Streetkids Kampala Archives - Friends 4 Friends e.V. Regensburg
Taufe von Faith
5
Apr

Lovina – Schicksal auf Afrikanisch

Schicksal bringt Glaube und Chance!

Etwa vor einem Jahr hörten wir die Geschichte von Lovina zum ersten Mal. Ein Mädchen ohne Eltern, das endlich ins Heim vom Projekt Straßenkinder aufgenommen wird...

Sechs gute Jahre verbringt sie dort. Wir sprechen hier nicht von Luxus, sondern Sicherheit und Geborgenheit plus drei Mahlzeiten am Tag und Schule. Schlafen im Schlafsaal mit fünf anderen Mädchen.

Dann kommt das neue Gesetz, das besagt, dass alle Kinder maximal drei Jahre im Heim bleiben dürfen. Im Alter von 13 Jahren wechselt Lovina also zu einer Bekannten, die alleine im Slum lebt. Die Frau hat wenig Zeit für das Mädchen, sie muss bis spät in die Nacht am Markt arbeiten, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie geht zur Schule, erledigt Hausarbeit, holt Wasser, geht einkaufen. Leider auch nachts.

Dabei wird sie von einem jungen Mann aus der Nachbarschaft überfallen und vergewaltigt. Mit 13 Jahren. Sie erzählt niemandem davon, sie schämt sich. In der Schule geht es bergab. Lovina ist ständig müde, kann sich nicht konzentrieren. Der Lehrerin fällt das auf und sie bestellt die Bekannte, bei der sie wohnt, in die Schule. Sie soll mit Lovina ins Krankenhaus gehen und einen Schwangerschaftstest machen. Dieser ist... positiv! Lovina ist schwanger.

Lovina vor dem Frisörladen
Lovina Haare flechten

Was nun?

Ein Abbruch kommt im religiösen Umfeld des Mädchens nicht in Frage.

So wird Lovina mit 14 Jahren Mutter. Erstaunlicherweise verzweifelt sie nicht an ihrer Lage. Sie nennt ihre Tochter Faith, Glaube.

Lovina möchte nicht mehr in die Schule zurück. Ihr größter Wunsch ist, Friseurin zu werden. In den meisten Ländern Afrikas bekommt man als Lehrling keinen Lohn, sondern muss für die Ausbildung bezahlen. Hier kommt unser Verein ins Spiel – der Erlös des Weihnachtssingens in einer Regensburger Kirche und eine private Sponsorin machen es möglich, dass Lovina ihren Traum verwirklichen kann. Seit Februar lernt sie nun in ihrem Traumberuf. Momentan wird zwar nur an einer Puppe geübt, aber komplizierte Zöpfe flechten will gelernt sein.

Ihre Tochter Faith ist zu dieser Zeit in Obhut einer Tagesmutter, die von einer weiteren Sponsorin bezahlt wird.

Go, girl, go! Mit dieser Ausbildung zur Friseurin wird Lovina in zwei oder drei Jahren auf eigenen Beinen stehen. Wir freuen uns mit ihr über diese riesengroße Chance.

 

 

Vielen herzlichen Dank an alle SpenderInnen, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben und noch beitragen werden!

 

Markt-Afrika
29
Mrz

Was bedeutet Corona für den afrikanischen Kontinent?

Viren kennen keine Grenzen!

Nein! Jetzt auch noch bei Friends 4 Friends ein Artikel über Corona... Man mag es schon gar nicht mehr hören. Aber man muss. Man muss hinhören. Denn Corona in Afrika ist nicht Corona in Europa.

Hier in Europa sitzen wir nun im Home Office, gehen nur noch raus, wenn es sein muss. Viele von uns haben Einbußen im finanziellen Bereich. Wir sorgen uns, dass wir nicht genügend Intensivbetten haben werden. Wir streiten im Supermarkt um die letzte Rolle Klopapier. Es werden Atemmasken zu irrwitzigen Preisen verkauft.

Wir kaufen aber auch gerne für die 70-jährige Nachbarin mit ein. Wir solidarisieren uns mit den Schwächeren unserer Gesellschaft und zeigen das auch gerne nach außen. Das ist gut so.

Aber wir sind keine Insel – es gibt auch sehr viele Schwächere außerhalb unserer eigenen Gesellschaft.

