Streetkids Kampala Archives - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
Robinah bei SoK
27
Okt

Vorstellung von Fokus Leben

Das Leben im Augenmerk!

Die Vorstellungsrunde unserer Partner geht weiter mit Fokus Leben Altheim, Deutschland...

Friends 4 Friends arbeitet nicht nur in Namibia mit Partnervereinen zusammen, sondern auch in Uganda. Der Verein „Fokus Leben“ hat bereits 2006 begonnen, das Projekt zu unterstützen.

Treibende Kraft hinter diesem Engagement war und ist Robinah (Bild rechts), die seit 1994 in Altheim in der schwäbischen Alb lebt. Ursprünglich kommt sie aus Kampala, Uganda. Der Vorstand von Fokus Leben hat vier Mitglieder. Seit einigen Jahren ist Robinah Makowitzki die erste Vorsitzende. Robinah hat eine familiäre Verbindung zum Projekt – die Leiterin vor Ort, Rhona Mugisha (Bild unten), ist ihre Cousine.

Fokus Leben ist ein caritativ-christlich orientierter Verein, der seine Arbeit an der Nächstenliebe ausrichtet. Alle Mitglieder und assoziierten Helfer arbeiten ehrenamtlich. Gerne arbeitet Fokus Leben aber auch mit laizistischen Vereinen wie Friends 4 Friends zusammen.

Letztendlich zählt für uns alle das Ergebnis: junge Menschen in Afrika von der Straße holen, ihnen ein Dach über dem Kopf, Essen, Schule, Ausbildung, Sicherheit und Perspektive geben.

Tätigkeitsbereiche

Fokus Leben engagiert sich in allen Bereichen von „Kampala Straßenkids“. Das Hauptziel des Vereins ist es, die Leiterin Rhona in den verschiedenen Bereichen des Projektes zu unterstützen.

Dreh und Angelpunkt sind die Gottesdienste mit anschließendem Essen. Diese finden dreimal pro Woche statt. Jedesmal kommen bis zu 250 bedürftige Menschen. Die Ausgabe des Essens ist nicht an den Gottesdienstbesuch gekoppelt – jeder bekommt etwas zu essen.

 

 

 

Rhona
Robinah

2009 kam das Kinderheim dazu, in dem zu Spitzenzeiten knapp 40 Kinder untergebracht waren. Viele dieser Kinder konnten im Laufe der Jahre wieder zu Verwandten ziehen, die meisten gehen heute in die Schule oder machen eine Ausbildung. Fokus Leben kommt für den Löwenanteil der Mietkosten und für Strom und Wasser des Heims auf. Die Angestellten erhalten ein kleines Gehalt und essen auch dort.

Genauso wie Friends 4 Friends sucht Fokus Leben Paten für die Kinder. Zu Beginn waren das vor allem ehemalige Straßenkinder, heute kommen immer mehr Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen dazu. Die Patenschaft soll vermeiden, dass solche Kinder auf der Straße landen.

Seit drei Jahren finanziert Fokus Leben den Kindergarten. Hierher kommen Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Bei den Kleinen steht das Spielen im Vordergrund. Für die Größeren gibt es Unterrichtseinheiten in Rechnen, Lesen und Schreiben. Auf diese Art und Weise werden diese Kinder einen guten Start in der Grundschule haben.

Fokus Leben finanziert auch die beiden Kindergärtnerinnen, die sich um fast 100 Kinder kümmern!

Unsere Zusammenarbeit

Selbstverständlich hilft man sich bei befreundeten Vereinen gegenseitig aus. Es gibt immer wieder gemeinsame Aktionen von Fokus Leben und Friends 4 Friends.

Ganz besonders erfolgreich war die gemeinsame Benefizveranstaltung im März 2019. Grund für diese Aktion war der geplante Kauf eines Grundstückes etwas außerhalb von Kampala.

Knapp 100 Gäste kamen zu Andys Vortrag „TransAfrika“, die „Altheimer Musikanten“ haben gespielt und die Gäste waren ausgesprochen spendabel. 3200.-€ kamen zusammen. Friends 4 Friends hat 3000.-€ beigesteuert, diverse private Spender kamen dazu, und noch im gleichen Jahr konnte das Grundstück gekauft werden.

