktion Straßenkinder dort tatkräftig mit und wurde für Monica zu einem langjährigen Partner im Kampf gegen die Armut in Katutura. Über das Projekt „make shacks“ wurden Wellblechhütten für alleinerziehende Mütter und ihre Kinder errichtet, um ihnen ein neues Zuhause zu schenken. Zum Preis von ca. € 500.-  werden die Hütten nahe Namibias Hauptstadt Windhoek errichtet.
Da es immer wieder zu Räumungen durch die Regierung kommt, ist es von großem Vorteil, dass man die mobilen Wellblechhütten jederzeit abbauen und an einem anderen Ort wieder aufbauen kann.

Aktuelle Unterstützung

Covid-19 hat auch Namibia erfasst! Durch eine sehr großzügige Spende von Aktion Straßenkinder konnten wir vor Kurzem gemeinsam Monica und ihr Team dabei unterstützen, Pakete mit diversen Hygieneartikeln und haltbaren Nahrungsmitteln zusammenzustellen und an bedürftige Familien zu verteilen, um in der Zeit der Ausgangssperre - aufgrund des Coronavirus - gerüstet zu sein.

 

 

Vielen Dank für die tolle Zusammenarbeit an dieser Stelle!
Gemeinsam können wir doppelt so viel Steine aus dem Weg räumen, um den Kindern eine bessere Zukunft zu ebnen.

 

Carolyn und ihr Pilzhaus
26
Apr

Nachbarschaftshilfe in Afrika

Eine Ode an den Nachbarn!

In Zeiten von Corona helfen sich die Menschen, vor allem durch Nachbarschaftshilfe. Das ist nicht nur bei uns so, sondern auch bei unseren Projekten in Afrika.

Vor kurzem haben wir von unserem Neuzugang Prince berichtet. Inzwischen haben wir seine Schwester Trisha ebenfalls ins Programm aufgenommen. Prince und Trisha leben bei ihrer allein erziehenden Mutter mit noch zwei weiteren Geschwistern.
Alle vier Kinder in dieser Familie sind super-schlau und gehen auf die Schule, was die allein erziehende Mutter Carolyn finanziell vor ein großes Problem stellt. Immerhin kostet das alles eine Stange Geld.

Weil nun die Schulgebühren für die beiden Geschwister von unserem Verein übernommen werden, konnte sich die Mutter ein kleines Unternehmen aufbauen. Gemeinsam mit den Kindern hat sie zwei Holzhäuser gebaut – eines für die Hasen-, das andere für die Pilzzucht.  Diese gedeihen in der schwülen Wärme von Kampala gut und haben bis vor kurzem reißenden Absatz gefunden. Dann kam Corona und die Schließung des Marktes. Also muss man sich irgendwie anders behelfen.

Moses mit Enkel

Umso besser, wenn man einen liebenswerten Nachbarn hat. Wir sprechen von Moses, der „unsere“ Schüler und Studenten betreut. Moses hat einen Garten ganz in der Nähe seines Hauses. Dort baut er Kartoffeln, Maniok, Süßkartoffeln und Kochbananen an. Carolyn und ihre vier Kinder wohnen nicht weit entfernt.

Gerne hilft Moses mit den Früchten seines Gartens aus, um die Familie zu unterstützen. Wir wissen es nicht sicher, aber wir können uns vorstellen, dass Moses dafür in den Genuss eines tollen Pilzgerichtes gekommen ist oder noch kommt...

 

 

Carolyn, Trisha und Prince: Durch Nachbarschaftshilfe geht Vieles einfacher.

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle, die sich um andere kümmern. Bei uns genauso wie in Afrika.
Es sind die vielen kleinen und größeren Gesten, die zählen und die das Leben so wertvoll machen.

 

Taufe von Faith
5
Apr

Lovina – Schicksal auf Afrikanisch

Schicksal bringt Glaube und Chance!

Etwa vor einem Jahr hörten wir die Geschichte von Lovina zum ersten Mal. Ein Mädchen ohne Eltern, das endlich ins Heim vom Projekt Straßenkinder aufgenommen wird...

Sechs gute Jahre verbringt sie dort. Wir sprechen hier nicht von Luxus, sondern Sicherheit und Geborgenheit plus drei Mahlzeiten am Tag und Schule. Schlafen im Schlafsaal mit fünf anderen Mädchen.