Schauplatz Afrika

Zum Beispiel Uganda oder Namibia. Wie soll das, vor allem in den Townships, mit Social Distancing klappen, wenn in einer Hütte - in der Größe vergleichbar mit einer deutschen Garage - acht Personen leben? Vom Säugling bis zum Greis versteht sich. Ausgangssperre in diesen Ländern?

Ausgangssperre in Afrika bedeutet, dass die Menschen, die oft sowieso schon kein geregeltes Einkommen haben, nun gar nichts mehr verdienen können. Die wenigsten Menschen können ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen. Sie arbeiten als Tagelöhner, Autowäscher oder als Verkäufer auf dem Markt. Können sie nicht mehr arbeiten, gibt es auch kein Geld. Wir sprechen hier von Menschen ohne ein Guthaben auf der Bank. Wir sprechen von Menschen, die nie ein Bankkonto hatten.

Die meisten Menschen in Afrika gehen zum Einkaufen nicht in den Supermarkt – hier werden Dinge des täglichen Bedarfs auf den lokalen Märkten gekauft. Täglicher Bedarf ist in diesem Falle wörtlich zu verstehen. Ist Geld da, dann wird eingekauft, ist keines da, wird gehungert. Das ist die Realität, auch schon vor Corona. Es kann nicht vorausschauend eingekauft werden, wenn jeder Tag rein finanziell gesehen eine neue Herausforderung ist. Abgesehen vom rein finanziellen Aspekt gibt es in den meisten Haushalten in Slum oder Townships weder Strom noch fließendes Wasser. Eine Bevorratung von Lebensmitteln ist schon aus diesem Grunde nur sehr eingeschränkt möglich.

Utensilien-Hilfspaket
Corona Hampers-Übergabe
Township-Namibia
Weg zur Kirche- Uganda

Krankenversorgung in Afrika

Manche Personen in der westlichen Welt behaupten, dass Corona Afrika nicht besonders treffen wird, mit der Begründung: Es gibt dort ja vor allem junge Menschen. Das ist reichlich kurz gedacht. Auch die jüngere Generation hat Vorerkrankungen. In manchen Slums und Townships liegt die HIV-Rate bei 20%, dazu kommen TBC, Hepatitis und Malaria. Nicht zu vergessen das Prinzip der Großfamilien, die alle unter einem Dach leben. Normalerweise sind die Menschen tagsüber draußen, gehen zur Arbeit oder zur Schule. Nun sollen sie zu Hause bleiben. Den nötigen Abstand zueinander halten, ist weder auf der Straße noch zu Hause möglich. Seniorenheime sind in den meisten Ländern Afrikas unbekannt. Dadurch ist die Ansteckungsgefahr für die Älteren viel höher als bei uns. Zumal es in vielen Haushalten an den einfachsten Dingen fehlt. Ich spreche hier nicht von Desinfektionsmitteln, ich spreche von Seife und Wasser. Ich spreche von mehr als einem Teller für alle, ich spreche von einem Löffel für jede Person im Haushalt.

Die Gesundheitssysteme funktionieren schon teilweise in unseren Breitengraden nicht. Die Systeme in den meisten Ländern Afrikas sind auf eine derartigen Krise gar nicht ausgelegt. Außerdem wachsen die Überlebenschancen in vielen Ländern Afrikas mit dem Kontostand. Die wenigsten Afrikaner haben eine Krankenversicherung und können sich eine Versorgung im Krankenhaus jetzt schon nicht leisten. Auf der anderen Seite gibt es irrwitzig teure Privatkliniken für diejenigen mit einem dicken Bankkonto.

All das mag uns momentan mit unseren eigenen Problemen zweitrangig erscheinen, aber die Coronakrise in Afrika wird zu einer eigenen Krise werden. Durch die zusätzliche Verarmung ganzer Gesellschaften durch die Pandemie werden neue Flüchtlingsströme ausgelöst. Und das betrifft dann wiederum auch die reichen Staaten des Globalen Nordens.

Menschen in Afrika, Indien und Südamerika in dieser Not zu helfen, ist nicht nur unsere Pflicht, sondern auch purer Eigennutz. Viren kennen keine Grenzen. Das Virus ist erst dann wirklich besiegt, wenn es überall auf der Welt verschwunden ist.