Starke Partner sind immer gut – die anstehende Arbeit auf mehreren Schultern verteilen, Synergien finden und gemeinsam mit Anderen an der gleichen Sache arbeiten.

 

 

Wir freuen uns, mit so engagierten und herzlichen Menschen zusammen zu arbeiten und vielleicht schaffen wir es ja wirklich einmal, gemeinsam beim Projekt in Uganda zu sein!

 

Verteilung-Kübel
31
Mai

Corona Notfallpakete in Uganda

Lockdown in Uganda

Dass Corona keine Grenzen kennt, dürfte nun hinreichend bekannt sein. Hier ein Einblick in die Situation in Uganda und was wir als Friends 4 Friends zur Unterstützung tun konnten...

Notfallpakete zusammengestellt

Jedes Land reagiert anders auf diese Herausforderung. Uganda hat schnell reagiert, die Grenzen geschlossen und eine strenge Ausgangssperre verhängt. Das hat sicher jede Menge Menschenleben vor dem Virus gerettet, dafür tun sich neue Probleme auf. Menschen, die in einem Slum irgendwo in Afrika leben, haben im Normalfall kaum die Möglichkeit, etwas anzusparen. Jeder Schilling, der tagsüber verdient wird, wird am Abend für Nahrungsmittel ausgegeben. Ein kleiner Teil muss zur Seite gelegt werden, man muss ja auch die Miete bezahlen.

Ausgangssperre bedeutet, dass das System kollabiert. Schneller als bei uns, weil die meisten Menschen in Europa ein kleines oder größeres Finanzpolster anlegen konnten. Nicht in einem Slum in Afrika.

Um der größten Not zu begegnen, hat Friends 4 Friends in Uganda Notfallpakete für ein paar der ärmsten Familien im Slum zusammenstellen lassen. Die Ärmsten, das sind alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen. Die Pakete enthalten Grundnahrungsmittel, Seife und diverse Hygieneartikel.

 

Notfallpakete
Notfallpakete 2
Kajoina-Notfallpakete

Update aus Uganda

Diese Nachricht erreichte uns vor kurzem von der Projektleiterin Rhona aus Uganda:

Wir sind in landesweiter Quarantäne seit dem 18. März. Alle Geschäfte und Betriebe haben zugesperrt außer den Supermärkten, Krankenhäusern und Sicherheitseinrichtungen. Öffentlicher und privater Verkehr stehen still, wie auch Kirchen und Schulen. Eines der Dinge, das uns am meisten Probleme bereitet, ist das Fehlen von Transportmöglichkeiten. Manchmal muss man 5 bis 7 Meilen zu Fuß gehen, um zum Ziel zu kommen. Wenn ich zum Beispiel Geld von der Bank für die Pfarrei brauche, muss ich ungefähr 5 Meilen hinlaufen und die gleiche Strecke dann auch wieder zurück. Um die weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden, hat die Regierung die Menschen dazu gezwungen zu Hause zu bleiben. Der Nachteil daran ist, dass ca. 95% der Bevölkerung von der Hand in den Mund lebt. Es ist also eine extrem große Herausforderung für die meisten Menschen hier.

 

Woher bekomme ich Lebensmittel?

Für die meisten Familien ist die Besorgung von Lebensmitteln ein Problem. Die Regierung hat versucht Notfallpakete zu verteilen, aber bis jetzt hat der größte Teil der Bevölkerung seinen Anteil noch nicht erhalten. Leider gibt es viele korrupte Beamte, die die Situation ausnutzen, um sich selbst zu bereichern.

Zwischen 19:00 Uhr abends und 06:00 Uhr morgens haben wir landesweit Ausgangssperre. Dies dient vor allem der Sicherheit. Seit die Menschen so lange Strecken zu Fuß gehen müssen, würden ohne Ausgangssperre leider viele in der Nacht in Gefahr geraten. Bei erhöhter Arbeitslosigkeit steigt leider auch die Kriminalität an.