Dann kommt das neue Gesetz, das besagt, dass alle Kinder maximal drei Jahre im Heim bleiben dürfen. Im Alter von 13 Jahren wechselt Lovina also zu einer Bekannten, die alleine im Slum lebt. Die Frau hat wenig Zeit für das Mädchen, sie muss bis spät in die Nacht am Markt arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie geht zur Schule, erledigt Hausarbeit, holt Wasser, geht einkaufen. Leider auch nachts.

Dabei wird sie von einem jungen Mann aus der Nachbarschaft überfallen und vergewaltigt. Mit 13 Jahren. Sie erzählt niemandem davon, sie schämt sich. In der Schule geht es bergab. Lovina ist ständig müde, kann sich nicht konzentrieren. Der Lehrerin fällt das auf und sie bestellt die Bekannte, bei der sie wohnt, in die Schule. Sie soll mit Lovina ins Krankenhaus gehen und einen Schwangerschaftstest machen. Dieser ist... positiv! Lovina ist schwanger.

Lovina vor dem Frisörladen
Lovina Haare flechten

Was nun?

Ein Abbruch kommt im religiösen Umfeld des Mädchens nicht in Frage.

So wird Lovina mit 14 Jahren Mutter. Erstaunlicherweise verzweifelt sie nicht an ihrer Lage. Sie nennt ihre Tochter Faith, Glaube.

Lovina möchte nicht mehr in die Schule zurück. Ihr größter Wunsch ist, Friseurin zu werden. In den meisten Ländern Afrikas bekommt man als Lehrling keinen Lohn, sondern muss für die Ausbildung bezahlen. Hier kommt unser Verein ins Spiel – der Erlös des Weihnachtssingens in einer Regensburger Kirche und eine private Sponsorin machen es möglich, dass Lovina ihren Traum verwirklichen kann. Seit Februar lernt sie nun in ihrem Traumberuf. Momentan wird zwar nur an einer Puppe geübt, aber komplizierte Zöpfe flechten will gelernt sein.

Ihre Tochter Faith ist zu dieser Zeit in Obhut einer Tagesmutter, die von einer weiteren Sponsorin bezahlt wird.

Go, girl, go! Mit dieser Ausbildung zur Friseurin wird Lovina in zwei oder drei Jahren auf eigenen Beinen stehen. Wir freuen uns mit ihr über diese riesengroße Chance.

 

 

Vielen herzlichen Dank an alle SpenderInnen, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben und noch beitragen werden!

 

Zähneputzen-Bürste
30
Mrz

Gesundheitsschulungen: Gesunde Ernährung & Infektionskrankheiten

Wir trotzen den Viren und Bakterien!

Wie schützt man sich vor Ansteckung mit Infektionskrankheiten? Auch dieses sehr aktuelle Thema wurde in Alinas Gesundheitsschulung behandelt…

Zuerst aber noch ein anderes sehr wichtiges Thema. Der Ursprung des Home of Good Hope lag und liegt ja darin, so vielen Kids wie möglich zumindest einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu geben. Bei einer teilweise doch sehr limitierten Auswahl an Nahrungsmitteln soll das Thema Gesunde Ernährung trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen - nicht vergessen werden. Alina erzählt:

„Außerdem habe ich zum Thema Gesunde Ernährung zusammen mit den Kindern ein Plakat gestaltet. Dazu habe ich Bildchen von verschiedensten Nahrungsmitteln ausgedruckt und laminiert, welche dann in die Zonen der Ernährungspyramide auf dem Plakat einzuordnen waren und festgeklebt wurden. Da war ich anfangs sehr unsicher, da ich nicht wusste, wie groß das Vorwissen der Kinder in diesem Bereich war. Meistens waren sich alle aber doch sehr schnell einig und lediglich bei dem ein oder anderen Punkt herrschte Diskussions- und Erklärungsbedarf.“

Wie wichtig der Schutz vor Ansteckung ist, sehen wir in der aktuellen Coronakrise. Dazu kommt, dass im Township HIV/Aids und Tuberkulose weit verbreitet sind. Wir können nur hoffen, dass die Kids sich jetzt an Alina und ihre wichtigen Ratschläge erinnern:

„Mit meiner Vorschulklasse - bestehend aus etwa 15 Kindern von fünf bis sieben Jahren - habe ich besprochen, wie man sich vor Krankheiten und Infektionen schützen kann oder zumindest das Ansteckungsrisiko reduziert. Dabei bin ich auf ganz grundlegende Dinge wie regelmäßiges Händewaschen, Mund bei Husten und Niesen bedecken und vor allem das besonders vorsichtige Umgehen mit offenen Wunden und Blut eingegangen.“

 

 

Ernährungspyramide. Ansteckung durch gesunde Ernährung vermeiden.