Hilfspakete für Uganda und Namibia

Friends 4 Friends möchte auch in dieser Krise über den eigenen Tellerrand schauen. Solidarität zeigen mit den Schwächeren, das sollte nicht nur in unserer eigenen Gesellschaft die Norm sein. Das sollte für alle Menschen auf dem gesamten Planeten gelten.

Wir haben beschlossen, für die ärmsten Familien aus unseren beiden Programmen Hilfspakete vor Ort zusammenstellen zu lassen. Inhalt: Haltbare Nahrungsmittel, Obst, sauberes Wasser, Seife, Desinfektionsmittel. Unsere Partner vor Ort wissen, was nun am nötigsten gebraucht wird.

 

Dafür benötigen wir Hilfe – von jedem einzelnen: für die Schwächsten in Afrika, Kinder, Frauen, Alte und Kranke.

 

 

Prince und seine Mutter
6
Dez

Prince – Unser Neuzugang in Uganda

Ein Prince als Apotheker

Immer wieder werden wir gefragt, wie wir eigentlich die Kinder aussuchen, die bei uns ins Förderprogramm aufgenommen werden. Das ist schnell erklärt...

In Uganda brauchen alle Kinder aus dem Heim einen Sponsor (also zum Beispiel einen Verein wie Friends 4 Friends), sonst könnten sie dort nicht wohnen. Bei diesem Projekt machen uns die jeweiligen Projektleiter auf ein Kind aufmerksam, das dringend gefördert werden sollte.

So geschehen mit „unserem“ Prince. Warum wurde nun gerade er in unser Programm aufgenommen?

Prince kommt aus einer Familie mit fünf Kindern, seine Mutter ist allein erziehend. In den Genuss des Bildungssystems kam sie selbst nur sehr kurz, aber sie legt großen Wert darauf, dass alle ihre Kinder regelmäßig in die Schule gehen. Um das zu finanzieren, verkauft sie tagsüber auf dem Markt Samosas (gefüllte Teigtaschen). Abends wäscht sie für Reichere die Wäsche. Solange die Kinder noch kleiner waren und die Grundschule besuchten, war es gerade so möglich, alle Kosten abzudecken.

Brief Prince
Prince

Doch nun stellte sich heraus, dass alle fünf Kiddies sehr schlau sind. Prince ist nun schon das zweite Kind, das in die weiterführende Schule gehört. Da wird’s dann irgendwann schwierig für eine alleinerziehende Frau, selbst mit zwei Jobs ...

Seit Juni d. J. finanziert Friends 4 Friends die Schule von Prince. Er lieferte ein super Zeugnis und ist obendrein Schulsprecher. Außerdem weiß Prince ganz genau, was er mal werden will – nämlich Apotheker. Das ist für ein Kind mit 13 Jahren nicht gerade der typische Berufswunsch. Bei uns würde man sich in diesem Alter Berufsfelder wie Pilot, Youtuber oder Fußballspieler erwarten.

Wie auch immer – wir wollten von Prince wissen, warum er sich gerade diesen Beruf ausgesucht hat: Laut seinem Brief hat er zwei ältere Freunde, die seine Vorbilder und eben Apotheker sind. Außerdem ist er überzeugt davon, dass sein Land mehr Menschen im medizinischen Bereich braucht!

 

Hut ab! Wir werden unseren Teil dazu beitragen, dass Uganda in Zukunft einen Apotheker mehr bekommt!

 

Fred-in Uniform
3
Nov

Fred: Was wurde aus dem Azubi?

Vom Azubi zum Schweißer!

Was macht denn eigentlich unser Azubi Fred? Er ist schon lange kein Azubi mehr, er ist ausgebildeter Schweißer. Der Weg dorthin war lang und nicht gerade einfach, doch er hat es geschafft!

Fred ist sowieso schon unter ungünstigen Vorzeichen aufgewachsen. Seine Mutter verstarb, als er noch ein Baby war, sein Vater war alleinerziehend, musste arbeiten und konnte dem Kleinkind nicht so viel Aufmerksamkeit widmen, wie vielleicht gut gewesen wäre.

