News Archives - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
10
Nov

Erfahrungsbericht von Alina – Teil 2

Zähne putzen leicht gemacht!

Im ersten Teil von Alinas Erfahrungsbericht hat sie uns vom Unterricht für die Vorschüler und von der Essensausgabe in der Suppenküche erzählt. Hier folgt der zweite Teil zum Thema Hygiene...

Viele der Kinder bleiben auch vor oder nach dem Essen noch zum Spielen in der Suppenküche. Für mich ist das meistens die schönste Zeit des Tages, da die Kinder dabei voller Energie und Freude sind und ich merke, wie sich die Mädchen und Jungen an kleinen Dingen erfreuen. Die Kinder toben herum, wir springen Seil, machen Seifenblasen oder es wird gekuschelt. Manchmal bereite ich kleine Spiele wie Dosenwerfen oder Stopptanzen vor, was von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen wird.

Seit der letzten Woche habe ich mich auf das Thema Gesundheit und Hygiene fixiert und kleine Workshops vorbereitet, um den Kindern in diesem sehr wichtigen Bereich mehr Wissen mit auf den Weg zu geben. Im Zuge dessen haben wir beispielsweise gemeinsam ein Plakat zum Thema Ernährung gestaltet sowie die Zähne geputzt, wozu jedes der teilnehmenden Kinder eine eigene Zahnbürste bekommen hat. Ich habe den Kindern viele Grundlagen der Zahnhygiene erklärt, da viele von ihnen bisher lediglich die Zähne mit Salzwasser gereinigt haben.

Erfahrungsbericht-Alina-Hände waschen
Erfahrungsbericht Alina Zähne putzen

Die Wasserversorgung in Goreangab ist nicht selbstverständlich und funktioniert durch vereinzelte, öffentliche Wasserstationen. Für die nächsten Wochen habe ich noch einige weitere Projekte geplant, unter anderem einen Erste-Hilfe Crashkurs und Computerunterricht für die Älteren.

Fazit

Insgesamt kann ich festhalten, dass die Arbeit in dem Projekt viele spannende Erfahrungen mit sich bringt und ich mich sehr wohl fühle. Eines der Dinge, die mich von meinem ersten Tag an am meisten begeistert haben, ist die Lebensfreude, die alle trotz ihrer für uns schwierigen Lebensumstände zeigen. Alles in allem kann ich sagen, dass ich sehr froh bin, die Möglichkeit zu haben, im Rahmen von Friends 4 Friends in Monica’s Soupkitchen mitzuwirken. Ich freue mich auf meine noch verbleibende Zeit im Home of Good Hope.

Vielen Dank Alina für dein Engagement und deine Zuverlässigkeit! Wir können uns keine bessere Volontärin wünschen!

 

Fred-in Uniform
3
Nov

Fred: Was wurde aus dem Azubi?

Vom Azubi zum Schweißer!

Was macht denn eigentlich unser Azubi Fred? Er ist schon lange kein Azubi mehr, er ist ausgebildeter Schweißer. Der Weg dorthin war lang und nicht gerade einfach, doch er hat es geschafft!

Fred ist sowieso schon unter ungünstigen Vorzeichen aufgewachsen. Seine Mutter verstarb, als er noch ein Baby war, sein Vater war alleinerziehend, musste arbeiten und konnte dem Kleinkind nicht so viel Aufmerksamkeit widmen, wie vielleicht gut gewesen wäre.

Dadurch landete Fred als noch sehr kleines Kind auf der Straße. Es war ein sehr ungesundes Leben – auf der Straße, im Kindergefängnis (in Uganda wird man als Kind gerne mal eingesperrt nur aufgrund der Tatsache, dass man eben auf der Straße lebt), er kam in Kontakt mit Drogen und gewalttätigen Menschen. Erst viel später hat er Rhona kennen gelernt und wurde ins Kinderheim aufgenommen. Bei Straßenkindern, die sehr lange auf der Straße waren, ist es sehr schwierig, sie dauerhaft im Heim zu halten. Den meisten sind die Regeln zu viel und zu streng, viele können sich an Vereinbarungen nicht halten. Oft gehen solche Kinder dann zurück auf die Straße. Auch bei Fred war das so. Mehrmals.

Fred, Rhona und Lehrherr
Fred mit Werkzeug

Fred sagt: "Der Weg ist das Ziel."