Wir hoffen, dass bei den Kids so viele Informationen wie möglich in tägliche Praxis übergehen.
Vielen Dank dir, Alina, für deinen Einsatz!

 

Markt-Afrika
29
Mrz

Was bedeutet Corona für den afrikanischen Kontinent?

Viren kennen keine Grenzen!

Nein! Jetzt auch noch bei Friends 4 Friends ein Artikel über Corona... Man mag es schon gar nicht mehr hören. Aber man muss. Man muss hinhören. Denn Corona in Afrika ist nicht Corona in Europa.

Hier in Europa sitzen wir nun im Home Office, gehen nur noch raus, wenn es sein muss. Viele von uns haben Einbußen im finanziellen Bereich. Wir sorgen uns, dass wir nicht genügend Intensivbetten haben werden. Wir streiten im Supermarkt um die letzte Rolle Klopapier. Es werden Atemmasken zu irrwitzigen Preisen verkauft.

Wir kaufen aber auch gerne für die 70-jährige Nachbarin mit ein. Wir solidarisieren uns mit den Schwächeren unserer Gesellschaft und zeigen das auch gerne nach außen. Das ist gut so.

Aber wir sind keine Insel – es gibt auch sehr viele Schwächere außerhalb unserer eigenen Gesellschaft.

Schauplatz Afrika

Zum Beispiel Uganda oder Namibia. Wie soll das, vor allem in den Townships, mit Social Distancing klappen, wenn in einer Hütte - in der Größe vergleichbar mit einer deutschen Garage - acht Personen leben? Vom Säugling bis zum Greis versteht sich. Ausgangssperre in diesen Ländern?

Ausgangssperre in Afrika bedeutet, dass die Menschen, die oft sowieso schon kein geregeltes Einkommen haben, nun gar nichts mehr verdienen können. Die wenigsten Menschen können ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen. Sie arbeiten als Tagelöhner, Autowäscher oder als Verkäufer auf dem Markt. Können sie nicht mehr arbeiten, gibt es auch kein Geld. Wir sprechen hier von Menschen ohne ein Guthaben auf der Bank. Wir sprechen von Menschen, die nie ein Bankkonto hatten.

Die meisten Menschen in Afrika gehen zum Einkaufen nicht in den Supermarkt – hier werden Dinge des täglichen Bedarfs auf den lokalen Märkten gekauft. Täglicher Bedarf ist in diesem Falle wörtlich zu verstehen. Ist Geld da, dann wird eingekauft, ist keines da, wird gehungert. Das ist die Realität, auch schon vor Corona. Es kann nicht vorausschauend eingekauft werden, wenn jeder Tag rein finanziell gesehen eine neue Herausforderung ist. Abgesehen vom rein finanziellen Aspekt gibt es in den meisten Haushalten in Slum oder Townships weder Strom noch fließendes Wasser. Eine Bevorratung von Lebensmitteln ist schon aus diesem Grunde nur sehr eingeschränkt möglich.

Utensilien-Hilfspaket
Corona Hampers-Übergabe
Township-Namibia
Weg zur Kirche- Uganda

Krankenversorgung in Afrika

Manche Personen in der westlichen Welt behaupten, dass Corona Afrika nicht besonders treffen wird, mit der Begründung: Es gibt dort ja vor allem junge Menschen. Das ist reichlich kurz gedacht. Auch die jüngere Generation hat Vorerkrankungen. In manchen Slums und Townships liegt die HIV-Rate bei 20%, dazu kommen TBC, Hepatitis und Malaria. Nicht zu vergessen das Prinzip der Großfamilien, die alle unter einem Dach leben. Normalerweise sind die Menschen tagsüber draußen, gehen zur Arbeit oder zur Schule. Nun sollen sie zu Hause bleiben. Den nötigen Abstand zueinander halten, ist weder auf der Straße noch zu Hause möglich. Seniorenheime sind in den meisten Ländern Afrikas unbekannt. Dadurch ist die Ansteckungsgefahr für die Älteren viel höher als bei uns. Zumal es in vielen Haushalten an den einfachsten Dingen fehlt. Ich spreche hier nicht von Desinfektionsmitteln, ich spreche von Seife und Wasser. Ich spreche von mehr als einem Teller für alle, ich spreche von einem Löffel für jede Person im Haushalt.