Dadurch landete Fred als noch sehr kleines Kind auf der Straße. Es war ein sehr ungesundes Leben – auf der Straße, im Kindergefängnis (in Uganda wird man als Kind gerne mal eingesperrt nur aufgrund der Tatsache, dass man eben auf der Straße lebt), er kam in Kontakt mit Drogen und gewalttätigen Menschen. Erst viel später hat er Rhona kennen gelernt und wurde ins Kinderheim aufgenommen. Bei Straßenkindern, die sehr lange auf der Straße waren, ist es sehr schwierig, sie dauerhaft im Heim zu halten. Den meisten sind die Regeln zu viel und zu streng, viele können sich an Vereinbarungen nicht halten. Oft gehen solche Kinder dann zurück auf die Straße. Auch bei Fred war das so. Mehrmals.

Fred, Rhona und Lehrherr
Fred mit Werkzeug

Fred sagt: "Der Weg ist das Ziel."

Aber dann ist er geblieben. Für die Regelschule war er damals schon zu alt. Lesen und Schreiben kann er nur bruchstückhaft, aber auch damit kann man in Uganda eine praktische Ausbildung machen.

Drei Jahre hat Fred bei seinem Lehrmeister den Beruf des Schweißers erlernt. Zum Abschluss seiner Ausbildung hat er von unserem Verein eine ganze Kiste mit Werkzeug bekommen. Inzwischen hat er sich als Schweißer selbstständig gemacht und erledigt kleine und große Schweißarbeiten für Privatleute aber auch Firmen.

Wie das geht ohne Lesen und Schreiben?

Das Zauberwort heißt Handy! Dieses ungemein nützliche Tool ist auch in Afrika ein Alltagsgegenstand geworden. Fred bekommt seine Aufträge telefonisch, besiegelt werden sie per Handschlag.

Inzwischen ist Fred aus dem Heim ausgezogen und lebt in der Nähe der Kirche „New Jerusalem“ in Kisenji. Nach wie vor ist er seiner Patin Manu sehr verbunden. Geschenke und Briefe gehen hin und her, Fotos werden mitgeschickt. Die Briefe von Manu schmücken das neue Heim.

In der Gemeinde ist er auch aktiv dabei – er trägt riesige Bananenstauden, repariert alte Autos und hilft bei allem, wo kräftige Männerarme gebraucht werden.

 

So kann die Zukunft für ehemalige Straßenkinder aussehen – unser Fred macht es vor. Wir sind sehr stolz auf das, was er erreicht hat! 

 

Studentinnen: Dinah-Nazziwa_Kemigisha_Dinah-Lugose
6
Okt

Studentinnen in Uganda

Bildung macht Vorbilder!

Was machen denn eigentlich unsere Studentinnen in Uganda? Wir haben die Updates!

Das Abitur in der Tasche und die Welt gehört dir – so oder so ähnlich geht es vielen Menschen rund um den Globus. Doch was passiert nach dem Abi? Wie bei uns in Europa, wollen auch in Afrika viele junge Menschen studieren. Wie so oft gilt es Hürden wie den Numerus Clausus, Zugangsbeschränkungen, Anmeldefristen, etc. zu meistern. Umso mehr freut es uns, dass unsere drei Studentinnen in Uganda ihr Studium bereits begonnen haben bzw. bald beginnen werden.

Unsere beiden Dinahs haben ihre Neigung zu schicken Frisuren und Kosmetik entdeckt. Beide studieren an unterschiedlichen Colleges „Cosmetology and Hairdesign“. In Afrika ist dieser Beruf hoch angesehen. Wer schon mal die Zöpfefrisuren mancher Afrikanerinnen genauer angeschaut hat, kann sich vorstellen, warum. Das muss gelernt sein, sonst schauts nur halb so gut aus.

Aber das Handwerk ist bei dieser zweijährigen Ausbildung das eine, das andere sind Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Buchführung und Computer. Diese Ausbildung ist darauf ausgelegt, in einem großen Beauty-Betrieb zu arbeiten oder einen eigenen Salon aufzumachen. Das bedeutet, unsere beiden Dinahs werden irgendwann vielleicht sogar Arbeitgeberinnen werden und anderen jungen Frauen eine Chance auf einen vernünftigen, angesehenen Beruf geben können.