Aber dann ist er geblieben. Für die Regelschule war er damals schon zu alt. Lesen und Schreiben kann er nur bruchstückhaft, aber auch damit kann man in Uganda eine praktische Ausbildung machen.

Drei Jahre hat Fred bei seinem Lehrmeister den Beruf des Schweißers erlernt. Zum Abschluss seiner Ausbildung hat er von unserem Verein eine ganze Kiste mit Werkzeug bekommen. Inzwischen hat er sich als Schweißer selbstständig gemacht und erledigt kleine und große Schweißarbeiten für Privatleute aber auch Firmen.

Wie das geht ohne Lesen und Schreiben?

Das Zauberwort heißt Handy! Dieses ungemein nützliche Tool ist auch in Afrika ein Alltagsgegenstand geworden. Fred bekommt seine Aufträge telefonisch, besiegelt werden sie per Handschlag.

Inzwischen ist Fred aus dem Heim ausgezogen und lebt in der Nähe der Kirche „New Jerusalem“ in Kisenji. Nach wie vor ist er seiner Patin Manu sehr verbunden. Geschenke und Briefe gehen hin und her, Fotos werden mitgeschickt. Die Briefe von Manu schmücken das neue Heim.

In der Gemeinde ist er auch aktiv dabei – er trägt riesige Bananenstauden, repariert alte Autos und hilft bei allem, wo kräftige Männerarme gebraucht werden.

 

So kann die Zukunft für ehemalige Straßenkinder aussehen – unser Fred macht es vor. Wir sind sehr stolz auf das, was er erreicht hat! 

 

volontärin-alina-welcome
27
Okt

Bericht von Volontärin Alina – Teil 1

Alina @ work!

Unsere Volontärin Alina ist seit September in Namibia und arbeitet im Home of Good Hope. Hier sind ihre Erfahrungen bis jetzt ...

„Tempo fluid“ – dieses Sprichwort beschreibt ziemlich genau das, was ich zurzeit durchlebe. Wenn ich auf den Kalender schaue, wird mir bewusst, dass die Hälfte meiner Zeit als Volontärin in Namibia bereits vorüber ist. In den letzten sieben Wochen habe ich viele Dinge erlebt, die alle meine Erwartungen übertroffen haben.

An meinem ersten ,,Arbeitstag‘‘ in der Suppenküche im Township von Windhuk wurde ich von Monica und ihrem gesamten Team, bestehend aus Peacemaker und einigen Helfer/-innen, mehr als herzlich empfangen. Mit den liebevoll verzierten Worten ,,Welcome to HoGH (Home of Good Hope) Alina“ wurde ich in der kleinen Wellblechhütte begrüßt, in der mittlerweile täglich um die 800 Kinder eine warme Mahlzeit, ein Stück Obst und Wasser bekommen. Aber nicht nur das Team, sondern auch die Kinder haben mir den Anfang leicht gemacht, indem viele von ihnen auf mich zuströmten und sich an meine Beine klammerten.

Mein Alltag besteht darin, jeden Morgen ab 9 Uhr zunächst eine Vorschulklasse aus ca. 15 Kindern zu unterrichten und sie auf die erste Klasse vorzubereiten. Das Schuljahr in Namibia beginnt nicht wie in Deutschland im September, sondern im Januar. Bis dahin müssen Grundlagen wie Farben, Formen oder die Zahlen bis 20 vorhanden sein, denn die meisten von ihnen haben nicht Möglichkeit, diese Kenntnisse Zuhause bei ihren Eltern zu entwickeln.

Volontärin-Unterricht-1
Volontärin-Unterricht-3

Basic Education

Für die meisten von ihnen ist es sogar die erste Erfahrung im Bildungsbereich, weshalb die Kinder sich vor allem auch an ein strukturiertes und konzentriertes Lern- und Sozialverhalten gewöhnen müssen.
Eine weitere Herausforderung im Unterricht mit den Kindern stellt die sprachliche Barriere dar. Zwar ist Englisch die Amtssprache Namibias, dennoch sprechen einige von ihnen nur Afrikaans oder ihre Stammessprachen.