Zu Beginn der Quarantäne haben Sicherheitskräfte Menschen geschlagen, die gegen die zusätzlichen Verordnungen verstoßen haben. Unser Präsident hat dies aber stark verurteilt, somit passiert das jetzt eher selten. Jetzt müssen die Menschen vor allem mit Geldstrafen rechnen. In den Gegenden, die immer noch öffentlich zugänglich sind, wie zum Beispiel den Märkten, müssen die Hände gewaschen werden und es wird auch Fieber gemessen.

 

Eine Auflockerung in Sicht

Die Regierung hat begonnen die Quarantäne langsam wieder aufzuheben, momentan werden leider nur Autowerkstätten und Metallwerke zusätzlich geöffnet. Wir hatten gehofft, dass zumindest der öffentliche Verkehr wieder in Betrieb genommen werden würde.

 

 

 

Soweit der Bericht von Rhona aus Uganda.
Wir hoffen, dass es bald möglich ist, die Beschränkungen weiter zu lockern und vor allem den öffentlichen Verkehr wieder zu reaktivieren!

 

30
Mai

Artikel über Friends 4 Friends in der Mittelbayerische

Mittelbayern goes Africa!

In der "Mittelbayerische" Ausgabe vom 19.05. ist ein Artikel über Friends 4 Friends zum Thema "Viren haben keine Grenzen" in der Sparte Außenansicht erschienen. Hier zum Nachlesen...

MZ-Außenansicht-Viren haben keine Grenzen

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Ermöglichung unseres Beitrags!

Carolyn und ihr Pilzhaus
26
Apr

Nachbarschaftshilfe in Afrika

Eine Ode an den Nachbarn!

In Zeiten von Corona helfen sich die Menschen, vor allem durch Nachbarschaftshilfe. Das ist nicht nur bei uns so, sondern auch bei unseren Projekten in Afrika.

Vor kurzem haben wir von unserem Neuzugang Prince berichtet. Inzwischen haben wir seine Schwester Trisha ebenfalls ins Programm aufgenommen. Prince und Trisha leben bei ihrer allein erziehenden Mutter mit noch zwei weiteren Geschwistern.
Alle vier Kinder in dieser Familie sind super-schlau und gehen auf die Schule, was die allein erziehende Mutter Carolyn finanziell vor ein großes Problem stellt. Immerhin kostet das alles eine Stange Geld.

Weil nun die Schulgebühren für die beiden Geschwister von unserem Verein übernommen werden, konnte sich die Mutter ein kleines Unternehmen aufbauen. Gemeinsam mit den Kindern hat sie zwei Holzhäuser gebaut – eines für die Hasen-, das andere für die Pilzzucht.  Diese gedeihen in der schwülen Wärme von Kampala gut und haben bis vor kurzem reißenden Absatz gefunden. Dann kam Corona und die Schließung des Marktes. Also muss man sich irgendwie anders behelfen.

Moses mit Enkel

Umso besser, wenn man einen liebenswerten Nachbarn hat. Wir sprechen von Moses, der „unsere“ Schüler und Studenten betreut. Moses hat einen Garten ganz in der Nähe seines Hauses. Dort baut er Kartoffeln, Maniok, Süßkartoffeln und Kochbananen an. Carolyn und ihre vier Kinder wohnen nicht weit entfernt.

Gerne hilft Moses mit den Früchten seines Gartens aus, um die Familie zu unterstützen. Wir wissen es nicht sicher, aber wir können uns vorstellen, dass Moses dafür in den Genuss eines tollen Pilzgerichtes gekommen ist oder noch kommt...

 

 

Carolyn, Trisha und Prince: Durch Nachbarschaftshilfe geht Vieles einfacher.

An dieser Stelle vielen herzlichen Dank an alle, die sich um andere kümmern. Bei uns genauso wie in Afrika.
Es sind die vielen kleinen und größeren Gesten, die zählen und die das Leben so wertvoll machen.

 

Taufe von Faith
5
Apr

Lovina – Schicksal auf Afrikanisch

Schicksal bringt Glaube und Chance!

Etwa vor einem Jahr hörten wir die Geschichte von Lovina zum ersten Mal. Ein Mädchen ohne Eltern, das endlich ins Heim vom Projekt Straßenkinder aufgenommen wird...