Kemigisha hat sich für das Hotelfach entschieden. Die Zeit zwischen dem Abitur im vergangenen Dezember und dem Studienbeginn im August hat sie gut genutzt. Sie hat in einem Hotel gearbeitet und Gefallen daran gefunden. Ihr Studium wird drei Jahre dauern und endet mit dem Bachelorabschluss.

Wir sind sehr stolz auf unsere drei Studentinnen in Uganda!
Sie alle werden ihren Weg gehen. Sie werden der Armut im Slum Kisenji entkommen und anderen helfen können, ebenfalls ihren Weg zu gehen.

Hut ab, Dinah Lugose, Dinah Nazziwa und Kemigisha Racheal!

 

Studentinnen: Dinah-Lugose
sok-landanbau-titelbild
17
Sep

Bepflanzung des gekauften Grundstücks

Wer sät, der kann auch ernten!

Vor einiger Zeit haben wir über den Besuch von Robinah und den Grundstückskauf in Uganda berichtet. Doch wie ging es eigentlich danach weiter?

Es wurde schon länger nach einem Grundstück in und um Kampala gesucht, um die immer teurer werdenden Grundnahrungsmittel selbst anbauen zu können. Zu Ostern dieses Jahres gelang es Robinah und Rhona gemeinsam ein geeignetes Grundstück zu finden und zu kaufen. Finanziert wurde dieser Kauf durch die Charity-Veranstaltung in Altheim im März sowie durch private Spenden bei Friends 4 Friends und unserem Partnerverein Fokus Leben.

Zur Erinnerung: Das Grundstück liegt etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist ca. 12 km² groß.

Mittlerweile wurde das ganze Landstück bereits gerodet, für den Ackerbau vorbereitet und bepflanzt. Es haben sich viele freiwillige Helfer gefunden, die diese Fläche von Gestrüpp befreiten. Moses berichtet uns: "Wir haben uns sehr beeilt mit dem Bepflanzen, um die Arbeit noch vor der Regenzeit im August fertig zu stellen."  Die dazu benötigten Geräte wurden vorerst ausgeliehen.

Auf dem Grundstück wurde auch ein Haus gebaut, welches einerseits als Lagerhaus für die Gartengeräte und andererseits als erstes Klassenzimmer dienen soll. Auf lange Sicht soll auch das Heim der New Jerusalem-Pfarre dorthin umgezogen werden und als Internat deklariert werden. Dadurch kann man jenes Gesetz umgehen, welches Kinder verpflichtet, sich nach drei Jahren in ihre Familien zu reintegrieren. In vielen Fällen sind die Familienverhältnisse nach dieser Zeit immer noch prekär, da die Eltern oft nicht in in der Lage sind für ihre Kinder zu sorgen, sei es aufgrund von Alkoholismus oder anderen Problemen.

 

Zaunbau, Grundstück
Maispflanzen, Grundstück

Was wurde am Grundstück gesetzt?

Zuerst wurden Löcher gegraben und 90 Bananenstauden eingesetzt. Diese brauchen 9-12 Monate bevor sie erstmalig Früchte tragen. Als Nächstes wurden Maniok-Knollen eingegraben, die 6-12 Monate bis zur ersten Ernte brauchen. Zusätzlich wurden Bohnen und Mais gepflanzt, die nur 3-4 Monate zum Wachsen benötigen. Außerdem wurde ein Zaun aus Stacheldraht und Holzpfosten um das ganze Landstück gezogen, um wilde Tiere fern zu halten und die Saat zu schützen.
Doch damit ist die Arbeit noch lange nicht abgeschlossen. Es muss regelmäßig Unkraut gejätet werden, vor allem während der Regenzeit. Für die weitere Bewirtschaftung des Grundstücks sind eigene (nicht ausgeliehene) Werkzeuge und Geräte von Vorteil. Zusätzliches Saatgut und Pestizide stehen dazu noch zum Kauf an.

Hausbau, Grundstück

Wir bedanken uns nochmals bei all den SpenderInnen, die den Grundstückskauf ermöglicht haben!
Danke auch an die tolle Arbeit des Teams der Streetkids von Kampala und der vielen Freiwilligen!
Wir hoffen auf eine gute Ernte!

Kajonia Clare Carol
7
Jul

Kajonia’s Augen-OP

Gesunder Blick in die Zukunft!