Nach einer Stunde Unterricht gehen wir gemeinsam in die Suppenküche, in der bereits viele Kinder eingetroffen sind. Alle waschen sich zunächst die Hände, bevor sie den Raum der Essensausgabe betreten dürfen. Dann singen alle zusammen verschiedenste Lieder, klatschen, tanzen und beten. Danach werden die ersten Portionen an die Jüngsten verteilt. Anfangs war es schwierig für mich, den hungrigen Kindern nur eine kleine Portion Haferbrei zu geben, denn für viele ist dies die einzige Mahlzeit am Tag. Jedoch muss das Essen noch für zahlreiche weitere Kinder ausreichen. Leider kommt es dennoch immer wieder vor, dass die letzten Schulkinder, die ab 14 Uhr eintreffen, nichts mehr erhalten und deshalb ohne die erhoffte Mahlzeit ihren teilweise sehr langen Heimweg antreten müssen.

Soweit der erste Teil des Erfahrungsberichts unserer Volontärin Alina! Teil zwei folgt in Kürze ...

 

Studentinnen: Dinah-Nazziwa_Kemigisha_Dinah-Lugose
6
Okt

Studentinnen in Uganda

Bildung macht Vorbilder!

Was machen denn eigentlich unsere Studentinnen in Uganda? Wir haben die Updates!

Das Abitur in der Tasche und die Welt gehört dir – so oder so ähnlich geht es vielen Menschen rund um den Globus. Doch was passiert nach dem Abi? Wie bei uns in Europa, wollen auch in Afrika viele junge Menschen studieren. Wie so oft gilt es Hürden wie den Numerus Clausus, Zugangsbeschränkungen, Anmeldefristen, etc. zu meistern. Umso mehr freut es uns, dass unsere drei Studentinnen in Uganda ihr Studium bereits begonnen haben bzw. bald beginnen werden.

Unsere beiden Dinahs haben ihre Neigung zu schicken Frisuren und Kosmetik entdeckt. Beide studieren an unterschiedlichen Colleges „Cosmetology and Hairdesign“. In Afrika ist dieser Beruf hoch angesehen. Wer schon mal die Zöpfefrisuren mancher Afrikanerinnen genauer angeschaut hat, kann sich vorstellen, warum. Das muss gelernt sein, sonst schauts nur halb so gut aus.

Aber das Handwerk ist bei dieser zweijährigen Ausbildung das eine, das andere sind Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Buchführung und Computer. Diese Ausbildung ist darauf ausgelegt, in einem großen Beauty-Betrieb zu arbeiten oder einen eigenen Salon aufzumachen. Das bedeutet, unsere beiden Dinahs werden irgendwann vielleicht sogar Arbeitgeberinnen werden und anderen jungen Frauen eine Chance auf einen vernünftigen, angesehenen Beruf geben können.

Kemigisha hat sich für das Hotelfach entschieden. Die Zeit zwischen dem Abitur im vergangenen Dezember und dem Studienbeginn im August hat sie gut genutzt. Sie hat in einem Hotel gearbeitet und Gefallen daran gefunden. Ihr Studium wird drei Jahre dauern und endet mit dem Bachelorabschluss.

Wir sind sehr stolz auf unsere drei Studentinnen in Uganda!
Sie alle werden ihren Weg gehen. Sie werden der Armut im Slum Kisenji entkommen und anderen helfen können, ebenfalls ihren Weg zu gehen.

Hut ab, Dinah Lugose, Dinah Nazziwa und Kemigisha Racheal!

 

Studentinnen: Dinah-Lugose
sok-landanbau-titelbild
17
Sep

Bepflanzung des gekauften Grundstücks

Wer sät, der kann auch ernten!

Vor einiger Zeit haben wir über den Besuch von Robinah und den Grundstückskauf in Uganda berichtet. Doch wie ging es eigentlich danach weiter?

Es wurde schon länger nach einem Grundstück in und um Kampala gesucht, um die immer teurer werdenden Grundnahrungsmittel selbst anbauen zu können. Zu Ostern dieses Jahres gelang es Robinah und Rhona gemeinsam ein geeignetes Grundstück zu finden und zu kaufen. Finanziert wurde dieser Kauf durch die Charity-Veranstaltung in Altheim im März sowie durch private Spenden bei Friends 4 Friends und unserem Partnerverein Fokus Leben.

Zur Erinnerung: Das Grundstück liegt etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist ca. 12 km² groß.