Sechs gute Jahre verbringt sie dort. Wir sprechen hier nicht von Luxus, sondern Sicherheit und Geborgenheit plus drei Mahlzeiten am Tag und Schule. Schlafen im Schlafsaal mit fünf anderen Mädchen.

Dann kommt das neue Gesetz, das besagt, dass alle Kinder maximal drei Jahre im Heim bleiben dürfen. Im Alter von 13 Jahren wechselt Lovina also zu einer Bekannten, die alleine im Slum lebt. Die Frau hat wenig Zeit für das Mädchen, sie muss bis spät in die Nacht am Markt arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie geht zur Schule, erledigt Hausarbeit, holt Wasser, geht einkaufen. Leider auch nachts.

Dabei wird sie von einem jungen Mann aus der Nachbarschaft überfallen und vergewaltigt. Mit 13 Jahren. Sie erzählt niemandem davon, sie schämt sich. In der Schule geht es bergab. Lovina ist ständig müde, kann sich nicht konzentrieren. Der Lehrerin fällt das auf und sie bestellt die Bekannte, bei der sie wohnt, in die Schule. Sie soll mit Lovina ins Krankenhaus gehen und einen Schwangerschaftstest machen. Dieser ist... positiv! Lovina ist schwanger.

Lovina vor dem Frisörladen
Lovina Haare flechten

Was nun?

Ein Abbruch kommt im religiösen Umfeld des Mädchens nicht in Frage.

So wird Lovina mit 14 Jahren Mutter. Erstaunlicherweise verzweifelt sie nicht an ihrer Lage. Sie nennt ihre Tochter Faith, Glaube.

Lovina möchte nicht mehr in die Schule zurück. Ihr größter Wunsch ist, Friseurin zu werden. In den meisten Ländern Afrikas bekommt man als Lehrling keinen Lohn, sondern muss für die Ausbildung bezahlen. Hier kommt unser Verein ins Spiel – der Erlös des Weihnachtssingens in einer Regensburger Kirche und eine private Sponsorin machen es möglich, dass Lovina ihren Traum verwirklichen kann. Seit Februar lernt sie nun in ihrem Traumberuf. Momentan wird zwar nur an einer Puppe geübt, aber komplizierte Zöpfe flechten will gelernt sein.

Ihre Tochter Faith ist zu dieser Zeit in Obhut einer Tagesmutter, die von einer weiteren Sponsorin bezahlt wird.

Go, girl, go! Mit dieser Ausbildung zur Friseurin wird Lovina in zwei oder drei Jahren auf eigenen Beinen stehen. Wir freuen uns mit ihr über diese riesengroße Chance.

 

 

Vielen herzlichen Dank an alle SpenderInnen, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben und noch beitragen werden!

 

Markt-Afrika
29
Mrz

Was bedeutet Corona für den afrikanischen Kontinent?

Viren kennen keine Grenzen!

Nein! Jetzt auch noch bei Friends 4 Friends ein Artikel über Corona... Man mag es schon gar nicht mehr hören. Aber man muss. Man muss hinhören. Denn Corona in Afrika ist nicht Corona in Europa.

Hier in Europa sitzen wir nun im Home Office, gehen nur noch raus, wenn es sein muss. Viele von uns haben Einbußen im finanziellen Bereich. Wir sorgen uns, dass wir nicht genügend Intensivbetten haben werden. Wir streiten im Supermarkt um die letzte Rolle Klopapier. Es werden Atemmasken zu irrwitzigen Preisen verkauft.

Wir kaufen aber auch gerne für die 70-jährige Nachbarin mit ein. Wir solidarisieren uns mit den Schwächeren unserer Gesellschaft und zeigen das auch gerne nach außen. Das ist gut so.

Aber wir sind keine Insel – es gibt auch sehr viele Schwächere außerhalb unserer eigenen Gesellschaft.

Schauplatz Afrika

Zum Beispiel Uganda oder Namibia. Wie soll das, vor allem in den Townships, mit Social Distancing klappen, wenn in einer Hütte - in der Größe vergleichbar mit einer deutschen Garage - acht Personen leben? Vom Säugling bis zum Greis versteht sich. Ausgangssperre in diesen Ländern?