In letzter Zeit haben wir sehr viel über unsere Bildungs- und Förderungsprogramme gesprochen, jetzt gibt es mal wieder Positives aus dem Bereich Gesundheit zu berichten...

Kajonia Annette ist Mutter von 2 Mädchen. Sie hat schon mit 16 Jahren geheiratet und sehr schnell ihr erstes Kind geboren. Kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter starb ihr Ehemann und sie musste sich und ihre beiden kleinen Töchter allein über Wasser halten. Das war alles andere als leicht. Deswegen war es ein großes Glück, als sie vor vier Jahren über den Stadtrat einen Job als nächtliche Straßenreinigungskraft bekommen hat. Das Geld hat sie dringend gebraucht, weil die beiden Mädels ins schulpflichtige Alter gekommen sind. Man muss sich das so vorstellen: Eine Hütte im Slum kostet je nach Größe zwischen 25 und 40.-€ im Monat. Ein Kind einen Monat in die Schule zu schicken kostet 10.-€. Es ist ein krasses Missverhältnis, wieviel einfache, formale Bildung in Uganda kostet!

Kajonia leidet an einer vererbten Augenkrankheit - sie kam ohne Iris auf die Welt. Dadurch kann sich die Pupille dem Lichteinfall nicht anpassen, sie bleibt immer gleich groß. Um zu verstehen, dass das in Afrika mit all der Sonne ein Riesenproblem ist, braucht man kein studierter Augenarzt oder Optiker zu sein. Bei Kajonia kamen dann im Laufe der Zeit Folgeerkrankungen dazu. Problematisch war vor allem der graue Star, der ihre Sehfähigkeit nochmal enorm eingeschränkt hat. Der Straßenstaub, mit dem sie bei ihrer Arbeit in Kontakt kam, tat sein Übriges.

Das Problem mit der fehlenden Iris kann niemand beheben. Eine Operation am grauen Star dagegen ist heute auch in Afrika übliche Praxis - allerdings muss der Patient selbst für die Kosten aufkommen und das ist bei einem Straßenkehrerjob in Afrika leider eher nicht möglich.

Also ist unser Verein für die Kosten aufgekommen. Kajonias erstes Auge wurde im August 2018 erfolgreich operiert, jetzt steht das zweite Auge an.

Claire nach OP mit Sonnenbrille

Leider hat Kajonia ihr Augenleiden vererbt. Die ältere Tochter Claire wurde ebenfalls ohne Iris geboren und musste nun im Alter von nur neun Jahren eine Graue-Star-OP über sich ergehen lassen. Bei ihr wurden gleich beide Augen operiert (siehe Foto links, welches Claire nach der OP zeigt). Die einzige Therapieoption ist eine Operation auf beiden Augen.

Kajoyina Abspülen
Was ist inzwischen passiert?

Damit die kleine Familie in Ruhe die Augenproblematik in den Griff bekommt und trotzdem die Schule weiterlaufen kann, haben wir die Töchter Nansamba Claire und Namukinzi Carol im Jänner 2019 in unser Sponsoringprogramm aufgenommen.

Inzwischen arbeitet Kajonia auch nicht mehr in der Straßenreinigung. Sie wohnt im Heim und hilft dort für ein kleines Gehalt beim Kochen und Abspülen. Leider wird sie aufgrund fehlender Bildung wohl keinen besseren Job bekommen können. Die beiden Mädchen werden bessere Chancen haben. Im Gegensatz zur Mutter gehen sie in die Schule, wohnen allerdings bei der Großmutter in der Nähe der Pfarre. Auch kein Idealzustand, da diese ein größeres Alkoholproblem hat und sich nur wenig um die Bildung der Mädchen kümmert.

Aufgrund der restriktiven Politik der ugandischen Regierung ist es derzeit leider nicht möglich, zusätzliche Kinder im Heim aufzunehmen. Immerhin ist durch Rhona und Moses sichergestellt, dass das Schulgeld der Mädels direkt an die Schule geht, somit steht dem geregelten Schulbesuch und einer besseren Zukunft der beiden nichts mehr im Wege.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei all unseren SponsorInnen bedanken!

Ihr habt es ermöglicht, dass zwei Mädchen weiterhin in die Schule gehen können und eine Mutter gesundheitlich wieder in der Lage ist für ihre Töchter zu sorgen!