Mittlerweile wurde das ganze Landstück bereits gerodet, für den Ackerbau vorbereitet und bepflanzt. Es haben sich viele freiwillige Helfer gefunden, die diese Fläche von Gestrüpp befreiten. Moses berichtet uns: "Wir haben uns sehr beeilt mit dem Bepflanzen, um die Arbeit noch vor der Regenzeit im August fertig zu stellen."  Die dazu benötigten Geräte wurden vorerst ausgeliehen.

Auf dem Grundstück wurde auch ein Haus gebaut, welches einerseits als Lagerhaus für die Gartengeräte und andererseits als erstes Klassenzimmer dienen soll. Auf lange Sicht soll auch das Heim der New Jerusalem-Pfarre dorthin umgezogen werden und als Internat deklariert werden. Dadurch kann man jenes Gesetz umgehen, welches Kinder verpflichtet, sich nach drei Jahren in ihre Familien zu reintegrieren. In vielen Fällen sind die Familienverhältnisse nach dieser Zeit immer noch prekär, da die Eltern oft nicht in in der Lage sind für ihre Kinder zu sorgen, sei es aufgrund von Alkoholismus oder anderen Problemen.

 

Zaunbau, Grundstück
Maispflanzen, Grundstück

Was wurde am Grundstück gesetzt?

Zuerst wurden Löcher gegraben und 90 Bananenstauden eingesetzt. Diese brauchen 9-12 Monate bevor sie erstmalig Früchte tragen. Als Nächstes wurden Maniok-Knollen eingegraben, die 6-12 Monate bis zur ersten Ernte brauchen. Zusätzlich wurden Bohnen und Mais gepflanzt, die nur 3-4 Monate zum Wachsen benötigen. Außerdem wurde ein Zaun aus Stacheldraht und Holzpfosten um das ganze Landstück gezogen, um wilde Tiere fern zu halten und die Saat zu schützen.
Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Es muss regelmäßig Unkraut gejätet werden, vor allem während der Regenzeit. Für die weitere Bewirtschaftung des Grundstücks sind eigene (nicht ausgeliehene) Werkzeuge und Geräte von Vorteil. Zusätzliches Saatgut und Pestizide stehen dazu noch zum Kauf an.

Hausbau, Grundstück

Wir bedanken uns nochmals bei all den SpenderInnen, die den Grundstückskauf ermöglicht haben!
Danke auch an die tolle Arbeit des Teams der Streetkids von Kampala und der vielen Freiwilligen!
Wir hoffen auf eine gute Ernte!

21
Aug

Mein Besuch im Home of Good Hope

Bericht von Kathi

Diesen Sommer hatte ich die Gelegenheit endlich einmal persönlich die Suppenküche zu besuchen, von der mir meine liebe Reisebegleitung Barbara im Vorfeld schon so viel erzählt hatte. An mehreren Tagen zu Beginn und am Ende unserer Reise planten wir einige Stunden im Township von Windhoek ein – ein objektiv wohl eher wenig touristischer und attraktiver Ort, dennoch sollten mich diese Tage noch länger beschäftigen und auf eine emotionale Reise schicken. Emotionen sind oft schwer in Wort zu fassen, einzelne Eindrücke und Momente aus diesen Tagen sollen euch einen Ausschnitt meiner Gefühle zeigen...

Freude...

Zunächst einmal spürte ich Freude, als wir ankamen und die Mitarbeitenden uns äußerst herzlich und offen begrüßten; oder als einige Kinder uns so unvoreingenommen und liebevoll umarmten, wie es nur Kinder tun können; oder als ich die Dankbarkeit der Kinder wahrnahm, dass sie hier so willkommen sind; oder als ich die fröhlichen Lieder hörte, die am Vormittag gemeinsam mit Monica gesungen werden; die Freude beim Singen, Tanzen und Lachen der Kinder war ehrlich und irgendwie besonders an diesem Ort. Freude und Gastfreundschaft waren hier in der Suppenküche sehr präsent, das Engagement und die Herzlichkeit von Monica und ihrem Team ist unglaublich!