Ausgangssperre in Afrika bedeutet, dass die Menschen, die oft sowieso schon kein geregeltes Einkommen haben, nun gar nichts mehr verdienen können. Die wenigsten Menschen können ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen. Sie arbeiten als Tagelöhner, Autowäscher oder als Verkäufer auf dem Markt. Können sie nicht mehr arbeiten, gibt es auch kein Geld. Wir sprechen hier von Menschen ohne ein Guthaben auf der Bank. Wir sprechen von Menschen, die nie ein Bankkonto hatten.

Die meisten Menschen in Afrika gehen zum Einkaufen nicht in den Supermarkt – hier werden Dinge des täglichen Bedarfs auf den lokalen Märkten gekauft. Täglicher Bedarf ist in diesem Falle wörtlich zu verstehen. Ist Geld da, dann wird eingekauft, ist keines da, wird gehungert. Das ist die Realität, auch schon vor Corona. Es kann nicht vorausschauend eingekauft werden, wenn jeder Tag rein finanziell gesehen eine neue Herausforderung ist. Abgesehen vom rein finanziellen Aspekt gibt es in den meisten Haushalten in Slum oder Townships weder Strom noch fließendes Wasser. Eine Bevorratung von Lebensmitteln ist schon aus diesem Grunde nur sehr eingeschränkt möglich.

Utensilien-Hilfspaket
Corona Hampers-Übergabe
Township-Namibia
Weg zur Kirche- Uganda

Krankenversorgung in Afrika

Manche Personen in der westlichen Welt behaupten, dass Corona Afrika nicht besonders treffen wird, mit der Begründung: Es gibt dort ja vor allem junge Menschen. Das ist reichlich kurz gedacht. Auch die jüngere Generation hat Vorerkrankungen. In manchen Slums und Townships liegt die HIV-Rate bei 20%, dazu kommen TBC, Hepatitis und Malaria. Nicht zu vergessen das Prinzip der Großfamilien, die alle unter einem Dach leben. Normalerweise sind die Menschen tagsüber draußen, gehen zur Arbeit oder zur Schule. Nun sollen sie zu Hause bleiben. Den nötigen Abstand zueinander halten, ist weder auf der Straße noch zu Hause möglich. Seniorenheime sind in den meisten Ländern Afrikas unbekannt. Dadurch ist die Ansteckungsgefahr für die Älteren viel höher als bei uns. Zumal es in vielen Haushalten an den einfachsten Dingen fehlt. Ich spreche hier nicht von Desinfektionsmitteln, ich spreche von Seife und Wasser. Ich spreche von mehr als einem Teller für alle, ich spreche von einem Löffel für jede Person im Haushalt.

Die Gesundheitssysteme funktionieren schon teilweise in unseren Breitengraden nicht. Die Systeme in den meisten Ländern Afrikas sind auf eine derartigen Krise gar nicht ausgelegt. Außerdem wachsen die Überlebenschancen in vielen Ländern Afrikas mit dem Kontostand. Die wenigsten Afrikaner haben eine Krankenversicherung und können sich eine Versorgung im Krankenhaus jetzt schon nicht leisten. Auf der anderen Seite gibt es irrwitzig teure Privatkliniken für diejenigen mit einem dicken Bankkonto.

All das mag uns momentan mit unseren eigenen Problemen zweitrangig erscheinen, aber die Coronakrise in Afrika wird zu einer eigenen Krise werden. Durch die zusätzliche Verarmung ganzer Gesellschaften durch die Pandemie werden neue Flüchtlingsströme ausgelöst. Und das betrifft dann wiederum auch die reichen Staaten des Globalen Nordens.

Menschen in Afrika, Indien und Südamerika in dieser Not zu helfen, ist nicht nur unsere Pflicht, sondern auch purer Eigennutz. Viren kennen keine Grenzen. Das Virus ist erst dann wirklich besiegt, wenn es überall auf der Welt verschwunden ist.

Hilfspakete für Uganda und Namibia

Friends 4 Friends möchte auch in dieser Krise über den eigenen Tellerrand schauen. Solidarität zeigen mit den Schwächeren, das sollte nicht nur in unserer eigenen Gesellschaft die Norm sein. Das sollte für alle Menschen auf dem gesamten Planeten gelten.