Die Gesundheitssysteme funktionieren schon teilweise in unseren Breitengraden nicht. Die Systeme in den meisten Ländern Afrikas sind auf eine derartigen Krise gar nicht ausgelegt. Außerdem wachsen die Überlebenschancen in vielen Ländern Afrikas mit dem Kontostand. Die wenigsten Afrikaner haben eine Krankenversicherung und können sich eine Versorgung im Krankenhaus jetzt schon nicht leisten. Auf der anderen Seite gibt es irrwitzig teure Privatkliniken für diejenigen mit einem dicken Bankkonto.

All das mag uns momentan mit unseren eigenen Problemen zweitrangig erscheinen, aber die Coronakrise in Afrika wird zu einer eigenen Krise werden. Durch die zusätzliche Verarmung ganzer Gesellschaften durch die Pandemie werden neue Flüchtlingsströme ausgelöst. Und das betrifft dann wiederum auch die reichen Staaten des Globalen Nordens.

Menschen in Afrika, Indien und Südamerika in dieser Not zu helfen, ist nicht nur unsere Pflicht, sondern auch purer Eigennutz. Viren kennen keine Grenzen. Das Virus ist erst dann wirklich besiegt, wenn es überall auf der Welt verschwunden ist.

Hilfspakete für Uganda und Namibia

Friends 4 Friends möchte auch in dieser Krise über den eigenen Tellerrand schauen. Solidarität zeigen mit den Schwächeren, das sollte nicht nur in unserer eigenen Gesellschaft die Norm sein. Das sollte für alle Menschen auf dem gesamten Planeten gelten.

Wir haben beschlossen, für die ärmsten Familien aus unseren beiden Programmen Hilfspakete vor Ort zusammenstellen zu lassen. Inhalt: Haltbare Nahrungsmittel, Obst, sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel. Unsere Partner vor Ort wissen, was nun am nötigsten gebraucht wird.

 

Dafür benötigen wir Hilfe – von jedem einzelnen: für die Schwächsten in Afrika, Kinder, Frauen, Alte und Kranke.

 

 

Zähneputzen-Titelbild
26
Mrz

Gesundheitsschulungen: Hand- & Zahnhygiene

Saubere Hände, blitzende Zähne

Gerade jetzt, wo das Coronavirus weltweit wütet, sollte uns bewusst sein, wie wichtig Basiswissen über Hygiene (Hände und Zähne) und Gesundheit ist…

Könnt ihr euch noch an unsere Volontärin Alina erinnern, die letztes Jahr für drei Monate im Home of Good Hope (HOGH) mitgearbeitet hat? Nach ihrer Rückkehr erzählte sie uns, was sie im Gesundheitsbereich für Schulungen durchgeführt hatte:

Thema: Hände waschen

„Zuerst ging es einmal um die Basics… Hände waschen! Das ist mir natürlich gleich in den ersten Tagen im HOGH aufgefallen. Zwar fand ich es grundsätzlich sehr gut, dass sich alle Kinder vor dem Essen die Hände waschen müssen. Die Umsetzung war jedoch nicht optimal, da zum einen das dafür bereitgestellte Wasser nach den ersten Waschgängen total verdreckt war, aber auch, weil es sich dabei eher um ein kurzes Benässen oder Abkühlen der Hände handelte. Deshalb habe ich einige Blockseifen gekauft und mit den jüngsten Vorschulkindern (ca. 50 Kinder) einen Vormittag lang geübt, wie richtiges Händewaschen funktioniert (Handinnenflächen, Handrücken, zwischen den Fingern, Zeit lassen usw.). Außerdem hat jedes der teilnehmenden Kinder ein Stück Seife mit nach Hause bekommen.“