Da war aber auch Demut (ein pathetischer Begriff, aber er trifft es am besten), die ich beim  Ausgeben des Essens wahrnahm. Alle Kinder kannten den Ablauf: Hände waschen, anstellen, essen, danach das Geschirr zum Abwasch bringen und sich bedanken. Und anders als ich es zuhause bei einer so großen Gruppe von Kindern und Jugendlichen erwarten würde: Die oft nur sehr knapp bemessenen Portionen wurden mit großer Dankbarkeit entgegengenommen, es gab kaum Gerangel, kein Jammern über Wartezeit oder zu kleine Portionen, keine Streitereien um einen Nachschlag. Beeindruckt hat mich auch die Fairness und Umsichtigkeit der Kinder: Ein älterer Junge machte mich zB. darauf aufmerksam, dass ich ein kleines Mädchen bei der Ausgabe übersehen habe, da ich kurz abgelenkt war; oder ein anderer Junge tauschte seine etwas größere geratene Essensportion von sich aus gegen eine kleinere, denn er wusste, dass die großen Portionen für die älteren Schulkinder bestimmt waren.

Besuch Suppenküche
... Traurigkeit

Ich spürte immer wieder auch eine gewisse Traurigkeit, als ich mir über die Lebensumstände dieser Kinder Gedanken machte und mich fragte, wie ein solches Leben in einem Township wohl aussehen mag; oder als ich die kaputten, zerschlissenen Kleidungsstücke und Schulrucksäcke vieler Kinder bemerkte, die bei uns nicht einmal mehr in der Altkleidersammlung landen würden. Die sicherlich auch oft kaputten Familienverhältnisse kann ich nur erahnen. Die meist so unsichtbaren Privilegien meines Lebens wurden für mich hier ein Stück weit sichtbarer und haben mich nachdenklich gestimmt.

Besuch Suppenküche

Vor wenigen Tagen habe ich bei einem Theaterfestival folgende Geschichte des israelischen Schriftstellers Amos Oz gehört, die ich zum Abschluss noch erzählen muss:

Stell dir vor, es bricht in einem Haus ein Feuer aus, das sehr schnell um sich greift. Als Zeuge einer solch großen Katastrophe kannst du auf drei verschiedene Arten reagieren: 1. Du kannst um dein Leben rennen und diejenigen, die nicht rennen können, ihrem Schicksal überlassen. 2. Du kannst der Redaktion deiner Zeitung einen wütenden Brief schreiben und fordern, dass diejenigen, die für die Brandsicherung verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden; oder alternativ könntest du vielleicht eine Demonstration für bessere Brandsicherheitsbestimmungen organisieren. 3. Du könntest aber auch versuchen, das Feuer mit einem Eimer Wasser zu löschen. Und wenn du keinen Eimer hast, nimmst du ein Glas. Und wenn du kein Glas hast, nimmst du einen Teelöffel. Jeder hat einen Teelöffel. (zitiert nach http://www.theelepeltje.nl)

 

Ja, wir Menschen können als Einzelne den „Großbränden“ dieser Welt oft nur Schritt für Schritt begegnen, ein Teelöffel ist dennoch ein Anfang. Im Hope of Good Hope sind es die vielen Suppenlöffel, die täglich einen entscheidenden Unterschied machen können.

 

Besuch Suppenküche
Kajonia Clare Carol
7
Jul

Kajonia’s Augen-OP

Gesunder Blick in die Zukunft!

In letzter Zeit haben wir sehr viel über unsere Bildungs- und Förderungsprogramme gesprochen, jetzt gibt es mal wieder Positives aus dem Bereich Gesundheit zu berichten...

Kajonia Annette ist Mutter von 2 Mädchen. Sie hat schon mit 16 Jahren geheiratet und sehr schnell ihr erstes Kind geboren. Kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter starb ihr Ehemann und sie musste sich und ihre beiden kleinen Töchter allein über Wasser halten. Das war alles andere als leicht. Deswegen war es ein großes Glück, als sie vor vier Jahren über den Stadtrat einen Job als nächtliche Straßenreinigungskraft bekommen hat. Das Geld hat sie dringend gebraucht, weil die beiden Mädels ins schulpflichtige Alter gekommen sind. Man muss sich das so vorstellen: Eine Hütte im Slum kostet je nach Größe zwischen 25 und 40.-€ im Monat. Ein Kind einen Monat in die Schule zu schicken kostet 10.-€. Es ist ein krasses Missverhältnis, wieviel einfache, formale Bildung in Uganda kostet!