 

Grundstück
26
Mai

Robinah auf Besuch beim SoK-Projekt in Kampala, Teil 2

Grundstück-Scouting mit Robinah

In den letzten News haben wir darüber berichtet, dass Robinah über Ostern Post und kleine Pakete für die Kids in Kampala mitgebracht hatte. Ihr Besuch in Uganda hatte aber auch noch ein anderes Ziel...

Robinah war bei ihrem Besuch in Kampala in einer ganz besonderes Mission unterwegs. Gemeinsam mit Rhona ging es darum, ein geeignetes Grundstück zu finden und zu kaufen.

Um dieses Grundstück finanzieren zu können, gab es im März dieses Jahres eine Charity-Veranstaltung bei Robinah in Altheim. Dazu kamen viele private Spenden bei Friends 4 Friends und unserem Partnerverein Fokus Leben zusammen.

Robinah und Rhona sind tatsächlich fündig geworden. Nach acht Grundstücks-Besichtigungen stand der Favorit fest und der Kauf ging tatsächlich noch einen Tag vor Robinahs Heimflug reibungslos über die Bühne.

Das Grundstück liegt etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist ca. 12 km2 groß. Die Preise für Nahrungsmittel sind in Kampala in den letzten Jahren stark angestiegen. Deswegen ist jetzt der Plan, diese Grundnahrungsmittel selbst anzubauen. Das sind Kochbananen, Kartoffel, Maniok, Süßkartoffel, Bohnen und Mais.

Wir hoffen gemeinsam mit unserem Partnerverein Fokus Leben, dass es bald losgehen kann mit dem Ausbringen des ersten Saatguts und der ersten Ernte.

Wir danken auch unserem Vereinsmitglied Carmen – sie hat kurzerhand ihre Geburtstagsspende, die eigentlich für einen Neubau des Heims gedacht war, umgewidmet. Statt Hauswand wird Carmen in ein paar Monaten nominelle „Besitzerin“ eines Bananenstaudenhaines sein!

Besuch Uganda
Besuch Uganda

2 neue Studentinnen

 

Nach Christian, über den wir schon vor einiger Zeit berichtet haben, gibt es die nächste Erfolgsgeschichte. Beim Besuch kamen nämlich Dinah und Kemigisha auch nicht zu kurz. Beide haben vergangenes Jahr Abitur gemacht und beide fangen heuer mit ihrem Studium an. Dinah studiert bereits seit 02. Mai „Hair / Beauty Design and Management“ an der YMCA Universität. Das Studium wird zwei Jahre dauern und endet mit einem Diplom. Kemigisha beginnt im August ihr Studium im Bereich „Catering and Hospitality Managament“, ebenfalls an der YMCA Universität. Ihr Studium dauert drei Jahre und endet mit einem Bachelorabschluss.

Der Slum Kisenji ist nicht gerade der beste Ort, um spät am Abend oder gar in der Nacht von der Uni zurückzukommen – für junge Frauen schon gleich gar nicht. Deswegen werden Dinah und Kemigisha im Hostel der Universität wohnen.

Es ist sowieso schon bewundernswert, wenn junge Frauen aus dem Slum eine weiterführende Schule besuchen und dann auch noch erfolgreich beenden. In Kisenji gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Wenn Kinder überhaupt eine Schule besuchen, dann maximal die siebenstufige Grundschule. Anders Kemigisha und Dinah.
Alles verfügbare Geld haben die beiden für Bücher, Hefte und Stifte ausgegeben. Sie haben eisern gespart für die hohen Schulgebühren der weiterführenden Schule.
Erst im Abiturjahr sind wir auf die beiden aufmerksam geworden und haben sie seither unterstützt. Jetzt werden die beiden ihren großen Traum erfüllen – nämlich studieren!

Nur so gelingt es, die Armutsspirale zu unterbrechen – mit Bildung!

Wir wünschen Kemigisha und Dinah das Allerbeste und werden euch auf dem Laufenden halten!

 

Kids mit Briefen
26
Mai

Robinah besucht das SoK-Projekt

Robinah - deutsche Post und DHL in Einem!

Es ist immer etwas Besonderes, wenn Robinah, die deutsche Leiterin des Projekts „Kampala Straßenkids“, die Kids in Uganda besucht. In den Osterferien war sie wieder dort. Im Gepäck waren Briefe und kleine Päckchen für insgesamt 68 (!) Kinder!