Zähne putzen

Was uns schon im frühen Kindesalter durch unsere Eltern und später auch in der Schule durch zahlreiche Demonstrationen verinnerlicht wurde, ist das Zähne putzen. Könnt ihr euch noch an das Einfärben eurer Zähne oder der Zähne eurer Kinder erinnern, um die Gründlichkeit des Putzens zu überprüfen? Auch im HOGH - mit der Hilfe von Alina - wird Wert darauf gelegt den Kindern Zahnhygiene zu vermitteln:

Zähne putzen - Becher
Seife zum Hände waschen

„Monica hat wohl vor einiger Zeit schon das Ritual eingeführt, dass sich die Kleinen täglich nach dem Essen in der Suppenküche die Zähne putzen. Dies wurde aber leider nicht mehr gemacht. Im Gespräch mit einem Jungen aus der Suppenküche erfuhr ich dann noch, dass sich einige im Township den Mund lediglich mit Salzwasser ausspülen und nicht wirklich Erfahrungen mit Zahnhygiene haben. Deshalb wollte ich das Zähneputzen vor Ort wieder zur Gewohnheit machen.
Ich habe für (fast) alle Kinder, die vor 12 Uhr in der Suppenküche essen, Zahnbürsten organisiert und mit ihrem Namen beschriftet, um dann täglich mit ihnen zusammen die Zähne zu putzen. Das war mit der großen Anzahl an Kindern meistens etwas chaotisch, aber bestimmt sinnvoll. Die Zahnbürsten wurden nur teilweise neu gekauft. Auf Anraten Monicas habe ich auch die alten, schon benutzten Zahnbürsten, die noch in der Suppenküche in einer Box verstaut waren, in abgekochtem Salzwasser gereinigt und neu verteilt. Ich habe auch überlegt, den Kindern ihre Zahnbürsten mit nach Hause zu geben. Allerdings hatte ich Bedenken, ob sie dort die tägliche Mundhygiene konsequent weiterführen. Natürlich gab es auch beim Zähne putzen zuerst einen Crashkurs, wie das ganze auszusehen hat, sodass keine Stellen vergessen werden.“

 

Doch das war noch nicht alles.
Was Alina noch für Schulungen im Bereich Gesundheit durchgeführt hat, darüber wird im nächsten News-Artikel berichtet…

 

Streichelzoo+Gruppe
15
Jan

Alina in Katutura: Ein Schlussbericht, Teil 2

Staunende & strahlende Kinderaugen

Eindrücke, die man im Township von Katutura sammelt, bleiben unvergessen. Hier der zweite Teil von Alinas Schlussbericht.

Und nach so viel Herzlichkeit wollte ich natürlich zumindest ein bisschen etwas zurückgeben, dafür war ich schließlich auch hier.
In meinem letzten Bericht habe ich bereits erzählt, dass ich täglich eine eigene Vorschulklasse unterrichtet habe, welche im Januar in die Grundschule startet. Da werde ich natürlich ganz besonders an jeden einzelnen denken und die Daumen drücken, dass das ABC und die Zahlen bis dahin noch sitzen. Zu Hause haben sie nämlich leider nicht die Möglichkeit zu üben, so kann das ein oder andere nach zwei Monaten Weihnachts- und Sommerferien schon einmal vergessen werden.

Als Belohnung für die fleißige Arbeit während des Unterrichts haben wir gemeinsam einen Ausflug zum Streichelzoo gemacht. Für die Kinder ein ganz besonderer Tag, sie kamen frisch gewaschen, mit sauberer Kleidung und sogar (fast) alle pünktlich. Es ist keine Selbstverständlichkeit aus dem Township in Katutura mal rauszukommen. Mit einem gemieteten Minibus starteten wir unseren Tag in Richtung Streichelzoo. Das erste Highlight, denn für manche Kinder war dies die erste Autofahrt ihres Lebens. Demnach kamen sie aus dem schauen und staunen gar nicht mehr raus. Dort angekommen ging es weiter mit Tieren füttern und beobachten. Absoluter Hingucker für alle: der wunderschöne Pfau. Danach konnten sich die Kinder am Spielplatz und im Bällebad austoben, während ich Sandwiches und Snacks als Stärkung vorbereitete.
Mit einigen Schulkindern, welchen ich gemeinsam mit zwei anderen Volontären häufig Nachhilfeunterricht vor allem in Mathe gegeben hatte, ging es eines Tages ins Schwimmbad. Auch da hatten alle sehr viel Spaß. Außerdem bauten wir Volontäre ein kleines Klettergerüst aus alten Reifen hinter der Suppenküche für die Kinder zum Spielen.