Kajonia leidet an einer vererbten Augenkrankheit - sie kam ohne Iris auf die Welt. Dadurch kann sich die Pupille dem Lichteinfall nicht anpassen, sie bleibt immer gleich groß. Um zu verstehen, dass das in Afrika mit all der Sonne ein Riesenproblem ist, braucht man kein studierter Augenarzt oder Optiker zu sein. Bei Kajonia kamen dann im Laufe der Zeit Folgeerkrankungen dazu. Problematisch war vor allem der graue Star, der ihre Sehfähigkeit nochmal enorm eingeschränkt hat. Der Straßenstaub, mit dem sie bei ihrer Arbeit in Kontakt kam, tat sein Übriges.

Das Problem mit der fehlenden Iris kann niemand beheben. Eine Operation am grauen Star dagegen ist heute auch in Afrika übliche Praxis - allerdings muss der Patient selbst für die Kosten aufkommen und das ist bei einem Straßenkehrerjob in Afrika leider eher nicht möglich.

Also ist unser Verein für die Kosten aufgekommen. Kajonias erstes Auge wurde im August 2018 erfolgreich operiert, jetzt steht das zweite Auge an.

Claire nach OP mit Sonnenbrille

Leider hat Kajonia ihr Augenleiden vererbt. Die ältere Tochter Claire wurde ebenfalls ohne Iris geboren und musste nun im Alter von nur neun Jahren eine Graue-Star-OP über sich ergehen lassen. Bei ihr wurden gleich beide Augen operiert (siehe Foto links, welches Claire nach der OP zeigt). Die einzige Therapieoption ist eine Operation auf beiden Augen.

Kajoyina Abspülen
Was ist inzwischen passiert?

Damit die kleine Familie in Ruhe die Augenproblematik in den Griff bekommt und trotzdem die Schule weiterlaufen kann, haben wir die Töchter Nansamba Claire und Namukinzi Carol im Jänner 2019 in unser Sponsoringprogramm aufgenommen.

Inzwischen arbeitet Kajonia auch nicht mehr in der Straßenreinigung. Sie wohnt im Heim und hilft dort für ein kleines Gehalt beim Kochen und Abspülen. Leider wird sie aufgrund fehlender Bildung wohl keinen besseren Job bekommen können. Die beiden Mädchen werden bessere Chancen haben. Im Gegensatz zur Mutter gehen sie in die Schule, wohnen allerdings bei der Großmutter in der Nähe der Pfarre. Auch kein Idealzustand, da diese ein größeres Alkoholproblem hat und sich nur wenig um die Bildung der Mädchen kümmert.

Aufgrund der restriktiven Politik der ugandischen Regierung ist es derzeit leider nicht möglich, zusätzliche Kinder im Heim aufzunehmen. Immerhin ist durch Rhona und Moses sichergestellt, dass das Schulgeld der Mädels direkt an die Schule geht, somit steht dem geregelten Schulbesuch und einer besseren Zukunft der beiden nichts mehr im Wege.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei all unseren SponsorInnen bedanken!

Ihr habt es ermöglicht, dass zwei Mädchen weiterhin in die Schule gehen können und eine Mutter gesundheitlich wieder in der Lage ist für ihre Töchter zu sorgen!

 

30
Jun

Neue Patenschaft für das HoGH

Ein Volontariat mit Patenschaft aus Leidenschaft!

Es kommt immer wieder mal vor, dass Personen an uns herantreten und gerne als Volontäre in einem unserer Projekte mitarbeiten möchten. Manche für ein paar Wochen, manche sogar für mehrere Monate. Doch Alina geht sogar noch einen Schritt weiter - sie besucht nicht nur Monica im Home of Good Hope in Namibia, sie möchte auch noch eine Patenschaft dort übernehmen....

Die 21-jährige Alina trat an uns mit der Absicht heran, von September bis Dezember im Home of Good Hope in Namibia mitzuarbeiten. Sie studiert Lehramt für die Grundschule und hat schon einiges an Erfahrung in der Arbeit mit Kindern gesammelt. Außerdem war sie auch schon mehrere Wochen in Peru in einer Kindertagesstätte. Sie wird Monica bei den unterschiedlichsten Arbeiten unterstützen: Essen ausgeben, eventuelle Schulungen zum Thema IT oder Gesundheit organisieren und bei der Hausaufgabenbetreuung helfen.