Wir haben beschlossen, für die ärmsten Familien aus unseren beiden Programmen Hilfspakete vor Ort zusammenstellen zu lassen. Inhalt: Haltbare Nahrungsmittel, Obst, sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel. Unsere Partner vor Ort wissen, was nun am nötigsten gebraucht wird.

 

Dafür benötigen wir Hilfe – von jedem einzelnen: für die Schwächsten in Afrika, Kinder, Frauen, Alte und Kranke.

 

 

Prince und seine Mutter
6
Dez

Prince – Unser Neuzugang in Uganda

Ein Prince als Apotheker

Immer wieder werden wir gefragt, wie wir eigentlich die Kinder aussuchen, die bei uns ins Förderprogramm aufgenommen werden. Das ist schnell erklärt...

In Uganda brauchen alle Kinder aus dem Heim einen Sponsor (also zum Beispiel einen Verein wie Friends 4 Friends), sonst könnten sie dort nicht wohnen. Bei diesem Projekt machen uns die jeweiligen Projektleiter auf ein Kind aufmerksam, das dringend gefördert werden sollte.

So geschehen mit „unserem“ Prince. Warum wurde nun gerade er in unser Programm aufgenommen?

Prince kommt aus einer Familie mit fünf Kindern, seine Mutter ist allein erziehend. In den Genuss des Bildungssystems kam sie selbst nur sehr kurz, aber sie legt großen Wert darauf, dass alle ihre Kinder regelmäßig in die Schule gehen. Um das zu finanzieren, verkauft sie tagsüber auf dem Markt Samosas (gefüllte Teigtaschen). Abends wäscht sie für Reichere die Wäsche. Solange die Kinder noch kleiner waren und die Grundschule besuchten, war es gerade so möglich, alle Kosten abzudecken.

Brief Prince
Prince

Doch nun stellte sich heraus, dass alle fünf Kiddies sehr schlau sind. Prince ist nun schon das zweite Kind, das in die weiterführende Schule gehört. Da wird’s dann irgendwann schwierig für eine alleinerziehende Frau, selbst mit zwei Jobs ...

Seit Juni d. J. finanziert Friends 4 Friends die Schule von Prince. Er lieferte ein super Zeugnis und ist obendrein Schulsprecher. Außerdem weiß Prince ganz genau, was er mal werden will – nämlich Apotheker. Das ist für ein Kind mit 13 Jahren nicht gerade der typische Berufswunsch. Bei uns würde man sich in diesem Alter Berufsfelder wie Pilot, Youtuber oder Fußballspieler erwarten.

Wie auch immer – wir wollten von Prince wissen, warum er sich gerade diesen Beruf ausgesucht hat: Laut seinem Brief hat er zwei ältere Freunde, die seine Vorbilder und eben Apotheker sind. Außerdem ist er überzeugt davon, dass sein Land mehr Menschen im medizinischen Bereich braucht!

 

Hut ab! Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass Uganda in Zukunft einen Apotheker mehr bekommt!

 

Fred-in Uniform
3
Nov

Fred: Was wurde aus dem Azubi?

Vom Azubi zum Schweißer!

Was macht denn eigentlich unser Azubi Fred? Er ist schon lange kein Azubi mehr, er ist ausgebildeter Schweißer. Der Weg dorthin war lang und nicht gerade einfach, doch er hat es geschafft!

Fred ist sowieso schon unter ungünstigen Vorzeichen aufgewachsen. Seine Mutter verstarb, als er noch ein Baby war, sein Vater war alleinerziehend, musste arbeiten und konnte dem Kleinkind nicht so viel Aufmerksamkeit widmen, wie vielleicht gut gewesen wäre.

Dadurch landete Fred als noch sehr kleines Kind auf der Straße. Es war ein sehr ungesundes Leben – auf der Straße, im Kindergefängnis (in Uganda wird man als Kind gerne mal eingesperrt nur aufgrund der Tatsache, dass man eben auf der Straße lebt), er kam in Kontakt mit Drogen und gewalttätigen Menschen. Erst viel später hat er Rhona kennen gelernt und wurde ins Kinderheim aufgenommen. Bei Straßenkindern, die sehr lange auf der Straße waren, ist es sehr schwierig, sie dauerhaft im Heim zu halten. Den meisten sind die Regeln zu viel und zu streng, viele können sich an Vereinbarungen nicht halten. Oft gehen solche Kinder dann zurück auf die Straße. Auch bei Fred war das so. Mehrmals.