Ausflug nach Penduka

Kurz vor meiner Abreise organisierte ich noch einen etwas größeren Ausflug. Ich wollte mit den Kindern in Penduka zelten. Penduka bedeutet "Wacht auf" und ist ein ganz besonderer Ort in Katutura. Dieser liegt direkt an einem Staudamm, wodurch alles in einem saftigen grün erscheint und die Trockenheit Namibias für einen
Augenblick vergessen wird. Penduka ist außerdem ein Sozialunternehmen, das benachteiligten Frauen Entwicklungsmöglichkeiten und Ausbildungen in verschiedenen Bereichen bietet.

 

Schubkarrenlaufen
Streichelzoo-Snacks in Katutura

Eine spezielle Bedeutung hat dieser Ort auch für Monicas Suppenküche, denn hier wird das Essen zubereitet. Als ich dort einmal geholfen habe, war ich, als ich um 7 Uhr morgens eintrudelte, im Übrigen baff. Ich hatte eine Gruppe aus mindestens acht Leuten erwartet, doch es waren lediglich zwei, darunter Monicas Sohn Greg, die jeden Tag eine frische Soße aus Gemüse und Fleisch oder Fisch mit Maisbrei oder Reis für 800 Kinder kochen. Anschließend werden die vollen Töpfe von Peacemaker, ebenfalls ein Sohn von Monica, abgeholt und nach Goreangab gebracht. Peacemaker erledigt übrigens auch den Einkauf und besorgt wöchentlich alle nötigen Zutaten. Dabei wird auf gute Qualität der Produkte geachtet.

Aber zurück zu meinem Ausflug. Aus zelten wurde schließlich eine Übernachtung in den dortigen Ferienhäusern, die eigentlich von Touristen genutzt werden. Aber die nette Dame hatte (Dank Monicas Verhandlungskünsten) für die Kinder aus Goreangab einen guten Preis angeboten. Für insgesamt 25 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 15 Jahren, die Monica ausgesucht hatte, haben wir verschiedenste Spiele vorbereitet. Von Eierlaufen, Äpfel schnappen und Schubkarrenrennen, über Dosenwerfen bis hin zu Twister war für jeden etwas dabei. Zwischendurch wurde immer wieder gesungen und getanzt. Abends haben wir Würstchen gegrillt und die mitgebrachten Salate gegessen, ehe wir es uns am Lagerfeuer mit Marshmallows gemütlich gemacht haben. Ein Höhepunkt für die Kinder war mit Sicherheit auch die warme Dusche vor dem Schlafengehen und ein gemütliches Bett mit genug Platz, denn auch davon können viele von ihnen zu Hause nur träumen. Diese zwei Tage werden wohl nicht nur die Kinder, sondern auch ich nie wieder vergessen.

Rückkehr nach Hause

Ein perfekter Abschluss kurz vor meiner Heimreise. Mitte Dezember bin ich wieder am Flughafen in München gelandet. Meine Familie und Freunde waren also schon voll in Weihnachtsstimmung, aber für mich war das, um ehrlich zu sein nicht gerade die beste Zeit, um nach Hause zurückzukommen. Als wäre der Kulturschock nicht ohnehin schon groß genug, wird man mit gut gemeinten Fragen wie was es denn dieses Jahr an Heiligabend zu Essen geben soll oder welche Geschenke man gerne hätte, gequält. Lappalien, über die namibische Mädchen und Jungen in meinem Alter nicht nachdenken. Richtig angekommen bin ich jetzt wohl immer noch nicht. Mit meinen Gedanken bin ich noch sehr häufig in Namibia und verarbeite alle Erfahrungen und Eindrücke. Allerdings bin ich mir sicher, dass es mich früher oder später wieder dorthin verschlägt.

 

Vielen Dank noch einmal für alles Alina! Die Kids in Namibia werden sich garantiert sehr gerne an die Zeit mit dir erinnern!
Und sie würden sich sicher auf eine Wiedersehen mit dir freuen!

 

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