Im gemeinsamen Gesprächen hat sie erwähnt, dass sie auch gerne eine Patenschaft übernehmen möchte. Da sie ja noch keines der Kinder kennt, hat sie darum gebeten, dass wir gemeinsam mit Monica ein Kind für sie aussuchen. Bald schon wurde eine passende Kandidatin gefunden.

Queen-Preschool-Patenschaft

Dürfen wir vorstellen?

Queen Shikongo ist 7 Jahre alt. Sie hätte eigentlich schon längst die Schule besuchen sollen, aber ihre Eltern haben sich nicht darum gekümmert. Damit Queen endlich in die Schule gehen kann, müssten zuallererst einmal die Einschreibgebühren bezahlt werden. Somit ist es eine Fügung des Schicksals, dass Alina ein Patenkind sucht. Mit Alinas Hilfe kann Queen sich die Schulgebühren, Schuluniformen und Lernunterlagen leisten. Momentan wird eine Vorschule für sie gesucht und ab dem nächsten Jahr kann sie mit der ersten Klasse starten. Sie krabbelt bzw. geht in der Suppenküche ein und aus seit sie ein Jahr alt ist. Sie ist ein kluges Mädchen, ist gut in Mathematik und Englisch und liebt es, Rätsel zu lösen.

Queen-Patenschaft

Queens Eltern leben getrennt. Ihre Mutter ist Alkoholikerin und ihr Vater verkauft Tombo, ein traditionelles Bier. Ihre ältere Schwester Sarah ist 15 und hat die Schule abgebrochen. Sie hat auch noch zwei Brüder im Alter von 11 und 4 Jahren.

Monica hat Queen inzwischen in der "Sunshine preschool" (Vorschule) eingeschrieben. Auch hier wird zumindest von Montag bis Donnerstag eine Schuluniform benötigt. Ihr Vater wurde damit beauftragt, ihr jeden Morgen eine Jause mitzugeben - eine Selbstverständlichkeit in unseren Augen, aber leider nicht in Katutura.

Vielen Dank an Alina für die großartige Unterstützung!

 

Grundstück
26
Mai

Robinah auf Besuch beim SoK-Projekt in Kampala, Teil 2

Grundstück-Scouting mit Robinah

In den letzten News haben wir darüber berichtet, dass Robinah über Ostern Post und kleine Pakete für die Kids in Kampala mitgebracht hatte. Ihr Besuch in Uganda hatte aber auch noch ein anderes Ziel...

Robinah war bei ihrem Besuch in Kampala in einer ganz besonderes Mission unterwegs. Gemeinsam mit Rhona ging es darum, ein geeignetes Grundstück zu finden und zu kaufen.

Um dieses Grundstück finanzieren zu können, gab es im März dieses Jahres eine Charity-Veranstaltung bei Robinah in Altheim. Dazu kamen viele private Spenden bei Friends 4 Friends und unserem Partnerverein Fokus Leben zusammen.

Robinah und Rhona sind tatsächlich fündig geworden. Nach acht Grundstücks-Besichtigungen stand der Favorit fest und der Kauf ging tatsächlich noch einen Tag vor Robinahs Heimflug reibungslos über die Bühne.

Das Grundstück liegt etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist ca. 12 km2 groß. Die Preise für Nahrungsmittel sind in Kampala in den letzten Jahren stark angestiegen. Deswegen ist jetzt der Plan, diese Grundnahrungsmittel selbst anzubauen. Das sind Kochbananen, Kartoffel, Maniok, Süßkartoffel, Bohnen und Mais.

Wir hoffen gemeinsam mit unserem Partnerverein Fokus Leben, dass es bald losgehen kann mit dem Ausbringen des ersten Saatguts und der ersten Ernte.

Wir danken auch unserem Vereinsmitglied Carmen – sie hat kurzerhand ihre Geburtstagsspende, die eigentlich für einen Neubau des Heims gedacht war, umgewidmet. Statt Hauswand wird Carmen in ein paar Monaten nominelle „Besitzerin“ eines Bananenstaudenhaines sein!