Fred, Rhona und Lehrherr
Fred mit Werkzeug

Fred sagt: "Der Weg ist das Ziel."

Aber dann ist er geblieben. Für die Regelschule war er damals schon zu alt. Lesen und Schreiben kann er nur bruchstückhaft, aber auch damit kann man in Uganda eine praktische Ausbildung machen.

Drei Jahre hat Fred bei seinem Lehrmeister den Beruf des Schweißers erlernt. Zum Abschluss seiner Ausbildung hat er von unserem Verein eine ganze Kiste mit Werkzeug bekommen. Inzwischen hat er sich als Schweißer selbstständig gemacht und erledigt kleine und große Schweißarbeiten für Privatleute aber auch Firmen.

Wie das geht ohne Lesen und Schreiben?

Das Zauberwort heißt Handy! Dieses ungemein nützliche Tool ist auch in Afrika ein Alltagsgegenstand geworden. Fred bekommt seine Aufträge telefonisch, besiegelt werden sie per Handschlag.

Inzwischen ist Fred aus dem Heim ausgezogen und lebt in der Nähe der Kirche „New Jerusalem“ in Kisenji. Nach wie vor ist er seiner Patin Manu sehr verbunden. Geschenke und Briefe gehen hin und her, Fotos werden mitgeschickt. Die Briefe von Manu schmücken das neue Heim.

In der Gemeinde ist er auch aktiv dabei – er trägt riesige Bananenstauden, repariert alte Autos und hilft bei allem, wo kräftige Männerarme gebraucht werden.

 

So kann die Zukunft für ehemalige Straßenkinder aussehen – unser Fred macht es vor. Wir sind sehr stolz auf das, was er erreicht hat! 

 

Studentinnen: Dinah-Nazziwa_Kemigisha_Dinah-Lugose
6
Okt

Studentinnen in Uganda

Bildung macht Vorbilder!

Was machen denn eigentlich unsere Studentinnen in Uganda? Wir haben die Updates!

Das Abitur in der Tasche und die Welt gehört dir – so oder so ähnlich geht es vielen Menschen rund um den Globus. Doch was passiert nach dem Abi? Wie bei uns in Europa, wollen auch in Afrika viele junge Menschen studieren. Wie so oft gilt es Hürden wie den Numerus Clausus, Zugangsbeschränkungen, Anmeldefristen, etc. zu meistern. Umso mehr freut es uns, dass unsere drei Studentinnen in Uganda ihr Studium bereits begonnen haben bzw. bald beginnen werden.

Unsere beiden Dinahs haben ihre Neigung zu schicken Frisuren und Kosmetik entdeckt. Beide studieren an unterschiedlichen Colleges „Cosmetology and Hairdesign“. In Afrika ist dieser Beruf hoch angesehen. Wer schon mal die Zöpfefrisuren mancher Afrikanerinnen genauer angeschaut hat, kann sich vorstellen, warum. Das muss gelernt sein, sonst schauts nur halb so gut aus.

Aber das Handwerk ist bei dieser zweijährigen Ausbildung das eine, das andere sind Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Buchführung und Computer. Diese Ausbildung ist darauf ausgelegt, in einem großen Beauty-Betrieb zu arbeiten oder einen eigenen Salon aufzumachen. Das bedeutet, unsere beiden Dinahs werden irgendwann vielleicht sogar Arbeitgeberinnen werden und anderen jungen Frauen eine Chance auf einen vernünftigen, angesehenen Beruf geben können.

Kemigisha hat sich für das Hotelfach entschieden. Die Zeit zwischen dem Abitur im vergangenen Dezember und dem Studienbeginn im August hat sie gut genutzt. Sie hat in einem Hotel gearbeitet und Gefallen daran gefunden. Ihr Studium wird drei Jahre dauern und endet mit dem Bachelorabschluss.