68 Briefe in allen Farben und Größen überreicht von Robinah bedeutet vor allem: Diese wollen erst mal sortiert und dem richtigen Kind zugeordnet werden. Dann wird’s richtig spannend, aufmachen und lesen und schauen, was an kleinen Präsenten mit drin liegt. Das können kunterbunte Kugelschreiber sein, Sticker, Fotos oder Süßigkeiten. Alles ist toll, alles wird geliebt und ausprobiert.

Natürlich haben auch „unsere“ 19 Kids Briefe bekommen. So ein Brief aus dem fernen Deutschland (und wo ist denn eigentlich Österreich?) schreit natürlich nach einer Antwort. Immerhin sind die Kids ja durchaus stolz auf ihre deutschen und österreichischen Brieffreunde und schreiben fleißig zurück!

Robinah Kampala
Robinah besucht das Projekt

Robinah hatte auch Geld aus unserem Gesundheitsfonds dabei. Die Mädels im Heim kommen allmählich in die Pubertät. Damenbinden sind teuer, gerade in Afrika. Wir wollen vermeiden, dass Mädchen jeden Monat für ein paar Tage in der Schule fehlen, nur weil kein Geld für Damenbinden da ist. Deswegen haben wir einen Sonderposten dafür geschaffen. Nun wird jeden Monat genug Geld dafür vorhanden sein.

Der absolute Renner waren die T-Shirts des LLC Marathon Clubs Regensburg. Diese Shirts sind beim Marathon 2018 übrig geblieben. Bewerber in Kampala für die Shirts gab es viele: eine Fußballmannschaft, die Tanztruppe und der Chor. Das Rennen machte letztendlich die Tanztruppe. Da macht die Tanzerei gleich noch viel mehr Spaß!
Nur gut, dass der LLC jedes Jahr einen Marathon in Regensburg veranstaltet ...

Vielen Dank an den LLC Regensburg für diese tolle T-Shirt-Spende!

Das war aber noch nicht alles von Robinah - Fortsetzung folgt ... 🙂

 

Altheim
22
Apr

Afrikavortrag in Altheim

Altheim/Alb meets Kampala - oder: was passiert, wenn alle zusammenhelfen ...

Die geneigten LeserInnen kennen das vermutlich - man hat ein Ziel, aber es ist um die Burg nicht möglich, es zu realisieren. So erging es Robinah, der Leiterin des Straßenkinderprojektes Kampala, die in der Nähe von Ulm lebt.

Der Plan war, Spenden für den geplanten Kauf des neuen Grundstücks außerhalb von Kampala zu sammeln.

Dazu sollte eine Gospelband verpflichtet werden. Leider stellte sich heraus, dass diese Bands 3000.-€ aufwärts für einen Auftritt verlangen - Charity hin oder her. Also musste eine neue Idee her - und die lag eigentlich auf der Hand....
Erste Vorsitzende von Fokus Leben (Robinah) kontaktiert erste Vorsitzende von Friends 4 Friends (Andy). Immerhin unterstützen ja beide Vereine das gleiche Projekt. Schnell war die Idee geboren - eine Charity-Veranstaltung mit Afrikavortrag statt Afrikamusik. Musik braucht man trotzdem. Also wurden kurzerhand die Altheimer Musikanten für das Rahmenprogramm verpflichtet.

Andy und Robinah Altheim
Altheim Publikum

 

 

Es war ein grandioser Abend! 270 Gäste waren da, um 100 Minuten Afrika zu erleben. Von Kairo bis nach Kapstadt, natürlich mit Schwerpunkt auf das Projekt "Kampala Straßenkids". In der Pause wurden Spenden gesammelt und während des 2. Teils des Vortrages ging es ans aufregende Zählen. Großartige 3300.- € kamen zusammen!

Afrikavortrag und Blasmusik vertragen sich bestens - zumindest, wenn diese Musik von den Altheimer Musikanten stammt.

Vielen Dank an alle, die diesen Abend mit organisiert und mit gestaltet haben!
Friends 4 Friends freut sich mit Fokus Leben über den gemeinsamen Erfolg dieser Veranstaltung.

Eine Neuauflage ist nicht ausgeschlossen!

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