Besuch Uganda
Besuch Uganda

2 neue Studentinnen

 

Nach Christian, über den wir schon vor einiger Zeit berichtet haben, gibt es die nächste Erfolgsgeschichte. Beim Besuch kamen nämlich Dinah und Kemigisha auch nicht zu kurz. Beide haben vergangenes Jahr Abitur gemacht und beide fangen heuer mit ihrem Studium an. Dinah studiert bereits seit 02. Mai „Hair / Beauty Design and Management“ an der YMCA Universität. Das Studium wird zwei Jahre dauern und endet mit einem Diplom. Kemigisha beginnt im August ihr Studium im Bereich „Catering and Hospitality Managament“, ebenfalls an der YMCA Universität. Ihr Studium dauert drei Jahre und endet mit einem Bachelorabschluss.

Der Slum Kisenji ist nicht gerade der beste Ort, um spät am Abend oder gar in der Nacht von der Uni zurückzukommen – für junge Frauen schon gleich gar nicht. Deswegen werden Dinah und Kemigisha im Hostel der Universität wohnen.

Es ist sowieso schon bewundernswert, wenn junge Frauen aus dem Slum eine weiterführende Schule besuchen und dann auch noch erfolgreich beenden. In Kisenji gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Wenn Kinder überhaupt eine Schule besuchen, dann maximal die siebenstufige Grundschule. Anders Kemigisha und Dinah.
Alles verfügbare Geld haben die beiden für Bücher, Hefte und Stifte ausgegeben. Sie haben eisern gespart für die hohen Schulgebühren der weiterführenden Schule.
Erst im Abiturjahr sind wir auf die beiden aufmerksam geworden und haben sie seither unterstützt. Jetzt werden die beiden ihren großen Traum erfüllen – nämlich studieren!

Nur so gelingt es, die Armutsspirale zu unterbrechen – mit Bildung!

Wir wünschen Kemigisha und Dinah das Allerbeste und werden euch auf dem Laufenden halten!

 

Kids mit Briefen
26
Mai

Robinah besucht das SoK-Projekt

Robinah - deutsche Post und DHL in Einem!

Es ist immer etwas Besonderes, wenn Robinah, die deutsche Leiterin des Projekts „Kampala Straßenkids“, die Kids in Uganda besucht. In den Osterferien war sie wieder dort. Im Gepäck waren Briefe und kleine Päckchen für insgesamt 68 (!) Kinder!

68 Briefe in allen Farben und Größen überreicht von Robinah bedeutet vor allem: Diese wollen erst mal sortiert und dem richtigen Kind zugeordnet werden. Dann wird’s richtig spannend, aufmachen und lesen und schauen, was an kleinen Präsenten mit drin liegt. Das können kunterbunte Kugelschreiber sein, Sticker, Fotos oder Süßigkeiten. Alles ist toll, alles wird geliebt und ausprobiert.

Natürlich haben auch „unsere“ 19 Kids Briefe bekommen. So ein Brief aus dem fernen Deutschland (und wo ist denn eigentlich Österreich?) schreit natürlich nach einer Antwort. Immerhin sind die Kids ja durchaus stolz auf ihre deutschen und österreichischen Brieffreunde und schreiben fleißig zurück!

Robinah Kampala
Robinah besucht das Projekt

Robinah hatte auch Geld aus unserem Gesundheitsfonds dabei. Die Mädels im Heim kommen allmählich in die Pubertät. Damenbinden sind teuer, gerade in Afrika. Wir wollen vermeiden, dass Mädchen jeden Monat für ein paar Tage in der Schule fehlen, nur weil kein Geld für Damenbinden da ist. Deswegen haben wir einen Sonderposten dafür geschaffen. Nun wird jeden Monat genug Geld dafür vorhanden sein.

Der absolute Renner waren die T-Shirts des LLC Marathon Clubs Regensburg. Diese Shirts sind beim Marathon 2018 übrig geblieben. Bewerber in Kampala für die Shirts gab es viele: eine Fußballmannschaft, die Tanztruppe und der Chor. Das Rennen machte letztendlich die Tanztruppe. Da macht die Tanzerei gleich noch viel mehr Spaß!
Nur gut, dass der LLC jedes Jahr einen Marathon in Regensburg veranstaltet ...

Vielen Dank an den LLC Regensburg für diese tolle T-Shirt-Spende!

Das war aber noch nicht alles von Robinah - Fortsetzung folgt ... 🙂

 

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