Wir sind sehr stolz auf unsere drei Studentinnen in Uganda!
Sie alle werden ihren Weg gehen. Sie werden der Armut im Slum Kisenji entkommen und anderen helfen können, ebenfalls ihren Weg zu gehen.

Hut ab, Dinah Lugose, Dinah Nazziwa und Kemigisha Racheal!

 

Studentinnen: Dinah-Lugose
sok-landanbau-titelbild
17
Sep

Bepflanzung des gekauften Grundstücks

Wer sät, der kann auch ernten!

Vor einiger Zeit haben wir über den Besuch von Robinah und den Grundstückskauf in Uganda berichtet. Doch wie ging es eigentlich danach weiter?

Es wurde schon länger nach einem Grundstück in und um Kampala gesucht, um die immer teurer werdenden Grundnahrungsmittel selbst anbauen zu können. Zu Ostern dieses Jahres gelang es Robinah und Rhona gemeinsam ein geeignetes Grundstück zu finden und zu kaufen. Finanziert wurde dieser Kauf durch die Charity-Veranstaltung in Altheim im März sowie durch private Spenden bei Friends 4 Friends und unserem Partnerverein Fokus Leben.

Zur Erinnerung: Das Grundstück liegt etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist ca. 12 km² groß.

Mittlerweile wurde das ganze Landstück bereits gerodet, für den Ackerbau vorbereitet und bepflanzt. Es haben sich viele freiwillige Helfer gefunden, die diese Fläche von Gestrüpp befreiten. Moses berichtet uns: "Wir haben uns sehr beeilt mit dem Bepflanzen, um die Arbeit noch vor der Regenzeit im August fertig zu stellen."  Die dazu benötigten Geräte wurden vorerst ausgeliehen.

Auf dem Grundstück wurde auch ein Haus gebaut, welches einerseits als Lagerhaus für die Gartengeräte und andererseits als erstes Klassenzimmer dienen soll. Auf lange Sicht soll auch das Heim der New Jerusalem-Pfarre dorthin umgezogen werden und als Internat deklariert werden. Dadurch kann man jenes Gesetz umgehen, welches Kinder verpflichtet, sich nach drei Jahren in ihre Familien zu reintegrieren. In vielen Fällen sind die Familienverhältnisse nach dieser Zeit immer noch prekär, da die Eltern oft nicht in in der Lage sind für ihre Kinder zu sorgen, sei es aufgrund von Alkoholismus oder anderen Problemen.

 

Zaunbau, Grundstück
Maispflanzen, Grundstück

Was wurde am Grundstück gesetzt?

Zuerst wurden Löcher gegraben und 90 Bananenstauden eingesetzt. Diese brauchen 9-12 Monate bevor sie erstmalig Früchte tragen. Als Nächstes wurden Maniok-Knollen eingegraben, die 6-12 Monate bis zur ersten Ernte brauchen. Zusätzlich wurden Bohnen und Mais gepflanzt, die nur 3-4 Monate zum Wachsen benötigen. Außerdem wurde ein Zaun aus Stacheldraht und Holzpfosten um das ganze Landstück gezogen, um wilde Tiere fern zu halten und die Saat zu schützen.
Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Es muss regelmäßig Unkraut gejätet werden, vor allem während der Regenzeit. Für die weitere Bewirtschaftung des Grundstücks sind eigene (nicht ausgeliehene) Werkzeuge und Geräte von Vorteil. Zusätzliches Saatgut und Pestizide stehen dazu noch zum Kauf an.

Hausbau, Grundstück

Wir bedanken uns nochmals bei all den SpenderInnen, die den Grundstückskauf ermöglicht haben!
Danke auch an die tolle Arbeit des Teams der Streetkids von Kampala und der vielen Freiwilligen!
Wir hoffen auf eine gute Ernte!

Translate »

4x im Jahr informiert – Holen Sie sich unseren Newsletter!

Datenschutz ist uns wichtig. Friends 4 Friends nutzt Ihre Angaben, um Sie hinsichtlich relevanter Inhalte, Produkte und Dienstleistungen zu kontaktieren. Sie können sich jederzeit von jeglicher Kommunikation seitens Friends 4 Friends abmelden. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung, welcher Sie hiermit zustimmen.
Holler Box